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Schach-WM: Anand gegen Kramnik – Duell der Superhirne

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An heute wird in der Bonner Kunsthalle Spielkunst zelebriert: Viswanathan Anand (Foto) aus Indien und der Russe Wladimir Kramnik kämpfen um die Krone im Schach. „Diese Veranstaltung wird gentlemanlike ablaufen. Der Kampf wird am Brett entschieden und nicht durch irgendwelche Psycho-Mätzchen“, sagte Kramnik, der in der ersten WM-Partie die weißen Steine führt.

Anand, der Titelverteidiger, und sein Herausforderer Kramnik, der bereits von 2000 bis 2007 Champion war, respektieren sich, was bei Titelkämpfen beileibe nicht immer so war. Mit Parapsychologen unter den Zuschauern ist folglich bei der WM in Bonn ebenso wenig zu rechnen wie mit Fußtritten oder geheimen Botschaften im Joghurt.

Kramnik hofft auf das Ende einer wahrhaftig schwarzen Serie: Zwar gewann er sechs von den 51 bisherigen Turnierpartien gegen Anand (41 Remis, vier Niederlagen), jedoch alle mit den weißen Figuren. „Irgendwann muss auch diese Serie reißen. Vielleicht schon bei dieser WM“, sagte der 33-Jährige. Mit Schwarz zu gewinnen sei „in der absoluten Weltspitze sehr schwierig“. Zu seinem Team gehört der Ungar Peter Leko, gegen den Kramnik 2004 den Titel nur knapp verteidigen konnte (7:7).

Der 38 Jahre alte Anand, der in Indien ein Volksheld ist, hat im WM-Vorfeld mit dem erst 17 Jahre alten Magnus Carlsen trainiert. Jüngst verriet er: „Schach ist Schauspielerei. Wenn der Gegner deine Unsicherheit spürt, deine Trauer, dann machst du ihm Mut.“

Vor der Weltmeisterschaft experimentierten die Kontrahenten viel, um keinerlei Hinweise auf neue Eröffnungszüge in bestimmten Varianten zu geben. Das kostete beide zwar einige Weltranglistenplätze, was jedoch ein wohl kalkuliertes Opfer im Kampf um die Schachkrone ist.

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