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Rekordreiterin Werth führt Dressur-Team zum 24. EM-Gold

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Rotterdam – Isabell Werth winkte nach dem entscheidenden Ritt den jubelnden Fans zu und strahlte. Angeführt von der Ausnahmereiterin verteidigte das deutsche Dressur-Team bei der Europameisterschaft in Rotterdam am Dienstag seinen Titel. E

s war die insgesamt 24. Goldmedaille eines deutschen Teams bei kontinentalen Meisterschaften. «Einfach geil», kommentierte Equipe-Chef Klaus Roeser: «Das ist einfach eine sehr gute Truppe.»

Schon vor den letzten Ritten der Konkurrenz war klar, dass Deutschland in der Dressur das Maß der Dinge bleibt. «Das war gewaltig», sagte Roeser nach Werths Ritt. Für die 50 Jahre alte Rekordreiterin aus Rheinberg war es das 18. EM-Gold.

Das Team um Werth gewann überlegen mit 244,969 Prozent. Dahinter ging es durch eine nachträgliche Disqualifikation turbulent zu. Zweiter wurde schließlich das Gastgeber-Team der Niederlande (230,140) vor Schweden (229,923). Großbritannien war zunächst Zweiter, rutschte aber auf Rang vier, weil Charlotte Dujardin aus der Wertung fiel: Bei ihrem Pferd war Blut durch Sporeneinsatz festgestellt worden.

Zum siegreichen Team in Rotterdam gehörten außerdem Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera, Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime und Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo.

Dass die vielen Erfolge nicht selbstverständlich sind und plötzlich etwas dazwischen kommen kann, zeigte sich auch in Rotterdam. Dem deutschen Team unterliefen unerwartete Patzer. «Man sieht, wie schnell Fehler passieren, die sonst das ganze Jahr nicht passieren», sagte Rothenberger. «Wir hatten hier nicht die besten Ergebnisse, die wir schon bei anderen Turnieren hatten.»

Das galt besonders für Rothenberger selber, der bei dem Ritt mit Cosmo ungewohnte Probleme hatte. «Leider war ich in der Galopp-Tour nicht so konzentriert», gab der 24-Jährige zu. Viele Prozentpunkte kostete vor allem «der große Patzer in der Rechts-Pirouette», sagte der Reiter.

Das ist im Vergleich zu den anderen Teams «Jammern auf hohem Niveau», wie Schneider die Fehler in ihrem Grand Prix am Montag bezeichnete. Die 50-Jährige aus Framersheim zeigte mit Showtime nach Werth und Bella Rose das zweitbeste Ergebnis des deutschen Teams.

Angesichts des Mannschafts-Golds konnte auch Jessica von Bredow-Werndl am Dienstag wieder lachen. Die 33-Jährige aus Tuntenhausen hatte am Vortag bitterlich geweint, weil ihre Stute Dalera während der Prüfung äpfelte und so ein besseres Ergebnis verhinderte.

Trotzdem erreichte von Bredow-Werndl wie ihre Teamkollegen locker die Qualifikation für den Grand Prix Spezial, in dem am Donnerstag die ersten Einzelmedaillen vergeben werden. Titelverteidigerin ist Werth, die sich vor zwei Jahren in Göteborg knapp vor Rothenberger durchgesetzt hatte.

«Ich bin zuversichtlich, dass wir da noch Raum zur Verbesserung haben», sagte Rothenberger zum Einzel: «Ich muss einfach konzentrierter an die Sache rangehen.»

Seit dem peinlichen Auftritt bei der Heim-EM vor vier Jahren ist das deutsche Team bei internationalen Großereignisse ungeschlagen. In Aachen trat die führende Dressur-Nation 2015 mit dem nicht mehr fitten Wunderpferd Totilas an und erhielt nur Bronze. Anschließend gab es allerdings bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, bei der EM 2017 und der WM 2018 jeweils Gold.

Fotocredits: Rolf Vennenbernd,Rolf Vennenbernd
(dpa)

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