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Biathlon: Olympiasieger Michael Greis geht eigene Wege

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Der dreifache Olympiasieger Michael Greis geht eigene Wege: „Ich respektiere den Bundestrainer, aber ich möchte weiter eigenständig trainieren“, distanzierte sich der Superstar der deutschen Biathleten vor der Saison von Bundestrainer Frank Ullrich. Die Führung des Deutschen Skiverbandes bleibt gelassen: „Trainingsältere Athleten können auch Sonderwege gehen“, sagte der Präsident Alfons Hörmann. Am 3. Dezember beginnt die Weltcup-Saison im schwedischen Östersund. Einer der Favoriten: Michael Greis.

Der dreifache Olympiasieger ist ein Tüftler. Wie andere Biathleten auch pflegt er seine Waffe akribisch, nimmt es sehr genau mit dem Material und gestaltet seine Regenerationszeiten individuell. Bloß wenn andere etwas verändern, spielt es sich im Zentimeterbereich ab, „beim Michael sind es dagegen Millimeter“, sagte Mannschaftskollegin Kathrin Hitzer der „Süddeutschen Zeitung“. Und Hitzer muss es wissen, denn seit Ende März ist sie mit dem Nesselwanger liiert.

Es bedeutet noch kein Zerwürfnis, wenn Greis eigene Wege geht. Seit zwei Jahren variiert er die Saisonvorbereitung und trainiert in Ruhpolding unter Remo Krug. Auch dass er nicht zum ersten Gletschertraining, sondern erst zur Intensivierung in Finnland zur Mannschaft gestoßen ist, ist kein Affront. Neu ist hingegen, dass Greis mit Verve seinen Weg in die Öffentlichkeit trägt.

Dieser eigene Weg hat mit dem aus der DDR stammenden Bundestrainer Frank Ullrich zu tun. Dessen Training sei ihm zu sehr von oben verordnet, die Freiräume, die er jetzt habe, „das Ergebnis eines relativ harten Kampfes“. Unter Fritz Fischer habe er in Ruhpolding gelernt, dass „Athleten zu mündigen Athleten erzogen werden müssen, die auf sich selber hören können“.

Der eigentlich für seine harte Führung bekannte Biathlon-Bundestrainer mag kein Öl ins Feuer gießen und ist „optimistisch, dass wir das bis zum Winter wieder hinkriegen“. Ullrich verweist darauf, dass unter seiner Führung bereits Asse wie Frank Luck, Ricco Groß und Sven Fischer gelegentlich ihre Extrawürste braten durften.

Greis und Ullrich sind beide Alphatiere. Ullrich bracht den 32-Jährigen, seinen erfolgreichsten Athleten. Der begegnet ihm auf Augenhöhe, Nachwuchsathleten orientieren sich an ihm. Ullrichs Glück ist die Akribie, mit der Greis arbeitet. Denn den Sprengsatz entschärfen kann vor allem eines: Erfolg.

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