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Köln-Niederlage auch im Derby: Es wird eng für Beierlorzer

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Düsseldorf – Erst die Pokal-Blamage, nun eine bittere Derby-Niederlage: Für Trainer Achim Beierlorzer wird die Luft beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln immer dünner.

Fünf Tage nach dem peinlichen Pokal-Aus beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken (2:3) verloren die Kölner das erste rheinische Erstliga-Derby bei Fortuna Düsseldorf seit 22 Jahren mit 0:2 (0:1) und stecken mit sieben Punkten aus zehn Spielen tief im Abstiegssumpf.

Die bis dahin punktgleichen Düsseldorfer verbesserten sich auf Rang 13. Den Sieg im umkämpften, aber keineswegs gutklassigen Rhein-Schlager mit zahlreichen Rudelbildungen und Pyro-Aktionen auf beiden Seiten leitete wieder einmal Rouwen Hennings mit seinem sechsten 1:0 in dieser Saison ein – er traf in der 38. Minute per Foulelfmeter. Erik Thommy sorgte für die Entscheidung (61.).

«Ich denke, es war ein verdienter Sieg. Wir haben kämpferisch alles rausgehauen», sagte Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel im TV-Sender Sky. «Die Mannschaft hat das gut umgesetzt, was Friedhelm Funkel in der Teamsitzung auf die Tafel geschrieben hat.»

Das war bei den Gästen offenbar nicht so. «Man ist extrem enttäuscht, wir hatten uns einiges vorgenommen», sagte Kölns Kapitän Jonas Hector. «Das 0:2 hat uns gebrochen.» Von einer Trainerdiskussion wollte der Nationalspieler aber nichts wissen. Um Beierlorzer den Rücken zu stärken, «müssen wir einfach alles reinhauen, um Ergebnisse zu erzielen und Punkte zu holen», forderte Hector.

Beierlorzer hatte vor dem Spiel quasi die Rolle rückwärts vollzogen. Von den sechs Spielern, die für das Saarbrücken-Spiel ins Team gekommen waren, rotierten fünf wieder heraus. Im Team blieb lediglich Dominick Drexler, der den verletzten Florian Kainz ersetzte. Schon nach sechs Minuten musste der FC-Coach den nächsten Wechsel vollziehen.

Der 18 Jahre alte Noah Katterbach, der im fünften Pflichtspiel in Folge in der Startelf gestanden hatte, musste mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld. Für ihn kam Marco Höger, Hector wechselte vom defensiven Mittelfeld auf seine angestammte Position links hinten.

Das Spiel vor 51.155 Zuschauern in der ausverkauften Düsseldorfer Arena entwickelte sich so wie erwartet und von vielen befürchtet: Beide agierten leidenschaftlich, große Höhepunkte hatte die Partie aber nicht. Etwas überraschend war, dass die Fortuna den Kölnern zunächst größtenteils Ball und Raum überließ. Die fast 60 Prozent Ballbesitz in den ersten 25 Minuten nutzten die Gäste aber nur zu einer nennenswerten Chance: Simon Terodde, der 2009 auch ein Jahr für die Fortuna gespielt hatte, köpfte aber knapp vorbei (11.). 

Nach etwa 20 Minuten wurde auch die Fortuna etwas aktiver, und das wurde schnell belohnt. Zunächst traf Hennings aus kurzer Distanz nur den Außenpfosten (25.), doch 13 Minuten später war der Torjäger dann erfolgreich – bezeichnenderweise per Strafstoß. Rafael Czichos hatte Matthias Zimmermann klar gefoult. Der Rückstand steckte den verunsicherten Kölnern merklich in den Knochen, schon zur Pause sangen die Fans «Wir wollen euch kämpfen sehen!»

In der Pause berappelten sich die Gäste und kamen nun auch zu Chancen. Doch zunächst köpften Terodde (50.) und Hector (59.) knapp vorbei, dann scheiterte Terodde freistehend an Fortuna-Keeper Zack Steffen. Der daraus folgende Eckball wurde zum Bumerang; der starke Thommy schloss den Konter überlegt ab. Beierlorzer brachte mit Jhon Cordoba und Anthony Modeste nun volle Offensiv-Power, hatte aber Glück, nicht das 0:3 durch Hennings zu bekommen (83.).

Fotocredits: Johannes Neudecker
(dpa)

(dpa)

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