Für das DFB-Team rückt die Stunde der Wahrheit bei der EM immer näher. Ab 18 Uhr beginnt der echte große Härtetest für die Elf von Bundestrainer Joachim gegen die Kroaten. Dann wird sich zeigen, ob die Mannschaft wirklich Chancen auf den Europameister-Titel hat.
Portugals Coach Luiz Felipe Scolari wird nach der Europameisterschaft neuer Trainer vom Premier League-Club FC Chelsea. Diese überraschende Info teilte die englische Spitzenmannschaft, bei der Michael Ballack unter Vertrag steht, auf seiner Homepage mit.
Portugal kann mit dem souveränen Sieg über Tschechien nach Toren von Deco (8.), Ronaldo (63.) und Quaresma (90.) schon den Einzug ins Viertelfinale der EM feiern. Dagegen hat der EM-Gastgeber Schweiz in einer kampfbetonten Partie gegen die Türkei mit 1:2 (1:0) verloren und ist frühzeitig aus dem Turnier ausgeschieden.
Noch einen Tag, dann geht es bei der EM für die deutsche Elf gegen den schweren Gruppengegner Kroatien. Assistenz-Trainer Hans-Dietrich Flick sagte zum Befinden der DFB-Auswahl: “Die Stimmung im Team ist ausgezeichnet, alle Spieler ziehen im Training mit und sind heiß auf Kroatien.”
Nicht nur die gesetzten Spieler besitzen eine positive Grundstimmung. “Ich gehe davon aus, dass wir den Titel gewinnen können”, sagte der noch auf der Ersatzbank sitzende Verteidiger Arne Friedrich. Bundestrainer Joachim Löw erklärte zum Berliner: “Er befindet sich zur Zeit in einer überragenden Form und es ist gut zu wissen, dass wir mit ihm einen äußerst erfahrenen Spieler haben.”
“Ich gehe zwar davon aus, dass ich gegen Kroatien nicht von Beginn an dabei sein werde, aber ich kämpfe weiter um meinen Stammplatz. Das Turnier ist noch lang und ich warte auf meine Chance”, sagte der 57-fache Nationalspieler hoffnungsvoll.
Die Deutschen werden versuchen, die starke kroatische Abwehr vor allem über die Flügel knacken zu knacken. Außerdem wollen sie wieder attraktiven Offensiv-Fußball zeigen. “Wir werden jeden Zweikampf annehmen, um den nächsten Dreier einzufahren. Darauf werden wir uns konzentrieren, um in diesem Turnier noch ganz weit zu kommen”, erörterte Flick.
“Deutschland ist Favorit, aber wir können ein großes Spiel liefern und dann haben wir eine 50:50-Chance”, äußerte sich der Nationalcoach von Kroatien Bilic. Dabei wollen viele Bundesliga-Profis dem deutschen Team das Leben schwer machen. “Jetzt können und werden wir sicher viel freier aufspielen”, meinte der Kapitän Nico Kovac, der bei Hertha BSC unter Vertrag steht. [...mehr]
Schweden hat gestern EM-Titelverteidiger Griechenland in einem schwachen Spiel nach Toren von Zlatan Ibrahimovic (67.) und Petter Hansson (72.) mit 2:0 (0:0) besiegt. Spanien sorgte gegen die Russen nach drei Toren vom überragenden David Villa (20./44./75.) und einem Tor von Cesc Fabregas (90.+1) mit 4:1 (2:0) für einen souveränen Auftakt. Das Ehrentor für Russland gelang Roman Pavlyuchenko (86.).
Ioannis Amanatidis brachte die schlechte Leistung seines Teams auf den Punkt: “Das war Angsthasenfußball ohne kontrollierte Offensive. Angriff wäre die bessere Verteidigung gewesen. So können wir gegen die Großen nicht gewinnen. Wir sind so gut wie ausgeschieden, wenn wir nicht den Hebel noch umlegen.”
In Gruppe D müssen sich die Griechen nun gegen die Spanier beweisen, die gestern Russland ohne Probleme mit 4:1 abgeschossen haben. Trotzdem präsentierte sich die russische Elf mit offensiveren und ansehnlicheren Fußball als Otto Rehhagel´s Truppe, für die es mit ihrer mittelalterlichen Spielart gegen Guus Hiddink`s Mannen auch nicht einfach wird.
