Autor: Jörgen Heller

Robert Harting ist sich selbst ein Rätsel              ©flickr/Farmer48

Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting zeigt sich topfit für das olympische Jahr und hat mit der besten Serie seiner Karriere auf Anhieb die Peking-Norm erfüllt. Der 23-jährige Berliner gewann das 1. Werfer-Meeting in Versmold mit 66,82 Metern vor dem Wattenscheider Michael Möllenbeck. Zuvor hatte Harting die nationale Konkurrenz brüskiert.

Möllenbeck schaffte als Zweiter mit 64,63 Meter die Olympia-Norm ebenfalls bei seinem ersten Saison-Wettkampf. Zuvor hatte Harting dort mit der persönlichen Bestleistung von 67,63 Meter das Duell gegen Möllenbeck gewonnen, während dessen sich beide keines Blickes würdigten.

Harting hatte seine nationalen Kontrahenten im Vorfeld der 34. Werfertage beleidigt. “Ich bin nicht solch ein Egozentriker wie Lars Riedel, ein Säufer wie Michael Möllenbeck oder ein Model wie Martin Wierig”, sagte er gegenüber der “Mitteldeutschen Zeitung”. Weiter meinte er: “Ich bin mir selbst ein Rätsel.”

Franka Dietzsch hofft noch, die Olympia-Norm zu schaffen        ©flickr/renesackNach den Werfertagen entschuldigte sich der Diskuswerfer aus Berlin für seine Entgleisung. “Ich habe aus dem Magen raus geredet. Es tut mir leid. Dafür entschuldige ich mich, auch wenn man mir nicht gleich verzeihen kann”, erläuterte der 23-jährige WM-Zweite in Halle/Saale.

Nicht optimal verlief dagegen der Saisonstart von Franka Dietzsch. Die Diskus-Weltmeisterin erlebte einen ihrer seltenen Wettkämpfe unter der 60-Meter-Marke. Mit 59,47 Meter warf die 40-Jährige zwar erneut weiter als die Konkurrenz, schaffte aber nicht die geforderte Olympia-Norm von 61,00 Meter. Nun will die Neubrandenburgerin am kommenden Wochenende bei den Halleschen Werfertagen erneut angreifen. “Ich muss mich jetzt nicht zu Tode grämen, bis Peking ist noch viel Zeit”, meinte die dreimalige Weltmeisterin.    [...mehr]


Alberto Contador steht kurz vor dem ersten Giro-Triumph       ©flickr/ijphotos.com

Nach dem schweren Bergzeitfahren zum Kronplatz hat Alberto Contador das Rosa Trikot übernommen. Dem spanischen Tour-de-France-Sieger und seinem kasachischen Team Astana ist der erste Sieg bei der Italien- Rundfahrt kaum noch zu nehmen.

“Wir sind in einer sehr guten Position. Wir haben bereits das Rosa Trikot, wir haben ein starkes Team und wir arbeiten gut zusammen”, meinte der Sportliche Leiter Sean Yates. “Aber im Radsport kann man sich nie sicher sein”, fügte der britische Ex-Profi hinzu. Ein Körper sei keine Maschine.

Vor allem die Bergetappen am Freitag und Samstag warten noch als schwere Prüfungen. Doch ist der Kurs gut kontrollierbar. Die Anstiege am Freitag beginnen spät und die Distanzen zwischen den Favoriten sind nicht groß genug, um für riesige Zeitabstände zu sorgen.

Hat Contador  vor dem Giro geblufft?           ©flickr/Bob AuBuchonIm abschließenden Zeitfahren am Sonntag auf der letzten Giro-Etappe sieht der Spanier erst recht keine Gefahr. “Ich freue mich darauf. Der Kurs liegt mir. Wenn ich muss, kann ich dort einen Rückstand noch aufholen”, erörterte Contador, dem der Weg zur Tour wegen des Astana-Banns in diesem Jahr verschlossen bleibt. “Die ersten Tage des Giro waren schwer für mich. Auch die Dolomiten-Etappen haben wehgetan. Doch jetzt hat sich meine Form stabilisiert”, sagte er zuversichtlich.

