» Doping

Bei der Tour de France wurde heute ein zweiter Doping-Fall bekannt. Laut der französischen Anti-Doping-Agentur ist der spanische Rad-Profi Moises Duenas Nevado vom Team Barloworld während der diesjährigen Schleife positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden. Bereits nach der ersten Etappe wurde sein Landsmann Manuel Beltran des Dopings ebenfalls mit EPO überführt.

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Jan Ullrich, Sieger der Tour der France 1997, gab der Sport-Bild ein interessantes Interview. Mit der ihm eigenen Mischung aus Selbstgerechtigkeit, Verblendung und Leugnen fand er ein höchst sonderbares Bild seines Sports: “Die Grenzen im Radsport sind wie in der Kinderkrippe. Jedes Kind nimmt wahrscheinlich mehr Medikamente, als wir dürfen. Ich habe mir nie medizinisch vollgestopft einen unfairen Vorteil gegenüber anderen verschafft. Gott ist mein Zeuge. Das nehme ich auch mit ins Grab. Ich bin sehr stolz auf meine Karriere.”

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US-Sprinter Justin Gatlin, der unbedingt an den Olympischen Spielen teilnehmen will, musste erneut einen Rückschlag hinnehmen. Eine bereits erteilte einstweilige Verfügung wurde wieder zurückgezogen, die dem US-Amerikaner die Olympia-Qualifikation erlaubt hätten. Gatlin bleibt weiterhin bis zum 25. Juli 2010 gesperrt. Am 20. Juni erteilte Richter Collier eine derartige Verfügung. Somit hätte Gatlin ein zehntägiges Startrecht bei den Trails zugestanden und eine mögliche Qualifikation für Peking. Der Richter setzte sich mit dieser Verfügung über das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS vom 6. Juni 2008 hinweg, bei dem ein Start in Eugene nicht zugelassen wurde.

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Autor: Sonja Beckmann

GOLF Der deutschen Profi-Golfer Martin Kaymer hat bei den US-Open in San Diego den Cut geschafft. Ihm gelang damit erstmals der Einzug in die letzten beiden Runden eines Major-Turniers. Für die erste Runde benötigte der 23-Jährige auf dem Par-71-Kurs des Torrey Pines Golf Clubs 75 Schläge, seinen zweiten Durchgang beendete er mit nur 70 Schlägen und verbesserte sich dadurch um 42 Plätze auf den 22. Rang. Führender des Turniers ist der Australier Stuart Appleby mit 139 Schlägen, gefolgt von Tiger Woods, Rocco Mediate und Robert Karlsson (alle 140 Schläge). Kleine Überraschung: Titelverteidiger Angel Cabera aus Argentinien scheiterte mit 155 Schlägen.

Tiger Woods liest das Grün © fishemu/FlickrStorm

DOPING Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke ist vom Schweriner Amtsgericht wegen Verleumdung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt worden. Grund: Die deftige Wortwahl “verurteilteiltes Mädchenschänderschwein” gegenüber dem früheren Leichtathletik-Trainer Thomas Springstein. Frankes Anwalt Michael Lehner kündigte an, in Berufung zu gehen. In der Sache freilich hat Franke recht, denn Springstein war 2006 wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz und der Weitergabe von Dopingmitteln an Minderjährige in einem besonders schweren Fall zu einer 16-monatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

TENNIS Philipp Kohlschreiber und Nicolas Kiefer haben beim Turnier in Halle das Halbfinale erreicht. “Kiwi” profitierte beim Stand von 4:0 von der Aufgabe seines Gegners Michael Llodra (Frankreich), der wegen einer Verletzung am linken Arm nach nur 19 Minuten passen musste, und trifft nun auf den Weltranglistenersten Roger Federer. Kohlschreiber gewann das Viertelfinale gegen den Schweden Robin Söderling 6:4, 7:6 (7:4) und spielt gegen den Amerikaner James Blake.    [...mehr]


Autor: Jörgen Heller

Insgesamt 300 Tests werden vor und während der EM durchgeführt.       ©flickr/fotofreund

Erstmals werden bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz 2008, wie auch schon bei der WM 2006, Blutdopingtests durchgeführt. Es sollen 300 Kontrollen, die auf den Missbrauch von EPO und Wachstumshormonen spezifiziert sind und auch Bluttransfusionen nachweisen können, realisiert werden.

