Ratgeber

Schiedsrichter Merk stellt Konzept für Videobeweis vor

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Der international geachtete Referee Dr. Markus Merk, der sich für die Einführung des Videobeweises stark macht, stellt ein 30-seitiges Konzept vor. Unter anderem plädiert der Schiedsrichter für ein Vetorecht für Trainer und Referees, wobei je zweimal pro Spiel eine umstrittene Spielszene überprüft werden darf.

Bei dem Vetorecht, wonach beide Seiten in die Partie eingreifen dürfen, soll laut Merk ein dreiköpfiges neutrales Gremium die Entscheidung über die jeweilige Szene treffen. „Es kann nicht derjenige sein, der die Entscheidung unten auf dem Feld trifft, da würde man dem Schiedsrichter wieder den schwarzen Peter zuschieben“, erklärte der Referee in einem Interview mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Bis die Entscheidung durch das neutrale Trio gefallen sei, dürfe keine Minute vergehen. Nach dem promovierten Zahnmediziner müsse sie innerhalb von ein paar Sekunden gefällt werden.

Nach der Fehlentscheidung vergangenen Samstag, wo Merk in der Fußball-Bundesliga-Partie SV Werder Bremen gegen Borussia Dortmund ein Abseitstor der Bremer anerkannte und seinen Fehler schon nach der ersten Halbzeit einsah, forcierte der Referee die Debatte um den Videobeweis auch um den Schiedsrichter als Mensch zu schützen. Laut dem Kaiserslauterer müsse schon das menschliche Gesicht des Fußballs erhalten bleiben. „Trotzdem sollten wir Spiele nicht mehr ohne Hilfsmittel verantworten müssen, weil es um große wirtschaftliche Umfänge geht“, sagte er dazu weiter.

Der Weltfußballverband (FIFA) blockt die Reformgedanken Merk’s ab. Laut dem zuständigen Vize-Präsidenten Rainer Koch des Deutschen Fußballbundes (DFB) ist diese Diskussion theoretischer Natur und für den DFB kein Thema. „Schließlich ist der DFB den Vorgaben des Weltverbandes FIFA verpflichtet. Diese sehen keine Beweisführung durch TV-Aufnahmen vor“, argumentierte der Vizepräsident. Jegliche Vorschläge zur Einführung des Videobeweises wurden bislang von der FIFA kategorisch abgelehnt.

Dass es für einige Vereine aber dabei um große Summen geht und Existenzen durch Fehlentscheidungen auf dem Spiel stehen, interessiert die erzkonservativen Silberlocken der FIFA in der Schweiz nicht. Vielmehr sitzen sie auf ihrem Züricher Thron und lassen kluge Reformideen einfach von sich abprallen.

Live-Radio-Kommentar von der Fehlentscheidung Merk’s in der Bundesliga-Partie SV Werder Bremen vs. Borussia Dortmund:

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