Auch den Kampf um die Kapitänsrolle innerhalb des Astana-Teams, welches erst kurz vor Giro-Beginn die Start-Zulassung erhielt, hat Contador für sich entschieden. Der durch den Sieg bei der Romandie-Rundfahrt besser vorbereitet scheinende Andreas Klöden konnte ebenso wie Kalifornien-Tour-Sieger Levi Leipheimer auf den Dolomiten-Etappen mit der Spitze nicht mithalten. “Beide haben sich vielleicht einen Tag lang über die fehlende Form geärgert. Aber jetzt ist auch ihre Stimmung wieder gut”, sagte Pressesprecher Philippe Maertens.    [...mehr]


Stabhochsprung ist eine der populärsten Disziplinen beim Berliner Istaf. Legendär sind die Wettbewerbe mit dem ukrainischen Weltrekordler Sergej Bubka, der sich zuweilen noch in die Lüfte schwang, als alle anderen Wettbewerbe längst beendet waren. Heute gehören die deutschen Stabhochspringer zur Weltspitze, allen voran Danny Ecker, Tim Lobinger und Björn Otto. Ecker gab sich im Vorfeld des Golden-League-Meetings, das am Sonntag stattfindet, angriffslustig: “Ich möchte beim Istaf ein Zeichen setzen.”

Danny Ecker © Wikipedia

Die Olympia-Norm von 5,70 Metern hat der 30-jährige Leverkusener bereits geschafft, erstaunlich zu diesem Zeitpunkt: “Ich bin noch nie besser in eine Saison gekommen, eigentlich steige ich eher spät ein.” Einen Rückschlag gab es am vergangenen Wochenende beim Grand Prix in Hengelo, wo Ecker mit 5,40 Metern Zehnter wurde. Dennoch ist er selbstbewusst: “Die Trainingsleistungen zeigen, dass ich eine Menge draufhab.” 2007 war das bisher erfolgreichste Jahr des 6-Meter-Springers: Er wurde Halleneuropameister und gewann Bronze bei der WM in Osaka. “Ich kann noch höher springen. Mein Ziel ist eine Medaille bei den Olympischen Spielen.”

Sicher ist Eckers Dienstreise nach Peking freilich noch nicht, bis zu zehn deutsche Athleten könnten die Norm knacken, schätzt der Sohn der Doppel-Olympiasiegerin Heide Rosendahl und des ehemaligen Basketball-Profis John Ecker. Die Kriterien sind schwammig, neben der internationalen Norm von 5,70 Metern wird die “ganze Saison betrachtet unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Meisterschaften”, zitiert Ecker.

Chancen rechnen sich neben Ecker vor allem Tim Lobinger und Björn Otto aus. Lobinger wurde bei der WM in Osaka Achter, seine Saisonbestleistung lag bei 5,83 Metern. Otto wurde WM-Fünfter, zudem steigerte er 2007 seine persönliche Bestleitung auf 5,90 Meter. Mit Ecker sind Lobinger und Otto auf Augenhöhe, auch sie überquerten bereits 5,70 Meter in dieser Saison.

In die Phalanx der deutschen Höhenflieger wollen beim Istaf der aktuelle Hallenweltmeister Evgeniy Lukyanenko aus Russland und der französische Vizeweltmeister Romain Mesnil eindringen. Alexander Straub, Richard Spiegelburg und Fabian Schulze komplettieren die deutsche Riege.    [...mehr]


Der Spanier Gomez (links) gewann souverän den Triathlon in Madrid       ©flickr/king.jabe

Die Rostockerin Christiane Pilz und der Saarbrücker Christian Prochnow haben sich am Wochenende überraschend beim Triathlon-Weltcup in Madrid für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Pilz wurde beim Weltcup in Madrid Siebter und verdrängte damit im internen Duell Joelle Franzmann aus Saarbrücken. Prochnow belegte Platz fünf und setzte sich in der nationalen Ausscheidung gegen Maik Petzold aus Mengen und Andreas Raelert aus Rostock durch. Zuvor waren bei den Männern bereits Weltmeister Daniel Unger aus Bad Saulgau und Jan Frodeno aus Saarbrücken sowie bei den Frauen Anja Dittmer aus Neubrandenburg und Ricarda Lisk aus Waiblingen für Olympia qualifiziert.

