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Löw wählt Personal für heißen Oktober – Abstiegsgefahr

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Berlin – Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft gehen in einen heißen Oktober. Am Donnerstag bastelte der Bundestrainer mit seinen engsten Mitarbeitern in der Frankfurter DFB-Zentrale am Personalplan für die anstehenden Länderspiel-Klassiker gegen die Niederlande und Frankreich.

Noch immer steckt viel Brisanz in den Auftritten des bei der WM in Russland brutal abgestürzten Nationalteams, auch wenn mit dem 0:0 zum Auftakt der neu geschaffenen Nations League und einem 2:1 im Testspiel gegen Peru im September einige gute Ansätze – vor allem in Sachen Willen und Motivation – zu registrieren waren.

«Wir haben zwei Auswärtsspiele. In der jetzigen Phase ist es schon wichtig, dass die Mannschaft auf diesem Weg in puncto Taktik und Einstellung weitergeht», sagte Löw. Wen er mit zu den schwierigen Nations-League-Aufgaben am 13. Oktober in Amsterdam und drei Tage später in Paris nehmen wird, will der DFB-Chefcoach am Freitagmittag verkünden. Am Dienstag trifft sich die DFB-Auswahl dann in Berlin zur Vorbereitung auf die Duelle mit Oranje und Weltmeister Frankreich.

Gleich am ersten Tag wird es im Amateurstadion von Hertha BSC ein öffentliches Training geben. Die Abgrenzung zu den Fans war nach der WM einer der großen Kritikpunkte gewesen.

Im Wesentlichen wird sich der Bundestrainer auf jenen Kader stützen, den er für den Neubeginn nach der WM-Blamage ausgewählt hatte. Kleinere Fragezeichen könnte es jedoch bei Ilkay Gündogan von Manchester City und Bayern-Profi Mats Hummels geben. Gündogan war beim 2:1-Sieg des englischen Meisters in der Champions League bei 1899 Hoffenheim am Dienstagabend wegen Problemen am hinteren Oberschenkel vorzeitig ausgewechselt worden. Hummels musste nach dem 1:1 der Münchner in der Champions League gegen Ajax Amsterdam am Kopf mit mehreren Stichen genäht werden, soll aber nicht länger ausfallen.

Überraschungen und weitere Neulinge nach dem Hoffenheimer Nico Schulz, Thilo Kehrer von Paris Saint-Germain und Kai Havertz von Bayer Leverkusen sind allerdings nicht ausgeschlossen. So hat Löw jüngst dem Augsburger Linksverteidiger Philipp Max «berechtigte Chancen» auf eine erstmalige Nominierung eingeräumt.

Größere Experimente aber wird sich Löw nicht leisten, dafür steht in dem neuen Wettbewerb der Europäischen Fußball-Union UEFA zu viel auf dem Spiel. Nach zwei liegengelassenen Zählern zum Start in München gegen Frankreich muss die Nationalmannschaft in den kommenden zwei Partien unbedingt punkten. Denn die Gefahr spielt mit, in der höchsten Liga A in akute Abstiegsgefahr zu geraten.

Noch ist das historische WM-Vorrunden-Aus allgegenwärtig. «Uns haben irgendwie nach der langen Zeit an der Spitze die letzten Prozentpunkte gefehlt, was das Feuer, die Leidenschaft und diese Gier angeht, unbedingt einen Titel gewinnen zu wollen», erklärte Löw jüngst noch einmal.

Der 58-Jährige, der mit seinem 168. und 169. Länderspiel als Bundestrainer den bisherigen Rekordmann Sepp Herberger (167) ablösen wird, muss vor allem Offensivlösungen finden, um die seit Monaten grassierende Torarmut auszumerzen. «Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie den Weg nach vorne antreten will und dafür alles tut», hatte Löw nach dem Neubeginn gesagt. «Der Ehrgeiz brennt, die WM auszumerzen. Eine Jetzt-erst-recht-Reaktion ist zu spüren.»

Fotocredits: Harold Cunningham
(dpa)

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