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Alter und neuer Box-Weltmeister im Mittelgewicht heißt Felix Sturm. Der Leverkusener verteidigte gestern Abend seinen Titel nach Version der World Boxing Association (WBA) vor 4500 Zuschauern in Düsseldorf souverän gegen den Australier Jamie Pittman mit einem technischen K.o.-Sieg in der siebten Runde. Nun will der 29-Jährige am liebsten einen Kampf gegen IBF-Weltmeister Arthur Abraham.
Sturm kann nun seinen 29. Sieg im 32. Profikampf feiern. Sein Gegner Pittman verlor nach 16 Siegen zum ersten Mal.
Trotzdem war es für den Schützling von Trainer Michael Timm ein hartes Stück Arbeit. Sein Gegner aus Australien wurde umso mutiger, desto härter er getroffen wurde. Der Boxer von „Down Under“ zeigte ein großes Kämpferherz. Trotz eines Niederschlages durch einen Leberhaken in der fünften Runde, einem tiefem Cut am linken Auge und einem weiteren Niederschlag in der sechsten Runde machte er immer wieder weiter. Áber in der siebten Runde streckte der intelligent boxende Sturm seinen Gegner dann zum dritten Mal nieder, so dass dem Ringrichter keine andere Wahl blieb, den Kampf abzubrechen.
Sturm war im Vergleich zum Unentschieden bei seinem letzten WM-Kampf gegen den US-Amerikaner Randy Griffin sichtlich besser vorbereitet. Er hielt sich an seine Taktik und arbeitete sehr gut mit seiner Deckung, in die Pittman wild einprügelte. Der Deutsche boxte effizienter und klüger. Immer wenn ein Schlag von Sturm ausging, hinterließ er Wirkung beim Gegner. Den K.o.-Schlag vollführte Sturm wie aus dem Lehrbuch mit einer Kombination Aufwärtshaken-Körpertreffer-Kopftreffer.
Nun ist Sturm heiß auf einen Fight gegen Arthur Abraham, der letzten Samstag seinen Titel souverän verteidigte. Der Gipfel der beiden deutschen Mittelgewichts-Weltmeister muss aber noch warten. Erst trifft WBA-Champion Sturm am 5. Juli auf den Spanier Javier Castillejo oder Europameister Sebastian Sylvester aus Greifswald, die am kommenden Samstag gegeneinander antreten. Dann steht das Rematch gegen Randy Griffin (USA) auf dem Programm, gegen den der gebürtige Bosnier im Oktober 2007 unentschieden geboxt hat.
IBF-Weltmeister Arthur Abraham behält die Boxkrone im Mittelgewicht. Der Box-Profi schickte seinen Gegner, den Amerikaner Elvin Ayala in der letzten Runde mit einem Aufwärtshacken auf die Bretter. Für Abraham ist es der 26. Sieg in seiner Profikarriere.
Der gebürtige Armenier musste bei seiner Titelverteidigung jedoch mehr arbeiten, als er erwartet hatte. Abraham war im Ring zwar deutlich überlegen und landete die besseren Treffer. Der K.o.-Schlag gelang dem Normalausleger aber erst 28 Sekunden vor dem letzten Gong. “So ein K.o. kommt von allein. Den kannst du nicht erzwingen. Wichtig ist, dass ich meinen Gegner erstmal auspunkte”, erklärte der Berliner seinen Kampfstil.
Selbstbewusst prahlte der alte und neue IBF-Champion im Mittelgewicht: “Oscar de la Hoya, Kelly Pavlik oder Jermain Taylor - ich boxe jeden.” Mit seinem 26. Profisieg ist Abraham endgültig zum Objekt der Box-Begierde in den Vereinigten Staaten geworden.
Sein kritischer Trainer Ulli Wegner sagte nach der siebten erfolgreichen Titelverteidigung seines momentan erfolgreichsten Faustkämpfers: “Arthur hat das taktisch sehr gut gemacht. Wir wussten, dass Ayala besser ist, als das viele im Vorfeld erwartet hatten.“
Abraham sah nach dem intensiven Duell gegen seinen stürmischen anrennenden Gegner mit geschwollenem Gesicht und aufgeplatzten Lippen ziemlich lädiert aus. Aber angesichts der sich nun anbahnenden Boxofferten jenseits des Atlantiks dürfte er über diese Blessuren hinwegsehen können.
