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Schwitzen beim Sport: Die 5 größten Mythen

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Beim Sport zu schwitzen empfinden viele Menschen als unangenehmen Nebeneffekt. Das salzige Sekret hat seinen schlechten Ruf schon lange weg. Die 5 größten Mythen gibt es hier auf einen Blick.

Das T-Shirt klebt am Körper und die Haare sind schweißverklebt, käme jetzt der Mann der Träume, würde man fluchtartig das Weite suchen. Denn nur unsportliche Menschen kommen so früh ins Schwitzen oder etwa nicht?

Mythos 1: Untrainierte Menschen schwitzen schneller.

Die erste Runde Joggen im Park und schon wird’s feucht im Dekolleté. Ganz klarer Fall von Unsportlichkeit werden da viele sagen. Doch frühe Schweißbildung ist bei Sportlern ein Zeichen guter körperlicher Fitness. Denn mit der Zeit gewöhnt sich der Organismus an die regelmäßige Anstrengung und damit verbundenen Erhitzung. Die Bildung des Sekrets kommt schon bei den Aufwärmübungen in Gang und kann den Körper dadurch schneller runterkühlen.

Mythos 2: Schweiß, der beim Sport entsteht, stinkt.

Schweiß ist ein Sekret, das zu 99 Prozent aus Wasser und zu einem Prozent aus Salzen und Aminosäuren besteht. Das Sekret stinkt nicht, wenn es von den Drüsen über die Haut abgesondert wird. Erst Bakterien, die sich beispielsweise unter der Achsel ansiedeln, verursachen den strengen Geruch, indem sie die Aminosäuren zersetzen. Effektive Deos und Antitranpirante bekämpfen diese Bakterien gezielt. Darum sollten Sie nicht nur in der Sporttasche, sondern auch im Alltag ein Präparat zur Hand haben. Hilfreich ist es auch, sich die Achseln zu rasieren, da dort die Bakterien bevorzugt leben.

Mythos 3: Ammoniakgeruch ist ein Zeichen mangelhafter Körperhygiene.

Der brennende Geruch von Ammoniak steigt einem üblicherweise beim Ausmisten in die Nase. Doch auch beim Sport kann die unangenehme Substanz entstehen und wird dort gleich mit schlechter Körperhygiene gleichgesetzt. Ein Trugschluss, denn der Geruch ist ein Warnsignal des Körpers. Neigt sich sein Kohlenhydratspeicher dem Ende zu, setzt der Körper Aminosäuren anstelle von Kohlenhydraten und Fetten um. Dabei entsteht Stickstoff, der erst zu Ammoniak und schließlich zu Harnstoff umgesetzt wird. Darum sollten Sportler vor und nach dem Training ihren Speicher, zum Beispiel mit Nudeln, wieder auffüllen.

Mythos 4: Ein Mensch sondert nur eine Art von Schweiß ab.

Wenn der Schweiß läuft, ist alles eine Soße. Tatsächlich aber sondern apokrine und ekkrine Drüsen unterschiedliche Sekrete ab. Der dünnflüssige Schweiß zum einen, reguliert die Körpertemperatur und erhält den Säureschutzmantel der Haut aufrecht. Die apokrinen Drüsen dagegen sondern eine zähe, fetthaltige Substanz ab, die unter anderem Sexualhormone enthält. Genau diese Substanz wird von den Bakterien umgesetzt und sorgt dann für den unangenehmen Geruch. Da die Drüsen erst mit der Pubertät aktiv werden, riecht der Schweiß von Kindern vor der Geschlechtsreife nicht.

Mythos 5: Es gibt Menschen, die beim Sport nicht schwitzen.

Auch wenn sich bei gewissen Sportlern keine Schweißperle zeigen mag, gibt es keinen Menschen, der nicht schwitzt. Der Körper ist sogar darauf angewiesen, denn ohne das salzige Sekret würde der Organismus an heißen Sommertagen oder bei körperlicher Anstrengung überhitzen. Auch die Haut benötigt ihren Säureschutzmantel, der sie vor schädlichen Eindringlingen schützt. Das saure Milieu ist die erste Barriere der Immunabwehr. Versuchen Sie darum, Schweiß als eine natürliche Reaktion des Körpers zu sehen, die solange sie keine krankhaften Züge annimmt, völlig normal ist und zur Gesundheit beiträgt.

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