Christian Prochnow löste das Olympia-Ticket          ©flickr/TwentyTrees„Das ist der größte Tag meiner Karriere. Ich freue mich unglaublich auf Peking“, frohlockte Prochnow nach dem 200. Weltcup in der Triathlon-Geschichte. Für den Saarbrücker ist es die erste Teilnahme an Olympischen Spielen.

Pilz, die die letzten Spiele in Athen trotz Qualifikation wegen eines Armbruchs auslassen musste, zeigte sich überglücklich. „Das ist unglaublich. Dafür habe ich so hart gearbeitet“, freute sich die 32-Jährige.

Um den Sieg beim Jubiläumsrennen kämpften die deutschen Triathleten nicht mit. Lisk belegte bei den Frauen Platz 13., Kathrin Müller wurde 16. und ist damit neben Franzmann für die Weltmeisterschaft in Vancouver in zwei Wochen qualifiziert. Bei den Männern sind neben Petzold und Raelert noch Steffen Justus aus Schramberg bei der WM in Kanada mit dabei.

Bei den Frauen siegte erwartungsgemäß die Portugiesin Vanessa Fernandes in 2:04:46 Stunden, die ihren 20. Weltcup-Erfolg feierte. Keine Triathletin war je erfolgreicher. Bei den Männern triumphierte der Weltcup-Gesamtsieger Javier Gomez. Für den Spanier, der für die 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen 1:56:25 Stunden brauchte war es der zehnte Weltcupsieg seiner Laufbahn.    [...mehr]


Der Italiener Pellizotti gewann das spektakuläre Zeitfahren               ©flickr/Maurice Evans

Das spektakuläre Berg-Zeitfahren auf der 16.Etappe des Giro d’Italia hat gestern Franco Pellizotti vom Team Liquigas-Bianchi gewonnen. Für die 12,9 Kilometer mit einem Höhenunterschied von knapp 1100 Höhenmetern benötigte der Italiener 40:26 Minuten.

Auf der Strecke von San Vigilio di Marebbe auf den schneebedeckten Plan de Corones belegte Tour-de-France-Sieger Alberto Contador Platz vier und hat nun in der Gesamtwertung einen Vorsprung von 41 Sekunden auf Ricardo Ricco.

Andreas Klöden (Astana) hat alle Chancen auf seinen ersten Giro-Gesamterfolg verspielt. Der Lausitzer wirkte nach seinen Zeiteinbußen auf den letzten zwei Etappen beim Zeitfahren nicht mehr voll motiviert und musste sich in 43:06 Minuten mit Rang 19 zufrieden geben.

Besonders die letzten fünf Kilometer auf den 2273 Meter hohen Plan de Corones waren von einer spektakulären Kulisse geprägt. Zehntausende Fans säumten das Schotter-Schlussstück, welches in manchen Kehren eine Steigung von 24 Prozent aufwies.

Trainingsbilder von diesem unzumutbaren Anstieg:

Harsche Kritik an dieser Etappe übte der CSC-Profi Jens Voigt. „Solch ein Rennen bringt niemandem etwas. Der Weg zum Start ist verstellt. Von hier oben kommt man nicht weg. Für die Zuschauer ist das sicher schön. Doch was haben Radsportler in einem Skigebiet verloren?“, meinte der Berliner, der als Elfter bester Deutscher war.

Laut Voigt ist der Giro insgesamt schlechter organisiert als der vor zwei Jahren bei seiner ersten Teilnahme. „Die langen Transfers sind nicht zumutbar. Wir fahren mehr Kilometer mit dem Bus als auf dem Rad. Es wird nicht durchgegriffen, wenn Fahrer sich an Autos festhalten. Mich haben zuletzt Leute überholt, die sich vorher von Autos haben ziehen lassen. Das ist ungerecht. Das ist kein Sport mehr“, argumentierte er verärgert.

Heute werden die Profis einen Ruhetag einlegen, bevor die letzte Giro-Woche auf dem Programm steht.    [...mehr]


Wahnsinn - Deutschland fährt mit nach Peking         ©flickr/docteur_es_sport

Das deutsche Volleyball-Herrenteam hat am Wochenende nach einer 36 Jahre langen Durststrecke das Olympia-Comeback geschafft. Gegen Spanien setzten sich die Männer mit 3:2 (25:23, 25:23, 23:25, 22:25, 15:10) durch und machten beim letzten Qualifikations-Turnier in Düsseldorf die Teilnahme an den Olympischen Spielen perfekt.

