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Müde Leipziger vor dem Kracher in Dortmund

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Leipzig – RB Leipzig hat als einziges Bundesliga-Team bereits sechs Pflichtspiele absolviert. Vorteil oder Nachteil vor dem Auswärtskracher am Sonntag bei Borussia Dortmund (18.00 Uhr)?

Die Mannschaft von Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick ist bereits im Rhythmus und somit eingespielt. Allerdings muss der 60-jährige Stratege sein angestrebtes Rotationsprinzip wieder über den Haufen werfen.

«Wir wollen die bestvorbereitete Mannschaft an den Start bringen. Doch der Ausfall von Kevin Kampl war nicht eingeplant», betonte Rangnick. Der Allrounder hat Muskelprobleme, er reiste nicht mit nach Saporischschja, wo die Sachsen am Donnerstagabend im Playoff der Europa League trotz personeller Überzahl nicht über ein 0:0 bei FK Sorja Luhansk hinaus kamen. Auch am Sonntag droht Kampl auszufallen.

Die mangelhafte Chancenverwertung (30 Chancen/15 abgeblockt), auch von Rückkehrer Timo Werner, wollte der sonst so kritische Rangnick nicht detailliert analysieren. «Ich bin mit dem Spiel meines Teams über weite Strecken zufrieden», sagte er und erfreute sich eher am Gesamteindruck: «So wie wir heute aufgetreten sind, bin ich guter Dinge, dass wir es im Rückspiel schaffen, in die Gruppenphase einzuziehen.» Da waren selbst seine Spieler kritischer: «Wir hatten Chancen für drei Spiele», meinte Diego Demme. Die Stimmung war getrübt. «Wir müssen das 1:0 machen, das hat nicht geklappt, deswegen tut es ein bisschen weh, wir sind enttäuscht», sagte Emil Forsberg.

Für Rangnick zählten vor der Auswärtsprüfung in Dortmund – bislang vier Spiele gegen den BVB: zwei Siege, ein Remis – andere Dinge. Nationalspieler Timo Werner, der erst wegen einer Blockade im Rücken und dann wegen einer Magen-Darm-Erkrankung ausfiel, absolvierte acht Wochen nach seinem letzten WM-Spiel wieder ein Pflichtspiel und hatte vier gute Chancen zur Führung. «Timo hat es gut gemacht, sein Auftritt hat mich angenehm überrascht», meinte Rangnick.

Nun hat Jean-Kevin Augustin Magen-Darm-Probleme, zudem plagt sich Marcel Sabitzer mit Adduktoren-Problemen herum. «Wir haben immer noch die Qual der Wahl, haben vorn und hinten genügend Alternativen», meinte Rangnick und setzt bei seiner Taktik auf gesunde Spieler: «Das hat auch was mit geistiger und körperlicher Frische zu tun», betonte er. Parallel dazu arbeitet er weiter am Kader, so dass er «in einer Woche einen Kader von 20 gleichwertig guten Spielern» hat.

Mit Nationalspieler Marcel Halstenberg (Kreuzbandriss) drängt wieder ein Akteur ins Team, auch wenn der Bundesliga-Auftakt für ihn «noch etwas zu früh kommt». Allerdings hat Rangnick mit dem Uruguayer Marcelo Saracchi mehr als nur eine Ersatzvariante verpflichtet. Der für 16 Millionen Euro vom argentinischen Rekordmeister River Plate geholte 20-Jährige ist als Linksverteidiger und auf der offensiven Außenbahn omnipräsent. Der nur 1,72 Meter große Flügelflitzer gehörte zu den Lichtblicken im fernen Saporischschja.

Fotocredits: Jan Woitas
(dpa)

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