Ratgeber

Deutsches Debakel bei der Schwimm-EM

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Der deutsche Schwimm-Verband ist der größte Europas, doch zur EM in Eindhoven traten lediglich neun (nine! neuf! negen! kilenc! девять! nueve!) Athleten an, die Kunst- und Turmspringer ausgenommen. Immerhin gab es eine gute Nachricht: Es ist niemand von ihnen ertrunken! Paul Biedermann über 200 m Freistil und Janne Schäfer über 50 m Brust wurden Europameister.

Christa Thiel, Präsidentin des DSV, übte harte Kritik an den Schwimmern: „Es wird als absolut inakzeptabel empfunden, wie wir hier auftreten.“ Cheftrainer Örjan Madsen warnte mit Blick auf Peking: „Wir sind nicht gut genug, wir sind nicht hart genug im Kopf, wir trainieren nicht gut genug.“ Madsen verwies auf die Olympia-Qualifikation im April in Berlin: „Dann geht es um die Wurst.“

Für die anderen Nationen war die EM keine vegetarische Veranstaltung, die Rekorde purzelten, sechs Welt- und zwölf Europarekorden feierten die begeisterten Zuschauer in der hochmodernen Schwimmarena „De Tongelreep“. Der Franzose Alain Bernard schwamm an drei Tagen drei Weltrekorde. Über 100 m Freistil schraubte er die Marke in zwei Schritten auf 47,50 Sekunden, danach eroberte er über 50 m schon Halbfinale in 21,50 Sekunden die Top-Position. Weltrekord schwammen am Ostermontag Marleen Veldhuis (Niederlande) in 24,09 Sekunden über 50 m Freistil und Federica Pellegrini (Italien) in 4:01,53 Minuten über 400 m Freistil.

Pech hatte der niederländische Superstar Pieter van den Hoogenband. In der Nacht auf Mittwoch war er mit Fieber, einer Magenverstimmung und Krämpfen aufgewacht. So gewann der dreifache Olympiasieger in seiner Traininghalle lediglich Bronze mit der 4×100-m-Freistilstaffel.