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Der erst 17-jährige Norweger Magnus Carlsen übernimmt als jüngster Schachprofi die Spitze der Weltrangliste. Diese Position muss er aber noch bis zum 1. Oktober verteidigen, damit sie auch offiziell vom Weltschachverband Fide anerkannt wird.
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Peter Leko ist der neue Schachkönig von Dortmund. Der 28-jährige Ungar gewann das Sparkassen Chess-Meeting 2008, nach 1999 und 2002 sein dritter Triumph. “Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewonnen habe. Ich war bereits 2007 dicht davor, habe aber den Sieg verpasst. Es ist mein bisher größter Erfolg in diesem Jahr”, sagte Leko nach der letzten Partie. Titelverteidiger Wladimir Kramnik enttäuschte als Siebter. Ein Deutscher überraschte.
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Elisabeth Pähtz ist die beste Schachspielerin Deutschlands. Die 23-Jährige, die für den SC Kreuzberg antritt, war Weltmeisterin in den Altersklassen unter 18 und 20 Jahren. Die Sportsoldatin bei der Bundeswehr schätzt Schach als Kriegsspiel ohne Gewalt.
Tag lang um die Ehre oder um Geld zocken. Ein Mädchen mit Zöpfen und geringelten Socken lässt sich zu einer Runde einladen, beginnt die Partien mit wirr anmutenden Zügen fern jeder Eröffnungstheorie, setzt jedoch wenig später all ihre Gegner matt. Ein typischer Schalk der 21-jährigen Elisabeth Pähtz, die damals, 2002, die weltweit erfolgreichste Spielerin unter 18 Jahren war. Die Dollar hat sie ihren verwunderten Gegnern überlassen. Doch bei ihrem nächsten Besuch in New York gewandete sie sich wie eine barocke Baronesse und düpierte erneut das Schachvolk.
Elisabeth Pähtz ist die beste deutsche Schachspielerin. Sie spielt für den Schachbundesligisten SC Kreuzberg, am Wochenende geht es gegen den TV Tegernsee und den SC Eppingen um wichtige Punkte im Abstiegskampf. “Ich hatte das Glück, einen Großmeister als Vater zu haben. Auch sein Talent scheine ich geerbt zu haben”, beschreibt Pähtz ihren familiär vorgezeichneten Weg zum Schach. Ihr Vater, Thomas Pähtz, der letzte DDR-Meister, bekam nach der Wende eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme als Schachtrainer in Erfurt: “Wenn ich mit meiner Trainingsgruppe zu Wettkämpfen fuhr, hab ich Elisabeth als Maskottchen mitgenommen”, erzählt er. Mit gerade mal fünf Jahren setzte sie sich ans Brett und zeigte ihrem Vater, was sie aufgeschnappt hatte. Fortan gehörte sie selbst zur Trainingsgruppe und offenbarte bereits als Kind ein ungewöhnlich gutes taktisches Verständnis.
Als die Erfurterin mit 14 Jahren die deutsche Frauenmeisterschaft gewann, galt sie als Wunderkind. Sie wurde in Talkshows eingeladen und plauderte mit TV-Showmaster Harald Schmidt. Pähtz wirkt bei öffentlichen Auftritten nicht verschroben wie viele andere Königsjäger, sondern präsentiert sich wortgewandt und geistreich. Und sie war weiter erfolgreich: Mit 16 Jahren wurde sie die jüngste deutsche Großmeisterin - die höchste internationale Auszeichnung im Schachsport.
“Elisabeth Pähtz spielt mutig und hat gute Ideen”, lobte Garri Kasparow nach einem Schaukampf, “aber sie hat verdammt schwache Nerven.” Die damals 17-Jährige stand nämlich bei zwei von sechs Blitzpartien auf Gewinn, war jedoch bei der Aussicht, gegen den weltbesten Schachspieler aller Zeiten zu siegen, schlicht “verrückt geworden”. Kurz darauf hatte sie ihre Nerven besser im Griff und gewann auf Kreta die U18-WM. Indes: Die Anspannung in entscheidenden Situationen ist ihr meistens anzusehen - dann beginnen die Beine zu zittern, und sie lässt ihre rechte Hand, zum Zug bereit, über dem Brett kreisen und zieht sie wieder zurück, um die Stellung noch einmal zu analysieren.
Pähtz bewundert Michail Tal. Der Lette, der 1960 Weltmeister wurde, war berüchtigt für seine risikoreiche und furchtlose Spielweise, für einen Königsangriff schenkte er seinen Gegnern gern mal Bauern oder Figuren. In Schachkreisen zirkuliert das Bonmot, es gebe korrekte Opfer und Tal-Opfer. “Tal hat intuitiv geopfert”, sagt Pähtz, die ihren eigenen Stil auch als eher intuitiv denn mathematisch beschreibt: “Man findet die guten Züge, ohne sie zu berechnen.” Beinahe logisch, dass Mathematik so gar nicht zu den Lieblingsfächern der jungen Großmeisterin gehörte. Sie machte am Sportgymnasium in Dresden Abitur, der einzigen Schule in Deutschland, in der Schach als eigene Sportart unterrichtet wird.