Nach diesem Erfolg meinte Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV): “Das ist einer der größten Triumphe der deutschen Volleyball-Geschichte.”

Der DVV war das letzte Mal bei den Olympischen Spielen 1972 in München vertreten, wobei das deutsche Team Platz elf belegte. “In Peking können wir einen Rang zwischen sieben und neun schaffen”, sagte von Moltke hoffnungsvoll. Tränen der Freude vergoss Bundestrainer Stelian Moculescu. “Ich habe immer an meine Jungs geglaubt. Nach 36 Jahren sind wir trotz erheblicher Widerstände wieder aus der Volleyball-Diaspora heraus. Ich ziehe meinen Hut vor den Spielern”, erklärte Moculescu erleichtert.

Bilder vom Turnier:

Den Grundstein für die Rückkehr zu Olympia legten die deutschen Männer in der zweiten Partie im Fünfsatz-Drama gegen Kuba. Nach einem 0:2-Rückstand erzwangen die Deutschen nach einer grandiosen Leistung noch einen 3:2 (24:26, 21:25, 25:21, 25:18, 15:13)-Sieg. “Wir haben gekämpft und Großartiges vollbracht”, meinte der Außenangreifer Andrae.

Keine Angst hatte der 58-jährige Bundestrainer, als sein Team nach einer 2:0-Führung noch den 2:2-Satzausgleich hinnehmen musste. “Das war ein Spiegelbild der vergangenen Jahre, die Jungs haben es sich immer schwer gemacht.” Im fünften Satz kam dann aber beim 15:10 die Erlösung. “Es war wie ein kleiner Rausch. Die Halle tobte, die Mannschaft tobte”, sagte Andrae weiter.    [...mehr]


Hamilton siegt beim prestigeträchtigsten Rennen des Jahres            ©flickr/amorimur

Den Großen Preis von Monaco hat gestern Lewis Hamilton für sich entschieden. Der McLaren-Mercedes-Pilot hat somit auch die Führung in der WM-Wertung übernommen. Bei diesem chaotischen Formel 1-Rennen verwies der junge Brite Robert Kubica (BMW Sauber) und Felipe Massa (Ferrari) auf die Plätze. Sebastian Vettel (Toro Rosso) einen sensationellen fünften Platz.

Ferrari-Pilot Felipe Massa fuhr nach seiner Pole im Chaos von Monte Carlo nur auf Rang drei (+4,811). Hamilton hingegen beendete nach seinem zweiten Erfolg der Saison die Siegesserie der Scuderia, trotz dessen der Silberpfeil-Pilot nach einem Reifenschaden in der fünften Runde bereits in die Box musste.

Der 23-Jährige übernahm durch den Sieg beim prestigeträchtigsten Rennen des Jahres zudem die Führung in der WM-Wertung. Weltmeister Kimi Räikkönen wurde im Ferrari lediglich Neunter (+33,792) und ging erstmals in dieser Saison leer ausging.

Beim ersten Rennen unter feuchten Bedingungen seit dem Verbot der Traktionskontrolle gab es zahlreiche Berührungen, Rutscher, Kollisionen sowie Safety-Car-Phasen. Ständig wechselten die Witterungsverhältnisse, so dass die Teams in regelmäßigen Abständen die Reifen wechseln mussten.

Onboard-Kamera vom Sieger Hamilton:

Anfangs sah alles nach einem Start-Ziel-Erfolg von Massa aus. Doch nachdem sich der Brasilianer in der 15. Runde verbremste, verlor er die Führung an Robert Kubica. Nach einem regulären Boxenstopp des BMW Sauber-Piloten ging Massa wieder in Führung. In der 33. Runde musste der Ferrari-Pilot aufgrund eines Tankstopps die Führung erstmals an Hamilton abgeben, die der Brite auch bis zum Ende nicht mehr abgab.

Pech hatte Adrian Sutil, der elf Minuten vor Schluss auf Rang vier liegend von Räikkönen abgeschossen wurde. Während der Finne nach einem Boxenstopp wieder weiterfahren konnte, war für den 25-Jährigen das Rennen beendet.

