» Doping
Am 1. November 2007 verkündete die Schweizer Tennisspielerin Martina Hingis ihren Rücktritt vom aktiven Tennissport. Auf einer Pressekonferenz in einem Züricher Hotel gab die ehemalige Nummer 1 der Weltrangliste vor allem Rücken- und Hüftprobleme als Hauptgründe an. Weiterhin gab sie aber bekannt, dass sie bei den All England Championships in Wimbledon positiv auf Kokain getestet wurde. Dass dies wohl der ausschlaggebendere Punkt für den Rücktritt gewesen sei, bestreitet die 27jährige Schweizerin vehement. Sie habe geschockt auf die Probe reagiert und persönlich eine Haarprobe zum Testen abgegeben. Dieser Befund sei negativ gewesen. Die Anwälte der Weltklassespielerin vermuten Unregelmäßigkeiten bei den Dopingkontrollen, näher wollte sie sich aber nicht äußern.
Martina Hingis war erst im Dezember 2005 nach einer zweijährigen Wettkampfpause in den Tenniszirkus zurückgekehrt. Schon damals zwangen sie anhaltenden Verletzungen und Motivationsprobleme zu einer Pause. Die Karriere von Martina Hingis war eine der erfolgreichsten in der Tenniswelt. Sie konnte sich als jüngste Wimbledon-Gewinnerin in die Geschichtsbücher eintragen. Insgesamt errang sie fünf Grand-Slam-Titel und 43 Einzeltitel. Zudem war sie 209 Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste.
Hoffentlich stellt sich heraus, dass die Verdächtigungen unbegründet waren, denn sie würden einen Schatten auf eine großartige Karriere werfen. Wie so oft in letzter Zeit werden Ikonen im Nachhinein zu sportlichen Betrügern, prominente Beispiele sind Marion Jones oder Ivan Basso. [...mehr]
Mit mehreren Neuerungen startet die Tour de France 2008 am 5. Juli in ein neues Abenteuer. Nachdem die Übertragung der Skandaltour von 2007 von den öffentlich-rechtlichen Sendern nach zahlreichen Dopingfällen eingestellt wurde und das Image der „Großen Schleife“ erheblich gelitten hat, hoffen die Veranstalter mit der Einführung eines Blutpasses mehr Transparenz ins Fahrerfeld zu bringen. In diesem wird das Blutbild des Radsportlers über Monate hinweg dokumentiert, so das Auffälligkeiten und Schwankungen schneller erkannt werden können. Die Vorlage des Passes wird zur ethischen Bedingung für die Teilnahme an der Tour de France 2008.
Wie sich das Teilnehmerfeld im kommenden Jahr zusammensetzen wird, steht aber noch in den Sternen. Teilnehmen möchte auf jeden Fall auch das Team Astana, welches im vergangenen Jahr mit mehreren Dopingfällen auffällig wurde. So wurde Alexander Winokurow, nachdem er zwei Etappen der Tour 2007 gewonnen hatte, des Dopings überführt. Zwar hat das Team den Kasachen und die anderen Dopingsünder inzwischen entlassen, aber mit Titelverteidiger Alberto Contador, Levi Leipheimer und Teamchef Bruyneel zweifelhafte Figuren des Radsports verpflichtet. Contador steht seit längerem unter dem Verdacht mit dem spanischen Arzt Fuentes zusammenzuarbeiten. Bruyneel gilt in der Branche auch nicht gerade als Dopinggegner, verpflichtete er als Teamchef von Discovery Channel trotz des vereinbarten Ehrencodex Ivan Basso, der nur wenige Wochen später des Dopings überführt wurde, was allgemein bekannt war.
Auch wer die kommende Tour übertragen wird, steht noch lange nicht fest. Bei der Radsportweltmeisterschaft 2007 in Stuttgart verzeichnete der Veranstalter schon erhebliche Verluste, denn Zuschauer und faire Radsportler fühlen sich betrogen und verschaukelt. Der Radsport hat über Jahre hinweg an Anerkennung und Popularität verloren. Es wird sich zeigen, ob es gelingt, die Fans wieder für sich zu gewinnen, denn es hat sich ja schon lange herauskristallisiert, dass Doping immer mehr als Strategie zum Rennsieg angesehen wird. Schade. [...mehr]
Eines der wohl am meisten diskutierten Themen im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking ist das Thema Doping. Der olympische Gedanke – „Dabei sein ist alles“ – ist inzwischen vollkommen antiquiert. Auch im Jahr 2007 wurden gerade bei olympischen Disziplinen wie Leichtathletik, Radsport und Gewichtheben mehrere Sportler des Dopings überführt.
Für die gezielte Leistungssteigerung, den damit einhergehenden Erfolg und den Ruhm nehmen die Sportler auch die gesundheitlichen Risiken gerne in Kauf. Beinahe jede Sportart hat inzwischen Todesfälle wegen Dopings zu beklagen. Im Radsport begann es 1960 bei den Olympischen Spielen Knut Enemark Jensen und 1967 Tom Simpson bei der Tour de France, die durch die Einnahme von Amphetaminen sterben. 1968 erliegt der Boxer Joseph Elze seinen schweren Kopfverletzungen, nachdem Aufputschmittel sein Schmerzempfinden erheblich reduziert hatten. Andere Beispiele für Todesfälle mittels Dopings sind die Leichtathletin Birgit Dressel 1987 und der Bodybuilder Andreas Münzer 1996.
Inzwischen sind das Dopingkontrollsystem und die Dopinganalyse erheblich verbessert worden. So mancher Held der vergangenen Tage wurde im Nachhinein als Dopingsünder überführt. Den Anfang machte 1988 Ben Johnson, ein Leichtathlet der Ausnahmeklasse, der sich lange Zeit packende Duelle mit seinem Kontrahenten Carl Lewis lieferte. Ihm wurde bei den Olympischen Spielen die Einnahme von Steroiden nachgewiesen.
Auffällig hoch ist Anzahl der Dopingsünder im Radsport. Wie sich inzwischen rausgestellt hat, gibt es seit Jahren gezieltes Doping bei den Fahrern. Berühmte Sünder sind Richard Virenque, Ivan Basso, Floud Landis und Erik Zabel. Auch bei der Tour de France 2007 fiel der zweimalige Etappensieger Alexander Winokurow den Fahndern in Hände.
Für die Olympischen Spiele 2008 in Peking bleibt nur zu hoffen, dass diese ebenso vom Doping verschont bleiben, wie die Leichtathletik Weltmeisterschaft 2007 in Osaka.



