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Riesenslalom: Hinter Neureuther und Rebensburg klafft Lücke

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Adelboden/Maribor – Trotz lädierten Oberschenkels und der Enttäuschung über Rang acht stand Felix Neureuther auf der Tribüne am Fuße des Chuenisbärgli, machte Fotos, ließ sich umarmen und von den begeisterten Fans feiern.

«Ich muss heute zufrieden sein, so wie es gelaufen ist. Zurück, erholen, vorbereiten. Morgen: next chance», sagte er vor der Rückkehr ins Hotel und dem Weltcup-Slalom am Sonntag. «Ich habe leider im ersten Durchgang mit vielen, vielen Fehlern sicher ein absolutes Spitzenresultat aus der Hand gegeben», erklärte er. «Das ist schon ärgerlich.»

Auf die Rekordfahrer Alexis Pinturault aus Frankreich und Marcel Hirscher aus Österreich fehlten dem Skirennfahrer beim Riesenslalom am Samstag zwar mehr als zwei Sekunden. Doch Hirschers Teamkollege Philipp Schörghofer war auf Rang drei nur 0,24 Sekunden entfernt.

Weil Stefan Luitz mit hervorragender Zwischenzeit im Zielhang erneut ausschied und alle anderen deutschen Skirennfahrer zu langsam waren, qualifizierte sich Neureuther als einziger Vertreter des Deutschen Skiverbands für das Finale – so wie Viktoria Rebensburg kurz zuvor im 620 Kilometer Luftlinie entfernten Maribor. Sie verbuchte einen Monat vor der Alpin-WM in St. Moritz Platz fünf. «Ich habe einen ganz guten Schritt nach vorne gemacht. Aber schöner ist es auf dem Stockerl, und das ist ganz klar mein Ziel», sagte die Olympiasiegerin von 2010.

Weder mit der Ausbeute in Slowenien noch mit der in der Schweiz war DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier deswegen zufrieden. «Mein Unvollendeter macht uns halt einfach Sorgen», sagte Maier zum erneuten Ausfall von Luitz. Der 24-Jährige zählt mit seinen Fähigkeiten zu den Besten der Welt, bringt sich aber viel zu oft mit Patzern um absolute Spitzenergebnisse. «Wir wären sicher mit Felix und mit Stefan schon in der Lage, uns ans Podium hinzubewegen. Ich spreche nicht von eins oder zwei, aber um eine Medaille kann man immer mitfahren. Aber da muss im Moment alles zusammenpassen.»

Bei den Frauen dagegen fehlt die Rückendeckung für die einzige Medaillenkandidatin komplett. «Die einzige, die im Moment Weltspitzenniveau fährt, ist die Vicky», analysierte Maier. «Da sind wir keinen Schritt vorwärts gekommen, weil wir keinen nachschieben, nicht mal unter die 30. Das ist schon bitter für uns.» In fünf der sechs bislang absolvierten Riesenslaloms war Rebensburg die einzige Deutsche im Finale.

Aber auch sie muss noch feilen. In Maribor konnte sie die Spitze um Siegerin Tessa Worley aus Frankreich nicht attackieren. «Da haben Kleinigkeiten gefehlt, die im Endeffekt einen großen Unterschied machen», erklärte sie. «Technisch und von der Materialabstimmung her» sei sie noch nicht optimal aufgestellt.

Nach einer schweren Knieverletzung in der Saisonvorbereitung will die Oberbayerin pünktlich zu den Klassiker-Rennen im Januar und der WM wieder topfit werden. «Ich bin wieder da, wo ich sein möchte», sagte sie zu ihrem körperlichen Zustand. «Ich habe keine Schmerzen.»

Das gilt grundsätzlich auch für Neureuther, der seinen Rücken weiterhin gut im Griff hat – über Nacht aber seinen lädierten Oberschenkel pflegen muss. Eine Torstange sorgte früh im ersten Durchgang für einen massiven Bluterguss, erzählte er. «Das wird morgen noch mehr weh tun, und ich werde mit Schmerztablette fahren», kündigte er an. Vielleicht kann er sich nach dem Rennen wieder feiern lassen – dann aber nicht nur für seine Beliebtheit.

Fotocredits: Shinichiro Tanaka,Jean-Christophe Bott,Alessandro Trovati,Marco Trovati,Marco Trovati,Marco Trovati
(dpa)

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