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Leipzig nach Premieren-Remis: Stolz und trotzdem unzufrieden

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Leipzig – Ganz verbergen konnte Ralph Hasenhüttl seine Enttäuschung nicht. Obwohl RB Leipzig bei seiner historischen Premiere in der Fußball-Champions-League mit dem 1:1 (1:1) gleich einen Punkt holte.

Gegen keine No-Name-Truppe, sondern den französischen Meister und Vorjahres-Halbfinalisten AS Monaco. «Wir können mit dem Punkt leben. Verdient wäre es vielleicht gewesen, wenn wir drei Punkte holen», sagte der Cheftrainer des Königsklassen-Debütanten. Unterm Strich sei er aber trotzdem nicht unzufrieden.

Euphorie sieht anders aus. Und man kann Hasenhüttl und sein Team verstehen. Denn der deutsche Vize-Meister, der sich in der Vorsaison als Aufsteiger direkt für den prestigeträchtigsten europäischen Club-Wettbewerb qualifiziert hatte, hätte gewinnen können. Eigentlich müssen – nimmt man die Anzahl der Großchancen. «Ein bisschen enttäuscht sind wir. Es war nicht unser bestes Spiel und Monaco schlagbar. Aber wir haben 1:1 gespielt, deswegen kann man erhobenen Hauptes nach Hause gehen», sagte Top-Torjäger Timo Werner.

Vor 40 068 Zuschauern in der Red-Bull-Arena hatte Emil Forsberg nach 32 Minuten den Premierentreffer für RB in der Königsklasse zum 1:0 erzielt. «Das erste Champions-League-Tor für Leipzig zu schießen, ist etwas Besonderes und macht mich sehr stolz. Leider haben wir direkt im Gegenzug den Ausgleich bekommen», sagte der schwedische Nationalspieler. Denn nur zwei Minuten später glich Youri Tielemans aus. Danach ließen die Sachsen die nötige Durchschlagskraft für den perfekten Auftakt in der Gruppe G vermissen, in der noch Besiktas Istanbul und der FC Porto warten.

Und wer weiß, was mit dem verletzt fehlenden Mittelfeld-Strategen Naby Keita (Adduktorenprobleme) möglich gewesen wäre. «Naby mit seinen Qualitäten hat uns in vielen Bereichen gefehlt. Wir hätten mit ihm sicher noch mehr Zugriff auf unser Offensivspiel gehabt», resümierte Hasenhüttl. Ohne ihn gegen Monaco einen Punkt zu holen, sei aller Ehren wert.

Statt Neuzugang Kevin Kampl für Keita hatte Hasenhüttl mit Stefan Ilsanker eine bewusst defensivere Aufstellung gewählt. «Wir wussten nicht, was uns erwartet. Mir war es wichtig, dass wir unsere Grundtugenden auf den Platz bekommen: Gut gegen den Ball zu stehen und gut zu verteidigen», sagte Hasenhüttl. Er gab zu, bei seiner Aufstellung nicht volles Risiko gegangen zu sein. Der erste Punkt in der Königsklasse sei ein guter Anfang und mache vor allem eines: «Lust auf mehr.»

Fotocredits: Sebastian Kahnert
(dpa)

(dpa)

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