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Olympia 2008: Springreiter enttäuschen mit Platz fünf

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Meredith Michaels-Beerbaum © maka 93/FlickrStorm

Mit einem enttäuschenden fünften Platz für die deutschen Springreiter endete der Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Reiterspielen in Hongkong. Hochfavorisiert angereist, war bei der Equipe vom ersten Springen an der Wurm drin. Zum Schluss summierten sich die Fehler aus beiden Umläufen auf 34 Strafpunkte. Olympiasieger wurden die USA, die sich im Stechen um Gold gegen Kanada durchsetzten. Bronze ging überraschend an die Norweger (27 Strafpunkte).

„Das war meine bitterste Niederlage,“ sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier nach dem Absturz der Favoriten. „Vielleicht waren die Pferde zu früh hier und zu lange aus dem Training und Wettkampf raus“. stellte er erste Vermutungen über die Ursachen für dieses Ergebnis an, das nach dem elften Platz von Barcelona 1992 das zweitschlechteste Resultat seit 1956 ist. Seit dem Jahr gewannen die Deutschen bis auf diese zwei Ausnahmen siebenmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze.

Schon das Finale des Mannschaftsspringens hätte die deutsche Equipe beinahe verpasst. Im zweiten Umlauf lieferten Christian Ahlmann und Meredith Michaels-Beerbaum die besten Leistungen. Bis zum letzten Sprung sah es bei Ahlmann als erstem Deutschen nach einer Nullrunde aus. Dann aber fiel die Stange. „Cöster ist heute vom Feinsten gesprungen. Leider hat das letzte Glück gefehlt.“ Auch die gebürtige US-Amerikanerin war zerknirscht. „Schade, wir hatten so auf eine Medaille gehofft.“ Die Weltranglistenerste blickt aber schon auf das nächste Ziel: die Einzelmedaillen. „Donnerstag beginnt der Wettbewerb von Neuem.“

Qualifiziert haben sich Ahlmann, Michaels-Beerbaum und Ludger Beerbaum. Nicht mehr dabei sein wird Marco Kutscher, für den sich diese Spiele zu einem Fiasko entwickelt haben. Mit 19 Strafpunkten sorgte er zum zweiten Mal mit Cornet Obolensky für das Streichergebnis. Das Drama begann wieder mit dem Wassergraben, sein Pferd stellte sich auf die Hinterbeine. „Nach dem Wasser hat er mir den Dienst quittiert. Das war ein klarer Ungehorsam und ist sehr bitter. Es war das Gleiche wie gestern. Für mich ist das Turnier absolut vorbei.“

Das Einzelspringen wird am Donnerstag ausgetragen. Alle Reiter beginnen wieder bei Null. In der ersten Runde sind die besten 35 Paare aus der ersten Qualifikationsprüfung zugelassen, jedoch maximal drei Paare pro Nation. In der zweiten Runde sind es nur noch 20 Paare. Olympiasieger wird, wer im Finale nach den beiden Umläufen die wenigsten Strafpunkte hat. Bei Strafpunktgleichheit gibt es ein Stechen um die Medaillen.