Am Mittwoch veranstaltete der Europäische Fußball Verband (UEFA) in Wien einen Workshop, an dem Vertreter der 16 Endrunden-Teilnehmer teilnahmen. Die Präsidenten der jeweiligen Verbände unterzeichneten in der österreichischen Hauptstadt, wo das Finale ausgetragen wird, eine Antidoping-Charta für den Kampf gegen unerlaubte Mittel. Für den Deutschen Fußball Bund (DFB) unterschrieb Generalsekretär Wolfgang Niersbach die Antidoping-Vereinbahrung.

Liegt UEFA-Präsident Platini richtig, dass es im Fußball kein organisiertes Doping gibt?    ©flickr/utcathy83UEFA-Chef Michel Platini erläuterte dazu im Wiener Ernst-Happel-Stadion: “Wir wollten mit der Unterzeichnung der Charta eine echte Duftmarke setzen und der ganzen Welt zeigen, dass wir das Doping bekämpfen.” Laut Platini ist Doping im Fußball, verglichen mit anderen Sportarten, nicht so sehr verbreitet. “Ich glaube, ein organisiertes Doping gibt es im Fußball nicht”, sagte der ehemalige französische Weltklassespieler. Aber er fügte hinzu: “Man kann nicht ausschließen, dass der eine oder andere Spieler abgleitet oder abrutscht. Aber organisiert - das kann ich mir nicht vorstellen.”

Bereits vor dem am 8. Juni stattfindenden Auftaktspiel des DFB-Teams müssen unsere Spieler mit unangemeldeten Doping-Kontrollen rechnen. So könnten die Kontrolleure den deutschen Kickern im Trainingslager auf Mallorca vom 19. bis 30. Mai einen Besuch abstatten. Die Charta sieht vor, dass jedes Team vor dem Beginn der EM mindestens einmal getestet werden darf, wobei von jeweils zehn Spielern Blut und Urin untersucht werden soll.

Der Holländer Edgar Davids wurde 2001 des Dopings mit Nandrolon überführt         ©flickr/galeria_futboleraWährend der EM werden bei allen 31 Partien insgesamt 124 Tests durchgeführt. Gleich nach Spielende dürfen jeweils zwei Spieler pro Team zur Kontrolle. Die Proben, die sofort nach Lausanne geschickt werden, sollen der UEFA spätestens 48 Stunden nach deren Abgabe die Testergebnisse liefern.    [...mehr]


Die Tour de France findet ohne das Team Astana statt! © flickr / Pawel Wojciechowski

Das Team von Andreas Klöden und Tour-Gewinner Alberto Contator muss nach dem Giro auch auf die Tour de France 2008 verzichten. Der Tour-Veranstalter Amaury Sports Organisation (ASO) verzichtet auf das Team von Johann Bruyneel, der als Teammanager Lance Amstrong zu sieben Tour-Siegen verholfen hat.

Damit ist zum zweiten Mal nach 1952 der Toursieger von der Schleife ausgeschlossen, allerdings hatte dies bei Fausto Coppi einen anderen Grund. Der Italiener wurde nicht eingeladen, weil seine sportliche Überlegenheit einfach zu groß gewesen war. Der Ausschluss des Astana-Teams gelte für alle Rennen der ASO, somit auch für den Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix.

