» EM 2008

Autor: Jörgen Heller

Insgesamt 300 Tests werden vor und während der EM durchgeführt.       ©flickr/fotofreund

Erstmals werden bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz 2008, wie auch schon bei der WM 2006, Blutdopingtests durchgeführt. Es sollen 300 Kontrollen, die auf den Missbrauch von EPO und Wachstumshormonen spezifiziert sind und auch Bluttransfusionen nachweisen können, realisiert werden.

Am Mittwoch veranstaltete der Europäische Fußball Verband (UEFA) in Wien einen Workshop, an dem Vertreter der 16 Endrunden-Teilnehmer teilnahmen. Die Präsidenten der jeweiligen Verbände unterzeichneten in der österreichischen Hauptstadt, wo das Finale ausgetragen wird, eine Antidoping-Charta für den Kampf gegen unerlaubte Mittel. Für den Deutschen Fußball Bund (DFB) unterschrieb Generalsekretär Wolfgang Niersbach die Antidoping-Vereinbahrung.

Liegt UEFA-Präsident Platini richtig, dass es im Fußball kein organisiertes Doping gibt?    ©flickr/utcathy83UEFA-Chef Michel Platini erläuterte dazu im Wiener Ernst-Happel-Stadion: “Wir wollten mit der Unterzeichnung der Charta eine echte Duftmarke setzen und der ganzen Welt zeigen, dass wir das Doping bekämpfen.” Laut Platini ist Doping im Fußball, verglichen mit anderen Sportarten, nicht so sehr verbreitet. “Ich glaube, ein organisiertes Doping gibt es im Fußball nicht”, sagte der ehemalige französische Weltklassespieler. Aber er fügte hinzu: “Man kann nicht ausschließen, dass der eine oder andere Spieler abgleitet oder abrutscht. Aber organisiert - das kann ich mir nicht vorstellen.”

Bereits vor dem am 8. Juni stattfindenden Auftaktspiel des DFB-Teams müssen unsere Spieler mit unangemeldeten Doping-Kontrollen rechnen. So könnten die Kontrolleure den deutschen Kickern im Trainingslager auf Mallorca vom 19. bis 30. Mai einen Besuch abstatten. Die Charta sieht vor, dass jedes Team vor dem Beginn der EM mindestens einmal getestet werden darf, wobei von jeweils zehn Spielern Blut und Urin untersucht werden soll.

Der Holländer Edgar Davids wurde 2001 des Dopings mit Nandrolon überführt         ©flickr/galeria_futboleraWährend der EM werden bei allen 31 Partien insgesamt 124 Tests durchgeführt. Gleich nach Spielende dürfen jeweils zwei Spieler pro Team zur Kontrolle. Die Proben, die sofort nach Lausanne geschickt werden, sollen der UEFA spätestens 48 Stunden nach deren Abgabe die Testergebnisse liefern.    [...mehr]


Nachdem sich die deutsche Mannschaft nun endgültig für die Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich qualifiziert hat, musste man nach einem passenden Quartier für die Zeit der EM umschauen. Die Wahl der Verantwortlichen fiel auf das schweizerische Ascona, im idyllischen Tessin in der Nähe des Lago Maggiore gelegen.

Da für viele Profi-Fußballer der Wohlfühlfaktor ganz entscheidend für das Spiel ist, kann die Ruhe und die Abgeschiedenheit Asconas eigentlich nur die richtige Wahl sein. Zieht man aber in Betracht, dass die Deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land in der Groß- und Medienstadt Berlin ihr Quartier bezogen hatte, stellt sich für den neutralen Beobachter die Frage, ob nach dem Erfolg bei der WM nun Ascona doch nicht die richtige Wahl ist? Ein weiterer negativer Aspekt, wenn man im Zusammenhang mit diesem wunderschönen Urlaubsort überhaupt davon sprechen kann, ist die lange Anreisezeit, schließlich spielt das deutsche Team ihre Vorrunde in Österreich. Die ersten beiden Partien werden in Klagenfurt und die abschließende Partie in Wien ausgetragen.