Schwedens Fredrik Ljungberg zeigte sich erfreut: “Am Anfang haben die Griechen sehr statisch gespielt. In der zweiten Hälfte haben wir den Ball flacher gehalten und dann lief es plötzlich. Es ist toll, dass wir das Spiel gewonnen haben.”
Spaniens Trainer Luis Aragones erklärte nach der Partie: “Ich bin glücklich. Aber ich denke, wir waren in der ersten Hälfte auch die Glücklicheren. Sie haben uns stark unter Druck gesetzt, doch wir haben das erste Tor mit einem Konter erzielt.” Sein Trainer-Kollege Hiddink meinte nach dem missratenen Auftakt: “Ich bin natürlich enttäuscht. Unser junges Team hat die Fehler selbst gemacht. Wir haben eine Lehrstunde im Konterfußball erhalten.” [...mehr]
Heute Morgen ist das deutsche Team nach einer kleinen Verschnaufpause wieder ins Training eingestiegen. In zwei Tagen wartet der erste schwere EM-Gegner auf die Deutschen. Kapitän Michael Ballack mahnte heute: “Gegen die Kroaten erwartet uns eine ganz andere Aufgabe.”
“Wir werden noch mehr gefordert werden als im ersten Spiel. Die Kroaten haben sehr hohe Ambitionen und wollen Europameister werden. Sie spielen sehr offensiv - wir können also ein sehr offenes Spiel erwarten. Nach dem Spiel wissen wir auf jeden Fall, wo wir im Turnier stehen.” betonte der England-Legionär, der mit seinen Mannen unbedingt ins Finale will.
Heute Nachmittag wird der Trainerstamm die Elf von Trainer Slaven Bilic ganz genau unter die Lupe nehmen. “Wir werden die Stärken und Schwächen des Gegners herausarbeiten. Morgen früh werden wir die Mannschaft auf die Kroaten einstimmen und einschwören”, meinte Joachim Löw. “Es ist eine raffinierte Mannschaft. Sie haben hervorragende Einzelspieler”, meinte der Trainer weiter. Aber in der Statistik gewann die DFB-Elf in sieben Partien fünfmal gegen Kroatien und die einzige Niederlage gab es 1998 im WM-Viertelfinale.
“Viele Wechsel wird es nicht geben”, erklärte Löw bezüglich der Startaufstellung für die zweite Gruppenpartie. “Ich werde der Mannschaft die Aufstellung wohl erst morgen Abend mitteilen, vielleicht sogar erst am Morgen des Spiels”, ergänzte er.
Außer kleinen Blessuren, blieben größere Verletzungen bei den DFB-Mannen glücklicherweise aus. “Es freut mich besonders, dass alle Spieler für das nächste Spiel einsatzbereit sind”, meinte der Bundestrainer erleichtert. Laut Ballack liegt die Leistung der Mannschaft momentan bei 80 bis 85 Prozent. Hoffen wir, dass unsere Elf übermorgen ihr ganzes Potenzial ausschöpfen kann, um die Kroaten vom Platz zu fegen! [...mehr]
Weltmeister Italien hat gestern beim seinem Auftaktspiel in der Gruppe C in Bern mit 0:3 (0:2) deutlich gegen die Niederlande verloren. Für die “Squadra Azzurra”war es die höchste EM-Niederlage aller Zeiten. Frankreich schaffte im ersten Gruppenspiel in Zürich nur ein müdes 0:0-Unentschieden gegen die defensiv eingestellten Rumänen.
Die Tore für „Oranje“ schossen Ruud van Nisterooy (26.), Wesley Sneijder (31.) und Giovanni van Bronckhorst (79.).
Italien ist nun Tabellenletzter und die Mannschaft von Trainer Roberto Donadoni steht beim zweiten Spiel gegen Rumänien schon mit dem Rücken zur Wand und muss unbedingt einen Sieg einfahren, um weiterhin im Turnier zu bleiben. “Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht”, meinte Donadoni. Torwart Gianluigi Buffon sagte sogar: “Wir haben das schlechteste Spiel der letzten zwölf Jahre gezeigt und müssen uns bei den Fans entschuldigen.”
