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Favre freut sich auf Bundesliga-Comeback – «Brauche Zeit»

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Dortmund – Lucien Favre wirkte nicht sonderlich gelöst und locker. Hin und wieder ein knappes Lächeln, eher kurze Sätze.

Erst als es um die Tatsache ging, dass er am Sonntag gegen RB Leipzig nach 1072 Tagen sein Comeback in der Fußball-Bundesliga gibt, ließ der 60 Jahre alte Schweizer erkennen, dass er durchaus Glücksgefühle entwickeln kann.

«Wir freuen uns, ich persönlich freue mich, das ist klar», sagte der neue Trainer von Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund mit Blick auf den Ligastart. Vor allem die Südtribüne, die schwarz-gelbe Wand des Dortmunder Fußballtempels, hat es ihm angetan. «80 000, 81 000 Zuschauer – das ist sehr speziell für alle.» Er kennt sie von seinen Gastspielen mit Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach – aber eben nicht als Coach des BVB.

In dieser Funktion hat er eine Mission. Er möchte das in der vergangenen Spielzeit häufig fade Spiel der BVB-Profis beleben. Und er will ein Wellness-Klima schaffen, aus dem heraus sich mit viel Feinarbeit eine neue Kultur generieren lässt. Prämissen dabei sind klares Pass-Spiel mit viel Tempo und Struktur sowie schnelles Umschalten bei Balleroberungen.

Im schnelllebigen Betrieb einer Top-Liga geht das indes nicht von jetzt auf gleich, das weiß einer wie Perfektionist Favre. «Ich brauche Zeit, die Spieler kennenzulernen, nicht nur menschlich, sondern auch auf dem Platz», betonte der Schweizer am Freitag. Bis jetzt sei er aber mit dem Stand der Vorbereitung «sehr, sehr zufrieden».

Michael Zorc äußerte sich gleichfalls positiv über das, was sich bei der Borussia in der Nachfolge von Peter Bosz und Peter Stöger unter Favre zu entwickeln scheint. «Die ersten Wochen, speziell mit Lucien, haben sehr viel Spaß gemacht», bemerkte der Borussia-Sportdirektor. Alles, was man sich gemeinsam mit Favre und Sebastian Kehl als neuem Chef der Lizenzspielerabteilung vorgenommen habe, sei noch nicht umgesetzt: «Aber schon einiges», ließ Zorc einen Tag vor seinem 56. Geburtstag wissen.

Eine Entscheidung hat Favre gefällt: die Torhüterfrage. «Roman wird die Nummer eins sein», sagte der Schweizer über die Wahl zwischen seinen Landsleuten Roman Bürki und Marwin Hitz, Neuzugang vom FC Augsburg. Einen Einsatz des belgischen WM-Dritten Axel Witsel gegen Leipzig über 90 Minuten schloss Favre aus. Dafür sei der für rund 20 Millionen Euro von Tianjin Quanjian aus China verpflichtete Witsel noch nicht bereit.

Ist die Borussia bereit für eine neuerliche Rolle als Bayern-Jäger? Zorc winkte ab: «Den Begriff benutzen wir nicht. Wir wollen das Beste aus unseren Möglichkeiten herausholen.» Es sei zweitrangig, wie und wo der FC Bayern stehe. Stattdessen gilt der Blick ins Innere und auf die Fähigkeiten eines Lucien Favre. Der sei «jemand, der dem Team eine klare Struktur und einen klaren Rahmen gibt», hatte Zorc schon im Trainingslager in der Schweiz von sich gegeben. Und jetzt muss Favre die großen Hoffnungen erfüllen.

Fotocredits: Bernd Thissen
(dpa)

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