Das einstige Fischdorf Ascona hat kulturell jedenfalls einige schöne Aspekte zu bieten. Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten und engen Gassen beherbergt die Kirche San Pietro e Paolo, eine Säulenbasilika aus dem 16. Jahrhundert. Ihr Turm ist das Wahrzeichen der Stadt Ascona. Die Flaniermeile am Ufer des Lago Maggiore ist geziert von den Häusern der Oberschicht aus den vergangenen Jahrhunderten und die vielen kleinen Cafés laden zum längeren Verweilen ein. Neben zahlreichen Wassersportmöglichkeiten können die Fußballprofis in ihrer Freizeit ihr Golf-Handicap verbessern, denn der Golfplatz in der unmittelbaren Nachbarschaft gewährt höchsten Standard.

Etwas außergewöhnlich mutet das Museum über die Geschichte des Monte Verità an. Auf dem Berg predigte eine bunte Ansammlung von Künstlern am Beginn des 20. Jahrhunderts die Rückkehr zur Natur. Prominenteste Vertreter jener Bewegung waren er Psychoanalytiker Karl Gustav Jung und der Schriftsteller Hermann Hesse.

Während des Aufenthaltes der deutschen Nationalmannschaft findet in Ascona ein internationales Jazz-Festival und ein internationales Straßenkünstler-Festival statt, womit auch für reichhaltige Abwechslung gesorgt wäre.

Für das passende Ambiente wurde nun gesorgt – jetzt liegt es an den Mannen von Trainer Jogi Löw, wie erfolgreich sie bei der Europameisterschaft sein werden.    [...mehr]


Nach der Auslosung der Gruppen zur Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich steht nun fest, dass die deutsche Mannschaft die Spiele gegen Kroatien und Polen auf jeden Fall in Klagenfurt bestreiten wird.

Der Sportpark in Klagenfurt umfasst eine Zuschauerkapazität von 32.000 Menschen und wurde nach dem Neubau am 7.September 2007 neu eröffnet. Das alte Klagenfurter Stadion wurde 2005 abgerissen und an gleicher Stelle entstand das neue Wörtherseestadion, das nach einem Rückbau 2009 nur noch für 12.000 Zuschauer zugänglich ist. Der DFB vermutet, dass man locker das Zehnfache an Karten als die zugeteilten 12.000 hätte verkaufen können. Zahlreiche Fans werden aber auch so die Innenstadt bevölkern und beim Public Viewing die Spiele der Nationalmannschaft verfolgen. Der Sportpark rund um das Stadion wird nach der Europameisterschaft als Stützpunkt für die Jugendnationalmannschaften Österreichs genutzt. Für die Besucher und Sportler runden eine Kletterwand, ein Ruderbecken für das Wintertraining, Fitness- und Wellnessbereiche, Diagnostikräume und Regenerationsräume das umfangreiche Angebot ab. Drei Spiele werden während der Euro 2008 hier ausgetragen – neben den bereits erwähnten Partien der deutschen Mannschaft findet das Duell zwischen Polen und Kroatien am 16. Juni ebenfalls hier statt.

Die Stadt Klagenfurt ist im Süden Österreichs am idyllischen Wörthersee gelegen. In dem beschaulichen Städtchen leben rund 90.000 Menschen, die sich riesig freuen, Standort der Europameisterschaft 2008 zu sein. Die vielen Sehenswürdigkeiten wie das Alte Rathaus, die Burg und der Lindwurmbrunnen machen Klagenfurt äußerst sehenswert. Rund um die Stadt werden zahlreiche deutsche Fans das Land bevölkern, um das deutsche Team bei ihren Spielen zahlreich zu unterstützen.