Die Holländer gewannen gegen Italien das erste Mal seit über 30 Jahren und stehen in der “Todesgruppe” C an der Spitze. “Ein 3:0 gegen Italien, eine Mannschaft mit soviel Qualität und soviel Erfahrung, das haben wir nicht erwartet”, erklärte Bondscoach Marco van Basten. Wesley Sneijder schloss sich an: “Ich habe nicht gewagt, davon zu träumen, so ins Turnier zu starten.”
Rumänien feierte den Punkt, dagegen trottete das französische Team wie nach einer Niederlage vom Feld. “Wir waren nervös und konnten unser Spiel nicht richtig entfalten. Das kommt in Auftaktspielen oft vor”, erklärte Trainer Raymond Domenech den Fehlstart. “Wir haben zwei Punkte verloren, in dieser Gruppe kann schon ein Unentschieden schwerwiegende Folgen haben”, fügte er nachdenklich hinzu.
Rumäniens Trainer Victor Piturca meinte nach der Partie: “Es war ein gerechtes Ergebnis, denn es gab auf beiden Seiten nicht allzu viele Chancen.” Aber eigentlich hatte er mehr erwartet: “Unser Ziel waren drei Punkte, aber unter dem Strich war es ein leistungsgerechtes 0:0.” [...mehr]
“Der Wille ist so stark wie beim Titelgewinn 1996, der Hunger auf Erfolg sogar noch größer”, so Oliver Bierhoff. Der DFB-Teammanager zeigte sich heute nach dem Sieg gegen den ersten EM-Gruppengegner und vor der schweren Aufgabe gegen Kroatien optimistisch.
“Wir wollen Platz eins in der Gruppe. Da halte ich jegliches Taktieren für verkehrt”, meinte Bierhoff im deutschen Trainingsquartier im Schweizer Tessin. “Unsere Blickrichtung gilt jetzt natürlich der nächsten Partie, denn uns ist klar, dass es gegen die Kroaten sehr schwer wird. Wir müssen da über die gesamte Spielzeit volles Tempo gehen”, sagte der ehemalige Nationalspieler mit Blick auf das zweite Gruppenspiel.
Bezüglich der Stimmung in der Mannschaft stellte Bierhoff fest: “Die Atmosphäre war toll, schon in der Kabine. Dazu kam nach dem Erfolg die Erleichterung bei allen Beteiligten.”
Aber bis zum Spiel gegen die Kroaten dürfen sich die Spieler nicht in ewiger Euphorie wähnen. Denn an einigen Schwachstellen muss noch gefeilt werden. “Kurz vor und kurz nach der Halbzeit gab es bei uns ein Loch, da waren wir zu passiv”, mahnte der 40-Jährige. “Es war eine Kopfsache. Man darf sich nicht verunsichern lassen und muss im entscheidenden Moment zuschlagen. Das ist uns gelungen”, fügte er in Bezug auf das 2:0 in der 72. Minute zu.
Eine deutlich ansteigende Form ließ Christoph Metzelder erkennen. Der Weltklasse-Innenverteidiger hatte seiner Verletzung zu wenig Spielpraxis in der Vorbereitung und dadurch auch einen ungenügenden Fitness-Zustand. “Christoph hat sich gut entwickelt. Gegen Polen wirkte er ruhig, souverän und hat keine Fehler gemacht. Wir sind komplett zufrieden”, zeigte sich Bierhoff erfreut.
Die Stimmung im DFB-Team ist überaus positiv. “Es war schon fast beängstigend, denn alle hatten ein gutes Gefühl und alles lief bislang perfekt”, meinte Bierhoff abschließend. Hoffen wir dass es so bleibt!
Hier nochmal das Golden Goal von Bierhoff, das der deutschen Mannschaft den EM-Triumph 1996 bescherte:
Das DFB-Team hat gestern bei der Fußball-Europameisterschaft in Klagenfurt ihr Auftaktspiel gegen Polen mit 2:0 (1:0) gewonnen. Bester Spieler der Deutschen war Lukas Podolski mit zwei Toren (20./72.) Für die deutsche Nationalelf war es der erste EM-Sieg seit 1996.
