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«Im ersten Moment tut’s weh»: Volleyballer verpassen EM-Gold

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Krakau – Nach der hauchdünn verpassten EM-Krönung waren die deutschen Volleyballer ausgelaugt und erstmal sehr enttäuscht.

In einem Herzschlag-Finale gegen den Topfavoriten Russland musste die grandiose Mannschaft um Diagonalangreifer Georg Grozer ihre Hoffnung auf die historische Goldmedaille begraben. Nach dem 2:3 (19:25, 25:20, 22:25, 25:17, 13:15) und dem Gewinn von Silber steckten die Deutschen in einem Wechselbad der Gefühle.

«Im ersten Moment tut’s weh, aber das ist der Sport. Wir haben eine sensationelle Leistung gezeigt und haben fast eine Herkulesaufgabe bewältigt», sagte der stolze Verbandschef Thomas Krohne. Drei Jahre nach WM-Bronze in Polen waren die Deutschen drauf und dran, die russischen Riesen in die Knie zu zwingen.

«Direkt nach dem Finale überwiegt definitiv die Enttäuschung, weil wir so dicht dran waren. Wir hatten die Möglichkeit und einige Chancen. Dann ist es ärgerlich, dass wir uns nicht mit Gold belohnen», haderte auch Außenangreifer Christian Fromm mit der Nervenschlacht über zwei Stunden und elf Minuten in Krakau. «Wir können trotzdem auf uns stolz sein, gerade nach diesem Drama. Ich bin stolz auf das Team, wie wir uns hier auch in schwierigen Situationen verkauft haben. Das i-Tüpfelchen hat gefehlt.»

Die Deutschen boten atemberaubenden Volleyball. Vor dem Finale hatten die Russen keinen Satz abgegeben. Im fünften Abschnitt lag die Mannschaft von Nationaltrainer Andrea Giani sogar mit 5:2 in Führung. Doch erst verzog Grozer, der insgesamt 27 Punkte erzielte, dann waren die Aufschläge des Olympiasiegers von 2012 zu stark. «Mittlerweile geht der Frust weg. Jetzt, wo ich die Medaille um meinen Hals habe, bin ich unglaublich stolz», sagte Grozer, der den Konfettiregen für am Ende glücklichere Russen zwiegespalten mitverfolgte.

Viel Zeit zum Feiern der ersten EM-Medaille und zugleich erst vierten Medaille in der Verbandsgeschichte überhaupt hatte diese unglaubliche Mannschaft aber nicht. Denn schon kurz nach 6.00 Uhr sollten die Flieger nach Berlin und Frankfurt gehen. «Wir versuchen, trotzdem so gut wie möglich zu feiern», meinte Fromm nach einer grandiosen Europameisterschaft.

Fotocredits: Stanislaw Rozpedzik
(dpa)

(dpa)

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