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Schulz holt Triathlon-Gold – Silber für Schützin

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Rio de Janeiro – Goldene Premiere unter dem Zuckerhut: Der Leipziger Martin Schulz ist erster Paralympics-Sieger im Triathlon.

Vor der traumhaften Kulisse der Copacabana gewann der dreimalige Weltmeister am Samstag die zweite Goldmedaille für die deutsche Mannschaft bei den Weltspielen der Behindertensportler in Rio de Janeiro. «Das ist einfach unglaublich. Ich kann es noch gar nicht glauben», sagte der 26-Jährige unter Tränen. In 1:02,37 Stunden verwies der 26-Jährige, dem der linke Unterarm fehlt, den Kanadier Stefan Daniel und Jairo Ruiz Lopez aus Spanien auf die Ränge zwei und drei.

Damit bescherte Schulz der deutschen Mannschaft einen glänzenden Start in den dritten Wettkampftag. Am Nachmittag gewann die Schützin Natascha Hiltrop auch noch Silber mit dem Luftgewehr. In der Nacht zu Samstag hatten bereits Schwimmerin Denise Grahl mit Europarekord Silber gewonnen, die Leichtathleten Felix Streng über 100 Meter, Katrin Müller-Rottgardt über 100 Meter und Frances Herrmann holten im Speerwerfen jeweils Bronze. Das Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) belegte nach 97 von 528 Entscheidungen mit zweimal Gold und fünfmal Silber und viermal Bronze Rang elf in der Nationenwertung. Rang eins behauptete China (20/17/13) vor Großbritannien (13/6/10) und der Ukraine (8/7/13).

Martin Schulz absolvierte an der Copacabana wohl das Rennen seines Lebens. Nach eher durchschnittlichem Schwimmen über 750 Meter übernahm er nach dem 20,92 Kilometer langen Radfahren die Führung. «Ich glaube, das war das beste Radfahren, das ich je in meiner Triathlon-Karriere gezeigt habe», sagte er. Zum Auftakt des 5-Kilometer-Laufs baute Schulz seinen Vorsprung auf rund eineinhalb Minuten aus – doch dann kam der Einbruch.

Gepeinigt von heftigem Seitenstechen verlor der Leipziger immer mehr seines komfortablen Vorteils. «Ich habe keine Luft mehr bekommen», erzählte er. «Ich dachte: du kannst doch jetzt nicht einen Kilometer vor Schluss das Ganze noch aus der Hand geben, wenn es so perfekt lief am Anfang.» Also quälte er sich durch. «Ich habe nochmal ein bisschen so etwa wie die zweite Luft bekommen», sagte Schulz und wurde für seinen Kampf belohnt. Er rettete 28 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Am Montag steigt dann der große Star des deutschen Teams in die Wettkämpfe ein und will seine erste Goldmedaille in Rio gewinnen. Dann gehen Markus Rehm und die deutsche Sprint-Staffel als großer Favorit in das Rennen über 4 x 100 Meter. Ein zusätzlicher Motivationsschub für dieses eingeschworene Team war, dass Rehms Staffelkollege Streng in der Nacht zu Samstag die Bronzemedaille in seiner 100-Meter-Klasse gewann und danach vor Freude eine Ehrenrunde durch das Olympiastadion drehte.

«Ich bin super glücklich», sagte der 21-Jährige. «Jetzt haben wir in der Staffel Großes vor. Wir haben letztes Jahr den Weltmeister-Titel gewonnen und dieses Jahr den Europameister-Titel. Einer fehlt jetzt noch. Wir sind alle heiß.» Rehm bestätigte das am Samstagvormittag bei einer Pressekonferenz im Deutschen Haus. «Wir sind alle bereit und gewappnet für den Montag. Wir wollen Gas geben», meinte er. «Wir sind Weltmeister, Europameister und die Nummer eins der Weltrangliste. Aber die Vorfreude ist deutlich größer als der Druck.»

Fotocredits: Kay Nietfeld,Kay Nietfeld,Jens Büttner,Jens Büttner,Jens Büttner
(dpa)

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