Laut seines Managers Wilfried Sauerland soll der K.o.-König im Juni erstmals in den USA boxen. Der Gegner steht praktisch fest, wurde aber noch nicht preisgegeben. Wegner verriet aber schon einmal: “Das wird eine Überraschung.“ Und der Manager sagte abschließend: “In den nächsten drei, vier Tagen werden wir die Sache unter Dach und Fach haben.“ Heißester Kandidat dürfte die lebende Box-Legende Oscar de la Hoya sein.
Um 3.30 Uhr MEZ geht es in der Nacht zum Sonntag um den Titel „König aller Klassen“. Bei der Titelvereinigung im Schwergewicht trifft der Ukrainer Waldimir Klitschko auf Sultan Ibragimov im legendären Madison Square Garden in New York.
Der 31jährige ukrainische Weltmeister ist von seinen Fähigkeiten überzeugt: „Ich bin siegessicher und habe keine Zeit und auch keine Kämpfe zu verlieren.“ 107 Kiloprogramm brachte Klitschko beim offiziellen Wiegen auf die Waage und war damit 8,6 Kilogramm schwerer als sein russischer Konkurrent, der in der Branche vor allem als Spitzbube bekannt ist. Für Klitschko wäre es der 50. Sieg in seiner Profilaufbahn, lediglich gegen Ross Puritty, Corrie Sanders und Lamon Brewster musste er Niederlagen einstecken, die aber längst verwunden hat. Dass aber auch Ängste mit jedem Kampf verbunden sind, beweist der IBF-Champion mit folgender Aussage: „Ich liebe das Boxen. Es gab Zeiten, da hatte ich regelrecht Angst, in den Ring zu steigen. Ich liebe es, zu gewinnen. Ich arbeite jeden Tag daran, perfekt zu werden”
Der Kampf der beiden Schwergewichtsgiganten dürfte auch zahlreiche Prominenz in den Madison Square Garden locken, so haben sich Schauspieler Bruce Willis und Sänger Eric Clapton für den Kampf angekündigt. [...mehr]
Am Freitag, dem 30. November, wird wieder ein Kapitel der deutschen Sportgeschichte zu Ende gehen. Nach zwölf Jahren als Weltmeisterin beendet Regina Halmich in ihrer Heimatstadt Karlsruhe ihre Karriere im Boxen.
Ihre beeindruckende Kampfstatistik von 55 Kämpfen, 53 Siege – davon 16 durch K.O,
ein Unentschieden und einer Niederlage soll am Freitag noch um einen weiteren Sieg ausgebaut werden. Begonnen hatte alles im Jahr 1994, als Regina Halmich gegen die Niederländerin Finie Klee Profi-Europameisterin im Super-Fliegengewicht wurde. Nur wenige Wochen später erlitt die Karlsruherin gegen Yvonne Trivino ihre einzige Niederlage, die sie heute als lehrreiche Lektion betrachtet. 1995 konnte sie dann den Titel im Fliegengewicht der Women International Boxing Federation (WIBF) den Titel erringen und in den kommenden zwölf Jahren immer wieder erfolgreich verteidigen.
Regina Halmich gilt in Deutschland als die Figur des Frauenboxens. Ihre Kämpfe und ihr sympathisches Auftreten haben die „Boxfrau“ in Deutschland populär gemacht. Inzwischen schalten sechs bis sieben Millionen Menschen ihre Fernsehgeräte, wenn Halmich ihren WM-Gürtel verteidigt. Legendär werden ihre Kämpfe gegen TV-Moderator Stefan Raab bleiben, den sie zwei Mal besiegen konnten.
Im Jahr 2001 verfolgten 7,34 Millionen Zuschauer den Kampf gegen den Entertainer, dass entspricht einem Marktanteil von 73,5 Prozent – einmalig in der Geschichte des Fernsehsenders PRO7. Bei diesem Duell brach sich Raab seine Nase, weshalb der Ehrgeizling die Niederlage lange Zeit nicht verwinden konnte. Die Neuauflage im Jahr 2007 konnte Halmich vor 19.500 Zuschauern in der Kölnarena nach Punkten für sich entscheiden, auch wenn Raab wesentlich fitter und trainierter wirkte als im ersten Kampf auftrat.