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Auch im beschaulichen Salzburg werden im kommenden Jahr Spiele der Europameisterschaft 2008 ausgetragen. Austragungsort wird die Heimstätte von “Red Bull Salzburg” sein, das Stadion Wals-Siezenheim. Zwischen 2001 und 2003 wurde die moderne Arena in Salzburg errichtet und hat normalerweise ein Fassungsvermögen von 18.200 Zuschauern.

Knapp 45 Millionen Euro war den Salzburgern ihre neue Arena wert. Das Besondere an diesem Stadion ist der Kunstrasen. Ausschlaggebende Gründe waren die leichte Pflege und die dauerhafte Bespielbarkeit des Platzes. Mussten im Winter bisher permanent Spiele ausfallen, weil der Naturrasen unbespielbar geworden ist, kann beim Kunstrasen der Schnee einfach abgefegt werden. Ähnliche Gründe haben auch schon die Moskauer Mannschaften dazu bewogen, ihre Stadien mit Kunstrasen auszustatten. Da die FIFA dies auch genehmigt hat, können auf diesem Belag auch Europapokalspiele ausgetragen werden. Der Kunstrasen ist aber bei Profis aufgrund der höheren Gelenkbelastung nicht sonderlich beliebt.

Die Stadt Salzburg © flickr / ximenatapia

Für die Europameisterschaft 2008 wurde das Stadion Wals-Siezenheim auf eine Kapazität von 30.000 Zuschauern erweitert. Zudem wurden zwei weitere Videotafeln und eine Rasenheizung installiert. Während der EM wird zudem ein Naturrasen über den Kunstrasen verlegt, um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Eigentlich soll nach dem Ende der EM das Stadion einen Rückbau auf seine alte Kapazität erfahren, aber der wachsende Zuschauerzuspruch bei den Heimspielen von “Red Bull Salzburg” hat die Betreiber dazu veranlasst, über einen Erhalt der 30.000 Plätze nachzudenken. Die Anwohner des Stadions haben ihren Protest schon angekündigt.

Die Fußballfans erwartet jedenfalls eine moderne Arena und hoffentlich spannende Europameisterschaftspiele in Salzburg.    [...mehr]


Stade de Suisse in Bern

Mit der Qualifikation zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz hat die deutsche Nationalmannschaft einen riesigen Schritt zum großen Ziel Europameisterschaft gemacht. Mit der Schweiz verbindet der DFB schließlich gute Erinnerungen wie den historischen WM Sieg 1954 in Bern gegen den haushohen Favoriten Ungarn. An diesen Ort kann das Team bei entsprechender Gruppenauslosung wieder zurückkehren.

Das alte Wankstadion, in welchem der historische Triumph errungen wurde, ist bereits Geschichte. An seiner Statt wurde das neue Berner “Stade de Suisse” errichtet.
Die Multifunktionsarena bietet rund 32.000 Menschen Platz und ist die Heimstätte der “Young Boys Bern”, einem Schweizer Erstligisten. Das größte Stadion der Schweiz verschlang 350 Millionen Euro Baukosten und wurde am 30. Juli 2005 offiziell eröffnet. Ähnlich wie viele Stadionneubauten gibt es hier zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Bars und Büros. Dem Zuschauer wird vor jedem Spiel ein ansprechendes Rahmenprogramm geboten. Bei großen Events wie Konzerten von Grönemeyer oder Genesis wurde das Stadion zur Konzertarena umgewandelt. Selbst Eishockeyspiele können hier unter offenem Himmel ausgetragen werden. Eine Besonderheit sind die im Stadiondach integrierten Solarzellen, die einen Teil des im Stadion verbrauchten Stromes produzieren. Während der Europameisterschaft sollen hier mindestens drei Gruppenspiele stattfinden.

Möglicherweise gelingt es hier dem deutschen Team einen Grundstein zu legen für das Ziel Europameisterschaft 2008.

Stade de Suisse Stade de Suisse

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