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Schach: Anand und Kramnik kämpfen um die Weltmeisterschaft

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Am 14. Oktober beginnt in Bonn die Schach-WM, Viswanathan Anand aus Indien und Wladimir Kramnik aus Russland kämpfen um den Titel im königlichen Spiel. Im Spiegel lässt sich Weltmeister Anand interessante Äußerungen entlocken: „Schach ist Schauspielerei.“ Ob der Norweger Magnus Carlsen zu seinen Sekundanten zählt, ließ Anand offen: „Ein Gerücht, ich habe auch davon gehört. Vielleicht ist ja etwas Wahres dran. Vielleicht auch nicht“, sagte Anand und blieb geheimnisvoll: „Lassen wir Kramnik im Ungewissen, soll er sich ruhig damit beschäftigen, das gehört zum Psycho-Spiel vor so einem Turnier.“

Bis zu zehn Stunden am Tag beschäftigt sich Anand im Vorfeld der WM mit seinem Kontrahenten Kramnik: „Wir spielen seit 1993 bei denselben Turnieren. Aber es ist ein Unterschied, ob man jemanden kennt oder ob man ihn versteht.“ Das indische Superhirn kennt fast alle Partien von Kramnik, aber „ich darf nicht glauben, dass ich ihn deswegen auch durchschaut habe. Ich erwarte geradezu, von ihm überrascht zu werden.“

Das Turnier in Bonn ist etwas ganz Besonderes, nämlich ein Duell, jeden Tag der gleiche Gegner: „Man muss bei einer Weltmeisterschaft aufpassen, dass man nicht in Panik gerät. Es beschäftigt einen bereits, wenn man den Gegner beim Frühstück sieht. Wirkt er locker? Angespannt? Man ist auf seltsame Art wie besessen.“

Für den 38-jährigen Großmeister, der in der Schachbundesliga für den OSC Baden-Baden antritt, gehört Bluffen zum Spiel: „Schach ist Schauspielerei. Wenn der Gegner deine Unsicherheit spürt, deinen Ärger, deine Trauer, dann machst du ihm Mut. Er wird deine Schwäche ausnutzen. Selbstbewusstsein ist sehr wichtig, auch das Vorspielen von Selbstbewusstsein.“

Anand relativierte schließlich das Bild des verrückten Genies: „Man braucht ein Leben abseits des Schachs, dann besteht keine Gefahr. Man muss sich andere Interessen bewahren. Wirklich krank wurden nicht so viele. Nur werden diese Fälle gleich einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Bestimmt gibt es ebenso viele verrückte Ärzte oder Busfahrer.“

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