Olympia

«Alles ist aus»: Riesen-Enttäuschung für Schöneborn

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Rio de Janeiro – Lena Schöneborn wollte einfach nur noch weg. Total verheult und ohne Kommentar rannte die Moderne Fünfkämpferin bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro aus dem Stadion.

Ein komplett misslungener Ritt und null Punkte im Springreiten beendeten brutal ihre Träume vom zweiten Olympia-Gold nach 2008. «Damit ist alles aus», sagte die völlig bediente Bundestrainerin Kim Raisner. «Es ist einfach tragisch, dass so etwas hier passiert.»

Vor den abschließenden beiden Disziplinen, einer Kombination aus Laufen und Schießen, war Schöneborn mit 519 Punkten abgeschlagene 31. Den Rückstand von fünf Minuten und 28 Sekunden konnte sie auf der Laufstrecke und am Schießstand kaum noch aufholen. Gesamtführende war die Polin Oktawia Nowacka mit 847 Punkten. «Das ist das Schlimmste, was einem passieren kann», sagte Raisner. Bereits 2012 bei Olympia in London war Schöneborn am Ende nur unglückliche 15. geworden.

Dabei hatte in Rio für die 30-Jährige eigentlich alles gut begonnen. Im Fechten zeigte Schöneborn einen sehr starken Wettkampf, ging als Zweite in den zweiten Wettkampftag. Im Schwimmen dann der erste Tiefschlag, Schöneborn wurde nur 29.. «Das Schwimmen war eine Katastrophe und ich habe noch keine Erklärung dafür», sagte sie. Dennoch lag Schöneborn vor dem Reiten noch auf dem vierten Platz mit guten Aussichten auf ihre zweite Olympia-Medaille nach 2008.

Doch mit der 13 Jahre alten Stute Legende kam die Athletin aus Troisdorf überhaupt nicht zurecht. Nach vier Verweigerungen war der Wettkampf für sie vorzeitig und ohne Punkte beendet. «Zu Beginn hat sie es noch gut korrigiert, aber dann ging gar nichts mehr», sagte Raisner. Die Pferde im Modernen Fünfkampf werden zugelost.

Legende legte bereits im ersten Durchgang einen schwachen Auftritt hin, zeigte zwei Verweigerungen. «Da war sie schon gewarnt», sagte Raisner. Doch letztendlich half auch das nichts. Auch die Olympiasiegerin von 2012, Laura Asadauskaite aus Litauen, holte beim Reiten keine Punkte. «Das macht es eigentlich noch schlimmer, Lena hätte wirklich gute Chancen gehabt», sagte die Bundestrainerin.

Auch die zweite deutsche Starterin, Annika Schleu aus Berlin, hatte vor der Kombination fast keine Medaillenchancen mehr. Sie lag mit 777 Punkten auf Rang 19 der Gesamtwertung. Im Reiten gelang ihr auf der 10 Jahre alten Stute Catarina jedoch ein fast fehlerfreier Ritt.

Fotocredits: Sebastian Kahnert
(dpa)

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