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Alle DSV-Abfahrer bei Svindals Sieg in den Punkten

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St. Christina in Gröden – Die kurze Nacht nach seinem überraschenden Super-G-Sieg war Josef Ferstl tags darauf nach der Abfahrt in Gröden anzusehen. Von Enttäuschung oder Frust über einen verpassten weiteren Spitzenplatz und Rang 14 war der 28 Jahre alte Skirennfahrer weit entfernt.

«25 Hundertstel schneller und man ist Fünfter», sagte Ferstl mit etwas matterer Stimme als sonst und kleinen Augenringen. «Da kann ich nicht viel machen. Das sind Nuancen.» Vor der kurzen Weihnachtspause bis zu den Rennen in Bormio bilanzierte er: «Ich bin echt happy. Auf alle Fälle ist das Selbstvertrauen gestärkt.»

Für ein weiteres Spitzenresultat reichte es beim überragenden Sieg von Aksel Lund Svindal aus Norwegen nicht, aber mit allen Fahrern in den Punkterängen und einer geschlossenen Mannschaftsleistung war Alpinchef Wolfgang Maier dennoch sehr zufrieden. «Für uns ist auch das ein richtig gutes Ergebnis. Klar, wir hatten gestern ein Winning und jetzt sind wir nicht in den Top Ten», sagte er vor der Reise zu den Technik-Rennen in Alta Badia am Sonntag und Montag. «Aber man muss immer schauen, woher wir kommen, wie weit wir weg waren und was wir bisher hier erreicht haben. Von dem her ist das schon okay.»

Schon nach Ferstls Sieg hatte Maier betont, dass Spitzenresultate nicht in Serie erwartet werden dürften. «Man sieht, wir haben die Berührung zur absoluten Weltspitze gefunden. Dann muss man das Ding auch ein bisschen langsam wachsen lassen», sagte er.

Auf der berühmten Saslong-Piste in den Dolomiten landete Andreas Sander als bester DSV-Starter auf dem zwölften Platz mit 1,31 Sekunden Rückstand auf Svindal. Direkt hinter Sander folgten Thomas Dreßen (+1,34) und Ferstl (+1,41). Manuel Schmid überraschte in seinem ersten Weltcup-Rennen mit Platz 16 (+1,60). Da Dominik Schwaiger 29. (+2,14) wurde, landeten alle Deutschen in den Punkten.

Vor allem Dreßen hatte mit Startnummer acht und der Führung nach seiner Fahrt die Hoffnung auf einen Podestplatz. Wegen der wechselnden Sonnenverhältnisse haben in Gröden aber traditionell Starter mit höheren Nummern gute Chancen auf vordere Plätze und die deutschen Fahrer wurden etwas durchgereicht. «Die Platzierung ist das, was mich ein bisschen fuchst», räumte er zwei Wochen nach Rang drei in Beaver Creek ein. «Mit Ansprüchen hat das nichts zu tun.»

Svindal feierte den 34. Sieg im Weltcup und verwies Landsmann Kjetil Jansrud und den Österreicher Max Franz auf die Plätze. «Da muss man den Hut ziehen, nach zwei Jahren so zurückzukommen», sagte Sander über den norwegischen Ski-Star, den zwei Knie-Verletzungen im Januar 2016 und ein Jahr danach samt Operationen zurückwarfen.

«Mir ist eine super Abfahrt gelungen, so wie ich es mir vorgenommen habe», berichtete Sander. «Heute stimmt vielleicht die Platzierung nicht. Aber das macht Gröden aus. Die Chancen, von hinten zu kommen, die hatten wir früher.»

Für den 24 Jahre alten Schmid war die Gelegenheit da, und er nutzte sie mit Startnummer 43 direkt im ersten Weltcup-Rennen seiner Karriere. Der ältere Bruder von Alexander Schmid, der vergangene Woche mit Rang sechs im Riesenslalom von Val d’Isère überraschte und am Sonntag in Alta Badia nachlegen möchte, hat eine lange Zeit voller Verletzungen hinter sich. Ein Patellasehnenriss kostete ihn zwei komplette Winter, erst im September hatte er einen Bruch des Schienbeinkopfes und eine Meniskus-Operation.

Fotocredits: Marco Trovati
(dpa)

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