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Herzkrank? Warum Sport jetzt guttut

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Bewegungsmuffel haben ein größeres Risiko für Herzerkrankungen. Andererseits kann ein Übermaß sportlicher Aktivitäten schädlich sein, wie sportmedizinische Studien nachweisen. Die goldene Mitte ist auch hier der beste Weg.

Die ideale Dosis

Die Hälfte der Deutschen bewegt sich zu wenig. Dieses gravierende Problem ist für die Herzgesundheit äußerst problematisch; Statistiker führen sogar den Tod von weltweit etwa fünf Millionen Menschen auf die verbreitete Inaktivität zurück.

Andererseits diskutieren Mediziner immer wieder über das Maß der Dinge: Wie viel Sport ist der Herzgesundheit zuträglich? Neue britische und schwedische Studien weisen erneut nach, dass ausgewogener, moderater Sport das Optimum ist – und nicht ein alltäglich leistungsorientiertes Training.

Unter Herzschwäche leiden in Deutschland knapp zwei Millionen Menschen. Den Betroffenen empfehlen die Mediziner zunächst eine bedarfsweise optimierte Medikamenteneinstellung. Jedem Vierten kann mit dem Wirkstoff LCZ696 geholfen werden. Dazu sollte das Training bei Herzschwäche nur nach engen Beratungen mit dem behandelnden Mediziner konzipiert werden. Beachtenswert ist der verhältnismäßig negative Effekt von Ausdauersportarten wie Triathlon oder Marathon auf die Risiken für Vorhofflimmern. Ausdauersportarten führen zu einem Wachstum der Vorhöfe des Herzens – der Herzrhythmus wird durch die vom Ausdauersport generierten Impulse leichter aus seinem Takt gebracht. Dabei wurde übrigens festgestellt, dass diese Effekte mit zunehmendem Alter abnehmen und dass Frauenherzen demgegenüber robuster reagieren.

Allerdings: Selbst, wenn beharrlicher Ausdauersport die Risiken tatsächlich ansteigen lässt, ist allfälliger Bluthochdruck als weitverbreitete Volkskrankheit die weitaus bedeutsamere Risikoart.

Fitness und Herzgesundheit

Im Vergleich zu zwei- bis viermal wöchentlich sportlich Aktiven weisen die Mediziner Patienten mit Herzerkrankungen ein etwa viermal erhöhtes Sterberisiko nach, wenn sie sich sportlich nicht betätigen. Allerdings ordnen Detailstudien besonders aktiven Sportlern mit Herzerkrankungen ein jeweils fast doppelt so hohes Sterberisiko zu als Menschen, die moderate Sportbelastungen bevorzugen.

Deshalb sind die Empfehlungen an Herzpatienten wohl eine eindeutige Absage an alles Extreme: Moderate Sportbelastung an einer moderaten Anzahl von Tagen pro Woche ist das beste Mittel, massiven Herzerkrankungen sinnvoll vorzubeugen.

Im Hinblick auf die Art und die Höhe der Belastungen unterscheiden sich die Kardiologen in Nuancen: Das beste Maß der Sportaktivitäten für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt bei täglich etwa 30 Minuten mäßig anstrengender Belastung. Bei geringfügigeren Aktivitäten können die Probleme beginnen.

Bildquelle: Thinkstock, 526111759, iStock, BsWei

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