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CAS-Urteil: Hat Olympia-Bann der Russen Bestand?

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Pyeongchang – Der Internationale Sportgerichtshof CAS wird seine mit Spannung erwartete Entscheidung zu 39 vom IOC lebenslang gesperrten russischen Wintersportlern am 1. Februar bekannt geben. CAS-Generalsekretär Matthieu Reeb wird das Urteil in der Olympia-Stadt Pyeongchang erläutern.

Worum ging es beim Urteil des CAS?

Das IOC hat insgesamt 43 russische Wintersportler von künftigen Olympischen Spielen ausgeschlossen, weil die Athleten bei den Heimspielen in Sotschi 2014 von organisierten Manipulationen profitiert haben sollen. 42 der betroffenen Sportler legten vor dem CAS Einspruch ein. Darunter sind auch die Olympiasieger Alexander Subkow (Bob), Alexander Tretjakow (Skeleton) und Alexander Legkow (Skilanglauf).

In den zurückliegenden Tagen waren 39 Russen vom Sportgerichtshof angehört worden, via Videoschalte ebenso Kronzeuge Grigori Rodschenkow – früher Chef des Anti-Doping-Labors Moskau – und der WADA-Chefermittler Richard McLaren. Eine Reihe der Athleten hegt die Hoffnung, bei einer Aufhebung der Sperre in Pyeongchang noch dabei sein zu können.

Worauf stützte sich das Internationale Olympische Komitee bei seinen Entscheidungen?

Grundlage der IOC-Beschlüsse in der Causa Russland waren die Aussagen von Rodschenkow und die Berichte von Sonderermittler McLaren für die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Rodschenkow, früher Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, hatte nach seiner Flucht in die USA das Betrugssystem bei Olympia in Sotschi enthüllt. McLaren sammelte weitere Beweise für ein groß angelegtes Dopingprogramm. Die vom IOC eingesetzte Disziplinarkommission unter Leitung von Denis Oswald sah nach weiteren «forensischen und analytischen Doping- Untersuchungen» die Beweislast gegen die Russen als erdrückend an.

Wie geht Russland mit den Vorwürfen um?

Das Staatliche Ermittlungskomitee hält die IOC-Sicht für widerlegt. Von einem Schuldeingeständnis sind die Russen weit entfernt. Nationalistische Politiker wollen sogar WADA-Funktionäre strafrechtlich verfolgen. Kremlchef Wladimir Putin hatte Whistleblower Rodschenkow als Idiot und Verbrecher bezeichnet. «Man muss ihn ins Gefängnis stecken.»

Wie bewerteten die betroffenen Weltverbände die IOC-Entscheidungen?

Sehr unterschiedlich. Der Ski-Weltverband FIS sperrte sechs russische Langläufer, darunter Topstar Legkow, nach dem IOC-Urteil auch für den Weltcup. Dagegen dürfen die für Olympia gesperrten Eisschnellläufer und Rodler weiter in den anderen Wettbewerben ihrer Verbände starten. Auch Andreas Trautvetter, Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland und Weltverbands-Vizechef, sagte, die Beweise der Oswald-Kommission würden «für eine Sperre nicht ausreichen».

Wie wird Russland bei den Winterspielen vertreten sein?

Das NOK Russlands ist nach der IOC-Entscheidung Anfang Dezember für die Winterspiele gesperrt. Allerdings dürfen russische Sportler unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten. Sie werden als «Olympic Athlete from Russia» geführt. Nach eingehender Prüfung hat das IOC 169 russischen Athleten erlaubt, in Südkorea anzutreten. Mehrere Spitzensportler wurden aber überraschend ausgeschlossen. Dies erregte Unmut in Moskau. Eisschnellläuferin Olga Graf – Olympia-Dritte in Sotschi – verzichtet trotz Einladung aus Protest auf einen Start.

Wie sieht es mit einer Teilnahme Russlands bei den Paralympics aus?

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) ist von seinem kompromisslosen Kurs gegen die Russen abgewichen. Nach dem Vorbild des IOC schloss das IPC zwar das Russische Nationale Komitee (RPC) aus, erlaubt aber zumindest ausgewählten Athleten die Teilnahme an den Winter-Paralympics vom 9. bis 18. März. Das IPC rechnet mit 30 bis 35 russischen Startern in Südkorea. Bei den vorigen Winterspielen 2014 in Sotschi waren es noch 69.

Fotocredits: David J. Phillip
(dpa)

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