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Skispringen: Martin Schmitt zählt zu den Favoriten bei der Vierschanzentournee

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Sein letzter Erfolg im Weltcup liegt sechs Jahre zurück, doch beim Springen in Pragelato bewies Martin Schmitt jüngst steil ansteigende Form, als er Platz vier belegte. Der Mann mit dem lilafarbenen Helm ist wieder da, der vierfache Weltmeister, der das Skispringen in Deutschland so populär machte. Am 28. Dezember startet in Oberstdorf die 57. Vierschanzentournee, und der 30-Jährige zählt nach vielen Rückschlägen wieder zum erweiterten Favoritenkreis.

Martin Schmitt war der beste deutsche Skispringer, Teenager bejubelten den Adler, wie sie sonst nur bei Boygroups ausflippten. Er feierte 28 Weltcupsiege, gewann zweimal den Gesamtweltcup (98/99, 99/2000) und wurde 1999 zum Sportler des Jahres gewählt. Bei nordischen Ski-Weltmeisterschaften gewann Schmitt acht Medaillen, bei Olympischen Spielen holte er Gold und Silber im Teamspringen.

Doch plötzlich riss die Erfolgsserie, Knieverletzungen warfen den Schwarzwälder zurück, geänderte Vorschriften für Sprunganzug und Ski passten nicht zu seinem Sprungsystem, Schmitt sprang hinterher. Das Sport- und BWL-Studium hatte er längst aufgegeben, Schmitt war Profi geworden, hatte gut dotierte Verträge mit Sponsoren abgeschlossen. Ein Musterprofi, der kämpfte, der tüftelte, der auch nach schlechten Sprüngen vor die Kameras trat: „Ich musste mich ermahnen, geduldig zu bleiben, dachte aber nie an Rücktritt.“

Bundestrainer Werner Schuster hatte in der Vorbereitung auf die neue Saison eine falsche Bewegung in Schmitts System entdeckt: „Martin hat kurz vor dem Schanzentisch den Schwerpunkt zu weit nach hinten gelegt.“ Mit Videoanalysen und zusätzlichen Trainingsschichten auf Schmitts Lieblingsschanze in Lillehammer haben die beiden den Fehler ausgemerzt. Nun blickt Schmitt optimistisch nach vorn: „Manchmal, in einzelnen Sprüngen, bin ich schon wieder Weltspitze. Jetzt muss ich noch an der Konstanz arbeiten.“

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