Das Astana-Team hatte bei der vergangenen Tour für einen erheblichen Imageschaden gesorgt. Als Begründung führte die ASO in einer Mitteilung an: „”Durch das Team haben die Tour und der Radsport in den Jahren 2006 und 2007 großen Schaden erlitten. Gerade im vergangenen Jahr hat es das Vertrauen der Organisatoren missbraucht”. Allein drei Fahrer des Astana-Teams wurden im vergangenen Jahr des Dopings überführt, Matthias Kessler wegen Dopings mit Testosteron sowie Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin wegen Blutdopings. Insbesondere der Fall Winokurow sorgte während der Großen Schleife für Aufsehen, denn der Kasache gewann vor seiner Überführung zwei Etappen.

Team Astana © flickr / jvanvDamit dürfte die Planung für Astana für die diesjährige Saison hinfällig gewesen sein. Wie man aber bei der ASO betonte, werde man das Team in diesem Jahr beobachten und im kommenden Jahr eine Einladung in Betracht ziehen. Für das Telekom-Nachfolgeteam High-Road hat beim Giro ähnliche Konsequenzen gegeben, jedoch wurden sie bisher nicht von der Tour de France 2008 ausgeschlossen.    [...mehr]


Autor: Sonja Beckmann

TENNIS Philipp Kohlschreiber gewann heute bei den Australian Open gegen Jewgeni Korolew. Der Russe gab beim Stand von 6:4, 6:2, 0:1 verletzt auf. Kohlschreiber trifft in der 3. Runde auf den Amerikaner Andy Roddick oder den Deutschen Michael Berrer. Mit einer unterirdischen Leistung verabschiedete sich Rainer Schüttler aus Melbourne. Er verlor gegen den Franzosen Gilles Simon mit 2:6, 2:6, 1:6.

FUSSBALL Der Oberligist KFC Uerdingen hat seinen Cheftrainerposten versteigert. Für 4110 Euro darf der Gewinner am Samstag die Mannschaft beim Testspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen aufstellen und taktisch einstellen. KFC-Coach Aleksandar Ristic freute sich über das Geld: “Noch wichtiger ist aber, dass wir die Aufmerksamkeit von potentiellen Sponsoren geweckt haben”, sagte er der dpa. Ob einer der üblichen Verdächtigen den Zuschlag erhielt, ist life4sports nicht bekannt.

DOPING Die schönste Definition des Begriffs Blutdoping fand Spiegel Online: Die betrügerische Methode, äußerst effektiv und im Zweifelsfall tödlich, ist wie Höhentraining ohne Höhe - und ohne Training.

FUSSBALL Timo Hildebrand hielt ziemlich klasse für den FC Valencia im Spiel bei Atlético Madrid, doch dann tollpatschte er Madrids Stürmer Sergio Agüero den Ball vor die Füße, und der schon ihn rein zum entscheidenden 1:0. Die Sportzeitung AS fürchtet nun, Hildebrand sei vielleicht gar kein deutscher, sondern “eher ein englischer Torwart”.    [...mehr]


Wie die ARD meldet, stehen 20 deutsche Sportler unter Dopingverdacht. Im Fokus stehen Biathleten und Langläufer, die in einem Wiener Labor Blutdoping betrieben haben sollen. Insgesamt werden mindestens 30 Sportler verdächtigt, darunter die üblichen verdächtigen Radsportler Georg Totschnig (Österreich), Michael Rasmussen (Dänemark), Michael Boogerd (Niederlande) und Denis Menchow (Russland).    [...mehr]


Nur einen Tag nach der Verkündung seiner einjährigen Sperre durch den kasachischen Verband beendet Alexander Winokurow seine Karriere als Radrennfahrer. Der einstige T-Mobil-Fahrer wurde bei der letzten Tour de France des Blutdopings überführt, nachdem er zuvor überraschend zwei Etappen des Großereignisses gewonnen hatte.