Durch diesen Sieg besitzt die DFB-Elf eine gute Ausgangslage für die weiteren Partien in der Vorrunde. Deutschland war außer zirka 30 Minuten, in denen sie leicht nachlässig spielten, die bessere Mannschaft. Man sah schönen Kombinationsfußball mit guten Tormöglichkeiten. Dabei zeigten viele DFB-Spieler eine sehr ansehnliche Partie.
“Wir waren hochkonzentriert und haben das wichtige erste Tor geschossen. Zum Glück haben wir im richtigen Moment das 2:0 nachgelegt und insgesamt verdient gewonnen”, meinte Michael Ballack. Der beste Spieler der Partie war Doppeltorschütze Lukas Podolski, der dazu sagte: “Das ist mir egal. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Weiter forderte der 23-Jährige: “Wir haben heute ein gutes Spiel hingelegt und jetzt muss es so weitergehen. Wir dürfen uns nicht ausruhen, das war nur der erste Schritt.“
Nach 20 Minuten passte Gomez steil zu Klose in den Strafraum, der auf der linken Seite mitlaufen Podolski sah. Der Münchener Banksitzer brauchte den Ball nur noch links unten reinschieben und schoss somit sein 26. Länderspieltor. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit ließ die deutsche Defensive-Abteilung weit in die eigene Hälfte zurückdrängen.
Das 2:0 durch Podolski:
Im zweiten Durchgang spielten die Polen wieder sehr offensiv weiter. Erst ab der 70. Minute fand das DFB-Team zur alten Offensiv-Stärke zurück. Bastian Schweinsteiger kam für den überzeugend spielenden Clemens Fritz ins Spiel. Der Münchener eroberte im rechten Strafraum den Ball und spielte quer. Podolski verwandelte daraufhin in der 72. Minute aus 14 Metern mit einem brachialen Schuss in den linken oberen Winkel. Trotz weiterer Angriffsbemühungen der Polen stand die deutsche Abwehr hervorragend und der Auftaktsieg war perfekt. [...mehr]
Michael Ballack zeigte sich vor dem EM-Auftakt gegen Polen auf einer Pressekonferenz sehr entschlossen. “Wir brennen darauf, am Sonntag den ersten Sieg zu landen und wir wissen, dass die Fans genau so brennen wie wir”, meinte der Kapitän der DFB-Teams.
Der Führungsspieler der deutschen Nationalmannschaft zeigte sich in der Konferenz in Ascona sehr locker aber auch voll auf die Sache konzentriert. “Das erste Spiel eines Turniers ist für jede Mannschaft eines der wichtigsten. Diese Partie gibt Aufschluss darüber, wo man steht, sowohl körperlich als auch spielerisch. Deswegen dürfen wir bei aller Gelassenheit und dem Wissen um unsere Qualität nicht die nötige Anspannung verlieren”, meinte Ballack mit warnenden Worten.
“Es ist wichtig, sich bei solch einem Turnier wieder zu pushen und Aggressivität aufzubauen”, sagte der 31-Jährige. Zum Auftaktgegner Polen erläuterte der Trainer-Assistent Hansi Flick: “Sie haben eine sehr gute Ordnung in ihrem Spiel und haben durch ihren Trainer eine gewisse niederländische Prägung erhalten.” Der England-Legionär zweifelt aber nicht an der klaren Favoritenrolle der DFB-Mannen: “Unsere Form und unser Niveau stimmen uns positiv. Wir haben das Ziel, hier sehr weit zu kommen.”
“Wir sind als Team gereift und haben uns in den vergangenen Jahren seit der WM in Deutschland noch einmal weiterentwickelt. Warum sollten wir in Österreich und der Schweiz nicht das fortsetzen, was wir bei der Weltmeisterschaft gezeigt haben? Wir sind in der Lage, jeden zu schlagen”, erklärte der 81-fache Nationalspieler selbstbewusst.
Aber auch sprach Ballack eine deutliche Warnung mit Blick auf das Auftaktspiel aus: “Das schöne Angriffsspiel ist eine gute Sache, aber uns hat auch immer ausgezeichnet, dass wir hinten gut stehen. Das ist im modernen Fußball überlebenswichtig. Gerade im ersten Spiel eines Turniers läuft es manchmal noch nicht so rund, deswegen muss der Erfolg da an oberster Stelle stehen.”