Sebastian Vettel (+24,657) konnte sich mit dem fünften Rang die ersten vier Punkte des Jahres sichern, obwohl der 20-Jährige vom 18. Platz starten musste.

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) führt in der WM-Wertung nach sechs Rennen mit 38 Punkten vor Kimi Räikkönen (35), Felipe Massa (34) und Robert Kubica (32). Nick Heidfeld liegt als bester Deutscher auf Platz fünf (20). In der Konstrukteurs-Wertung führt Ferrari (69) vor McLaren-Mercedes (53) und BWM Sauber (52).    [...mehr]


Sella triumphiert zum Zweiten                           ©flickr/stefanogab_974

Auf der 15. schweren Bergetappe des Giro hat gestern der Astana-Profi Alberto Contador eindrucksvoll seine Stärke bewiesen und die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Wie schon einen Tag zuvor ging der Tagessieg an den Italiener Emanuele Sella, der erneut als Solist ins Ziel fuhr.

Aus einer Ausreißergruppe heraus griff der Führende in der Bergwertung an, und machte das Double perfekt. Den Erfolg seines Teams CSF Navigare komplettierte Domenico Pozzovivo, der den zweiten Platz errang und 2:05 Minuten hinter Sella vor den Favoriten auf den Gesamtsieg ins Ziel einfuhr.

Dahinter lieferten sich die Klassementfahrer am letzten der insgesamt sechs schwersten Anstiege einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau mit vielen Attacken und Tempoverschärfungen. Und wieder war es Riccardo Ricco (Saunier Duval/+2:11), der rund drei Kilometer vor dem Ziel attackierte und sich Platz drei sowie die letzte Zeitgutschrift sicherte.

Doch reagierten seine Kontrahenten. Titelverteidiger Danilo di Luca (LPR) erreichte neun Sekunden hinter Ricco den Gipfel. Weitere sieben Sekunden später kamen Contador und Gilberto Simoni (Diquigiovanni) im Ziel an.

Nun kann Contador (links) Glückwünsche für “Rosa” entgegen nehmen           ©flickr/Slipstream Sports/ChipotleIn der Gesamtwertung führt nun der Spanier Contador mit 33 Sekunden Vorsprung auf Ricco. Auf Platz drei liegt di Luca mit 55 Sekunden Rückstand. vor dem Bergzeitfahren auf der unasphaltierten Straße hinauf zum “Kronplatz”, das angesichts dieser knappen Ausgangslage mit noch mehr Spannung als ohnehin erwartet wird.

Erneut musste der als Mitfavorit gestartete Andreas Klöden der Strecke Tribut zollen. Schon am vierten der sechs Anstiege des Tages verlor der Astana-Profi den Anschluss zur ersten Gruppe. Aber auch Paolo Savoldelli (LPR), Levi Leipheimer (Astana) und Leonardo Piepoli (Saunier Duval) brachen ein.

Heute wartet ein schweres Bergzeitfahren auf einer unasphaltierten Straße hinauf zum “Kronplatz” auf die Profis. Angesichts der knappen Abstände im Klassement wird diese knapp 14 Kilometer lange Zeitnahme mit viel Spannung erwartet.



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Sella triumphiert nach einmem Soloritt auf der 14. Etappe                           ©flickr/stefanogab_974

Bei der 14. Giro-Etappe holte sich gestern der Träger des Bergtrikots Emanuele Sella (Team CSF) nach einem Soloritt den Tageserfolg. Die beiden Topfavoriten vom Team Astana Alberto Contador und Andreas Klöden konnten bei der ersten schweren Bergankunft mit der Konkurrenz nicht mithalten.

Der 27-jährige Italiener griff bei der ersten der beiden schweren Anstiege des Tages rund 45 Kilometer vor dem Ziel aus einer Spitzengruppe heraus an und konnte sich absetzen. Keiner seiner ursprünglich zwölf Ausreißer, unter denen auch Jens Voigt (CSC) war, konnte ihm auf dem Weg zu seinem zweiten Giro-Etappensieg nach 2004 folgen.