Letztendlich war Winokurow für den Rückzug des kasachischen Teams Astana bei der Tour de France verantwortlich. Kurz nach seiner Überführung zog sich das Team von der Tour zurück und entließ sein kasachisches Aushängeschild. Eigentlich sollte Winokurow die Führungsfigur des kasachischen Rennstalles sein, schwächelte aber schon nach den ersten Bergetappen. Sein Edelhelfer, der deutsche Fahrer Andreas Klöden war wesentlich besser positioniert, wartet aber auf seinen Mannschaftskapitän. Dieser gewann zunächst ein spektakuläres Zeitfahren und später einen Alleingang. Nur zwei Tage nach dem letzten Etappensieg wurde dann des Blutdopings überführt, auch wenn er dies vehement mit fadenscheinigen Erklärungen entschuldigen wollte. Damit war Winokurow der nächste Topfahrer, dem aktives Doping nachgewiesen wurde. Für Jan Ullrich und Lance Armstrong, beide jahrelange Mitstreiter von Winokurow, gelten zwar immer noch die Unschuldsvermutungen so lange nichts bewiesen ist, aber auch bei ihnen wird schon seit geraumer Zeit über Doping spekuliert. Für die Radsportfans stellt sich natürlich die Frage, welche Siege überhaut mit rechten Dingen erworben worden sind.

Winokurow findet das Urteil skandalös, beteuert seine Unschuld und möchte mit diesem Sport nichts mehr zu tun haben. Obwohl der inzwischen 34jährige noch die Chance auf eine Teilnahme an den olympischen Spielen gehabt habe, lege er keinen Wert mehr auf den Radsport. Im Jahr 2000 hatte er noch die Silbermedaille hinter Jan Ullrich gewonnen.    [...mehr]


Noch im August hatte das Unternehmen auf einer Pressekonferenz verlauten lassen, dass ein Ausstieg der Telekom jahrelange Tradition und die intensiven Bemühungen auf dem Gebiet des Dopings zur Makulatur werden ließe. Makulatur – so kann man diesen Rest von Radsport wirklich nur bezeichnen, der jetzt noch übrig ist. Die späte Reaktion der Telekom mutet doch etwas wunderlich an, aber wie Unternehmenssprecher Frommer gestern sagte, führten die Hinweise des Doping überführten Fahrers Patrick Sinkewitz auf systematisches Doping auch nach den Geständnissen prominenter Fahrer wie Erik Zabel und Rolf Aldag zu diesem Entschluss.

T-Mobil und Telekom standen insgesamt 17 Jahre für den Radsport in Deutschland. Große Erfolge wie der Tour de France von Bjiarne Riis und Jan Ullrich führten zu einem wahren Radsportboom in Deutschland, der immer in Verbindung mit den Magenta-Farben der Telekom stand. Millionen verfolgten über Jahre das Duell zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich, auch wenn inzwischen klar ist, dass beide wohl nur mittels Doping ihre Topleistungen erreicht hatten. Während andere Fahrer sich längst ein reines Gewissen verschafft haben, trat Jan Ullrich in diesem Jahr lediglich mit einer peinlichen Rücktrittserklärung in Erscheinung. Das Bild des einstigen Vorzeigefahrer der Telekom ist in der breiten Öffentlichkeit inzwischen total verzerrt und damit auch das Bild des Unternehmens.

Das Team mit der deutschen Nachwuchshoffnung Linus Gerdemann, der bei der diesjährigen Tour de France im Gelben Trikot fuhr und eine Etappe gewinnen konnte, wird unter dem Namen „Team High Road“ weiter geführt. Die großzügigen Abfindungszahlen der Telekom dürfte eine gute Existenzgrundlage für das kommende Jahr sein, auch wenn über die genauen Zahlen nichts weiter bekannt ist. Somit verliert der Radsport nach Gerolsteiner ein weiteres Gesicht und wird wohl auch in naher Zukunft Schwierigkeiten haben, neue Radsportfans und Sponsoren zu akquirieren.    [...mehr]


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