Nun wird Halmich am kommenden Freitag ihren hoffentlich letzten Kampf (nur bei einem Sieg) bestreiten und eine große Lücke im Frauenboxen zurücklassen. Es bleibt fraglich, ob jemals eine würdige Nachfolgerin mit so viel Sympathiewerten gefunden werden kann. [...mehr]
Was 1996 und 2000 noch die Massen elektrisierte, dürfte im Jahr 2008 eher den Charme eines Kirmes-Kampfes haben: Graciano „Rocky“ Rocchigiani (43) gegen Dariusz „Tiger“ Michalczewski (39). Beide sollen vermutlich am 24. Mai des kommenden Jahres in der TUI-Arena von Hannover aufeinander treffen.
Somit wird das „Hass-Duell“ der beiden Boxer eine Fortsetzung finden, denn Rocky konnte die Niederlage im ersten Kampf 1996 nie wirklich überwinden. Dort hatte Rocky nach Punkten schon deutlich geführt, hatte aber Michalczewski nach dem Trennzeichen des Ringrichters noch einmal getroffen, worauf dieser kampfunfähig zu Boden taumelte. Das Urteil lautete zunächst „Unentschieden“, wurde dann aber nachträglich am grünen Tisch in einen Sieg für den Tiger umgewandelt. Grund hierfür war die grobe Unsportlichkeit von Rocchigiani.
Im zweiten Kampf im Jahr 2000 war der Ausgang wesentlich klarer. Rocchigiani war nach zweijähriger Wettkampfpause seinem Gegner deutlich unterlegen und musste in der neunten Runde das Handtuch werfen.
Jetzt steht der Neuauflage des Duells nur noch ein Hindernis im Weg – der Besuch beim zuständigen Arzt. Sollte dieser für beide Box-Opas grünes Licht geben, können sich Fans auf eine Neuauflage des altes Kampfes freuen. Hoffentlich bleibt ihnen eine Blamage a la Axel Schulz erspart, denn einen wirklichen Sieger auf hohem Niveau wird es bei diesem Duell wohl kaum geben. Vielleicht hätte man beiden auch einfach nur den Gang ins Kino verbieten sollen, wo ein alternder Boxstar (Rocky Balboa) mit knapp 50 Jahren in alter Stärke zurückkehrt.
2008 könnte für die Anhänger des Boxsports insgesamt ein spannendes und interessantes Jahr werden, denn im Februar trifft Wladimir Klitschko auf den bisher ungeschlagenen WBO-Champion Sultan Ibragimow und Felix Sturm im Juli auf seinen Dauerrivalen Javier Castillejo.
Am kommenden Samstag, den 20. Oktober 2007, möchte der deutsche Mittelgewichtsweltmeister nach Version der WBA Felix Sturm seinen Titel gegen den US-Amerikaner Randy Griffin erfolgreich verteidigen. In Halle-Westfalen erwarten die Fans ein boxerisches Spektakel zwischen dem Titelverteidiger und der amtierenden Nummer 1 der WBA Weltrangliste. Der Linksausleger Felix Sturm möchte dem Publikum beweisen, dass er weiter an Klasse gewonnen hat und auch bei dieser Pflichtverteidigung seines Titels vor Selbstvertrauen strotzt.
Trotz der 28 Siege (30 Kämpfe, 12 Siege durch K.O.) in seiner Profikarriere musste Felix Sturm bereits zwei bittere Niederlagen in Kauf nehmen. Am 5. Juni 2004 unterlag er in Las Vegas dem US-Amerikaner Oscar de la Hoya umstritten nach Punkten. Viele Zuschauer und Experten hatten Sturm damals als den eigentlichen Sieger gesehen – das Urteil wurde jedoch nicht revidiert. Am Beginn des Jahres 2006 eroberte er erneut den Weltmeistertitel gegen Maselino Masoe aus Samoa. Aber schon bei seiner ersten Titelverteidigung im Juli 2006 schlug ihn der bereits 38jährige spanische Herausforderer Javier Castillejo durch technischen KO. An dieser Niederlage hat der Boxer lange Zeit zu knabbern, aber im Rückkampf im April 2007 gelang ihm eine eindrucksvolle Rückkehr. Er gewann klar nach Punkten seinen dritten Weltmeistertitel.
Der Kampf gegen Griffin ist seine zweite Titelverteidigung, nachdem er bereits im bereits im Juni 2007 gegen den Urugayer Noe Tulio Gonzalez Alcoba bestehen konnte. Wer keine Karte für diesen attraktiven Kampf erobern konnte, hat die Möglichkeit, ihn am Samstag live ab 22.00 Uhr im ZDF verfolgen. [...mehr]