Das erste Teilstück in den Dolomiten führte über 193 Kilometer von Verona ins Val di Fiemme. Am Ende wartete ein giftiger Schlussanstieg zur “Alpe di Pampeago” auf die Pedaleure. Auf dem 23 Kilometer langen Anstieg zum “Passo Manghen” fuhren die Favoriten noch zusammen. Aber auf dem Steilstück ins Tagesziel gingen die Attacken los.

Klöden (Astana) hatte Probleme am Schlussanstieg             ©flickr/Your Funny UncleDer stärkste Angreifer war Denis Menchov (Rabobank), dessen Tempoverschärfung niemand folgen konnte. Der Russe belegte am Ende Platz sechs hinter dem Rest der morgendlichen Ausreißergruppe. Die Italiener Franco Pellizotti (Liquigas/7.), Riccardo Ricco (Saunier Duval/8.) und Gilberto Simoni (Diquigiovanni/9.) verloren nur neun bzw. 13 Sekunden. Das Astana-Duo Alberto Contador (15./+0:45) und Andreas Klöden (17./+1:09) verlor dagegen schon mehr an Boden.

Im Gesamtklassement hat sich das Bild nun deutlich verändert. Gabriele Bosisio übernahm als Etappen-21. das Rosa Triokt von Giovanni Visconti (Quick Step/58.). Zweiter ist nun Contador mit fünf Sekunden Rückstand.

Auf dem heutigen 15. Teilstück wird sich das Klassement erneut deutlich verändern. Auf der Königsetappe des Giro müssen die Pedaleure über fünf schwerste Anstiege zur Ankunft an der gefürchteten “Marmolada”. Dort wird es zum erneuten Kräftemessen zwischen den Favoriten kommen.    [...mehr]


Alessandro Bertolini konnte die 11. Etappe für sich entscheiden       ©flickr/lorenzo.elsalsero

Die 11. Etappe des Giro d’Italia hat gestern der Italiener Alessandro Bertolini (Diquigiovanni) vor dem Spanier Pablo Lastras (Caisse d’Epargne) gewonnen. Der Dritte Fortunato Baliani (CSF) hatte kein Fortune. Der Italiener stürzte kurz vor dem Ziel des 199 km langen Tagesabschnitts von Urbina nach Cesena.

Der Tagessieger profitierte vom Sturz des Italieners Baliani auf dem Kopfsteinpflaster zirka 500 Meter vor dem Ziel. In einer Kurve rutschte Baliani weg und Lastras musste abbremsen. Nur Bertolini befand sich in der günstigen Position, in der Kurve vor dem gestürzten CSF-Fahrer zu sein. Der 36-Jährige konnte dann ungehindert als Erster ins Ziel fahren.

Giovanni Visconti, der in der großen Verfolgergruppe mit einem Rückstand von 3:53 Minuten ins Ziel kam, verteidigte die Führung in der Gesamtwertung. Andreas Klöden (Astana) verbesserte sich im Gesamtklassement auf Platz fünf und hat mit 7:54 Minuten Rückstand gute Chancen auf den Gesamtsieg.

Bilder von der Ankunft des Pelotons in Cesena:

Im Sprint um Platz sieben verlor Erik Zabel (Milram) knapp gegen Daniele Bennati (Liquigas), der mit 89 Punkten vor Riccardo Ricco (Saunier-Duval/69) und Paolo Bettini (Quick Step/59) weiterhin die Sprintwertung anführt. Zabel liegt mit 52 Punkten auf Rang vier. Die Bergwertung führt weiterhin der Italiener Emanuele Sella (CSF) an.

Die anspruchsvolle Etappe war über lange Strecken von extrem schlechten Witterungsverhältnissen beeinflusst. Auf den langen Abfahrten ereigneten sich zahlreiche Stürze. Betroffen waren auch der Mann im Rosa Trikot, der Führende der Bergwertung Sella, sowie der spätere Tagessieger Bertolini.

Spannung kam auf den letzten 25 Kilometern im Verfolgerfeld auf. Ricco oder auch Vorjahressieger Danilo Di Luca (LPR) attackierten häufig. Die Mitfavoriten auf den Giro-Sieg wie Klöden, Alberto Contador oder Vincenzo Nibali (Liquigas) konnten die Ausreißversuche aber immer wieder neutralisieren.

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