2005 gewann sie die Junioren-WM (U20), ihr bisher bedeutendster Titel. Um professionell Schach zu spielen, dient Pähtz derzeit als Sportsoldatin bei der Bundeswehr. Sie schmierte sich in der Grundausbildung Tarnfarben ins Gesicht, robbte durch den Schlamm und lernte Schießen. Die Obergefreite schätzt Schach als “Kriegsspiel ohne Gewalt, in dem absolute Gedankenfreiheit herrscht”. Bei der Nato-Meisterschaft 2006 belegte sie den vierten Platz.
Nach der Sportförderkompanie, die ihr optimale Trainingsbedingungen bietet, will Pähtz studieren, Berufswunsch Grundschullehrerin. Vom Schach allein zu leben ist kaum möglich: “Um sich seinen Lebensunterhalt mit Schach verdienen zu können, muss man nicht nur gut spielen, sondern zur absoluten Weltspitze gehören.” Mit den allerbesten Schachspielern zu konkurrieren, hält Pähtz für schwierig: “Männer können sich besser nur auf Schach konzentrieren. Frauen sind weniger fanatisch.” [...mehr]
Der erst 17-jährige Magnus Carlsen hat das hochklassig besetzte Schachturnier im niederländischen Wijk aan Zee gewonnen. Er teilte sich den Sieg mit dem Armenier Levon Aronian.
Magnus Carlsen hat zum ersten Mal ein ganz großes Turnier gewonnen. Seine Karriere ist beeindruckend: Mit 13 Jahren wurde der Norweger Großmeister, als drittjüngster Spieler überhaupt. 2004 spielte er bei einem Schnellturnier in Reykjavík gegen Garry Kasparow, gerade noch rettete der sich ins Remis, und Carlsen fluchte: „Ich habe wie ein Kind gespielt!” Sein Trainer Simen Agdestein hält den Jungen aus Lommedalen für ein Wunderkind, die Washington Post gar für den “Mozart des Schachs”. In der Schachbundesliga spielt er für den OSC Baden-Baden.
Levon Aronian lebt in Berlin und spielt am ersten Brett des Bundesligisten SC Kreuzberg. Der 25-Jährige gehört zu den Top Ten der Weltrangliste. Ein Höhepunkt seiner Karriere: Im Juni 2006 führte er die armenische Nationalmannschaft zur Goldmedaille bei der Schacholympiade in Turin. Zum Schach kam er auf ungewöhnliche Weise. Seine Schwester brachte ihm das königliche Spiel bei. Sie war es leid, sich von ihm ärgern zu lassen, und stellte den damals Neunjährigen mit den Holzpuppen ruhig. Mit Erfolg, ihr Bruder gewann drei Jahre später die U12-Weltmeisterschaft [...mehr]
Der frühere Schachweltmeister Bobby Fischer ist gestorben. Er erlag in Reykjavík einer nicht genannten Krankheit. 1972 gelang es dem Genie - Intelligenzquotient 186 - als erstem Amerikaner, den WM-Titel zu gewinnen. Es war die Hochzeit des Kalten Krieges, als er dem Russen Boris Spassky den Titel entriss. Allerdings drohte das Duell wegen Fischers exzentrischem Verhalten mehrfach zu scheitern, so verlor er eine Partie kampflos, gewann aber dennoch deutlich mit 12,5 : 8,5.
Fischer weigerte sich, gegen den nächsten russischen Herausforderer, den linientreuen Anatoli Karpow, anzutreten. Der wurde kampflos Weltmeister, Fischer zog sich nach Kalifornien zurück und spielte fast zwei Jahrzehnte keine Turnierpartie mehr.
1992 tauchte Fischer überraschend wieder auf und gab Spassky in Belgrad Revanche. Doch der Amerikaner gewann erneut und kassierte eine Siegprämie von 5,5 Millionen Dollar. Allerdings saß er in Belgrad in der Falle: Nach Ansicht der US-Behörden brach er mit seiner Teilnahme das Handelsembargo gegen Serbien und Montenegro, gegen Fischer wurde Haftbefehl erlassen, ihm drohten bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe bis 250 000 Dollar. Das Schachgenie versteckte sich und lebte an verschiedenen Orten in Europa, später hauptsächlich in Japan. Im März 2005 erhielt Fischer die isländische Staatsbürgerschaft und ließ sich in Reykjavík nieder.
So genial sein Spiel war, so sonderbar war Fischer. Obwohl selbst Jude, leugnete er den Holocaust. Die Anschläge am 11. September 2001 kommentierte er in Tokio in einem Radiointerview: “Fuck the US!”
Für das Schach hat er Großartiges hervorgebracht. Sein 1969 erschienenes Buch Meine 60 denkwürdigen Partien ist ein Klassiker. Viele Kinder, auch die life4sports-Autorin, machten ihre ersten Züge mit dem innovativen Einsteigerwerk Bobby Fischer lehrt Schach.
Bobby Fischer wurde 64 Jahre alt. [...mehr]






