» Tennis
Rafael Nadal siegte am Sonntag beim Masters-Series-Turnier in Monte Carlo zum vierten Mal in Folge. Der Spanier setzte sich im Traumduell gegen Roger Federer mit 7:5 und 7:5 durch und bewies dem Weltranglisten-Ersten aus der Schweiz, wer auf Sand die Nummer 1 ist.
Den ersten Satz gewann der Spanier noch sehr knapp gegen die Tennis-Nummer-Eins. Im zweiten Durchgang lag Nadal bereits mit 4:0 in Führung, ehe sein Gegner sich schlagkräftig wehrte und die kommenden fünf Spiele für sich entschied. Dazu kam, dass der Schweizer 44 Unforced errors produzierte. Beim internen Vergleich gegen den zwölffachen Grand-Slam-Champion führt Nadal mit 9:6. Auf Sand konnte der Mallorquiner das siebte von acht Duellen gewinnen.
Heute liefere ich mal ein paar Einblicke in das Gehirn einer Sportbloggerin. Freitag wollte ich eine Federer-Story schreiben, als Überschrift schwebte mir etwas vor wie “Die unerträgliche Leichtigkeit des Roger Federer”. Schließlich mutet sein Spiel so unangetrengt-souverän an, kein Ächzen und Stöhnen beim Treffen des Balles. Und Novak Djokovic, immerhin Dritter der Weltrangliste? Hellsichtig hatte ihn der Tagesspiegel vor Beginn der Australian Open zum Favoriten gekürt, weil Federer und Rafael Nadal angeschlagen ins Turnier gingen: “Möglich, dass mit Novak Djokovic daher der Dritte im Favoritenkreis am Ende die Trophäe in Händen halten darf.” Bisher hatte er keinen Satz abgegeben, aber der Schweizer sollte doch ein anderes Kaliber sein: Seit 208 Wochen steht er an der Spitze der Tennis-Weltrangliste, erreichte die letzten 10 Grand-Slam-Finals und gewann deren acht, schon zwölf insgesamt.
Beide betreten den Centrecourt in schwarzblauem Dress, chic und doch auch erstaunlich, dieser modische Gleichklang aus Portland und Herzogenaurach. Djokovic gewinnt den ersten Satz mit 7:5, sein Spiel ist klasse anzusehen. Und Federer? Er führt schon 5:3 und verliert den Durchgang, das ist ungewöhnlich, aber wenn immer alles glatt ginge, wäre Tennis mit Federer so aufregend wie Rennrodeln mit den ewig siegenden deutschen Damen.
Im zweiten Satz steht es schnell 5:1 für den Serben, der einfach nicht abbauen will. Der Schweizer schafft ein Rebreak, doch dann ist auch der Satz vorbei mit 6:3. Beginnt meine Federer-Hymne zu wanken? Nein, im Gegenteil, wenn er das Spiel jetzt noch umbiegt gegen den erst 20-jährigen Djokovic, dann ist er ein Künstler und Kämpfer, ein Virtuose und Fighter!
Er biegt aber nicht um. Er schafft kein Break im dritten Satz. Er verliert den Tie-Break. Er scheidet aus. Er konstatiert: “Es ist schon eine Enttäuschung da. Aber im Geiste, so wie ich gekämpft und probiert habe, war es alles, das ich geben konnte.” Er wird gar monströs: “Selber habe ich vielleicht ein Monster, eine Überfigur geschaffen, die in der Vergangenheit jede Woche gewinnt. Doch diese Maxime ist nicht so einfach zu erfüllen im heutigen Tennis.”
Und ich schließe mit schnödem Agentur-Deusch: Im Finale der Australian Open stehen sich am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) der Serbe Novak Djokovic (3) und der ungesetzte Franzose Jo-Wilfried Tsonga gegenüber. [...mehr]
TENNIS Bei den Australien Open hat Roger Federer das Halbfinale erreicht. Er besiegte den Amerikaner James Blake mit 7:5, 7:6 (7:5), 6:4. Der Schweizer steht zum 16. Mal hintereinander im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers und trifft nun auf den Serben Novak Djokovic, der sich ohne Satzverlust durch Melbourne schmettert. Federer freut sich auf das Match: “Novak spielt phänomenal, es wird ein aufregendes Match!” Das zweite Halbfinale bestreiten der Spanier Rafael Nadal und der Franzose Jo-Wilfried Tsonga.
HANDBALL Beim 35:27-Erfolg über Island feierte das DHB-Team die Renaissance des Rückraums, allein neun Tore warf der überragende Holger Glandorf. Heute geht es bei der EM gegen Frankreich, und die haben noch eine Rechnung offen. Bei der WM 2007 in Deutschland hieß es nach dem verlorenen Halbfinale: alles Mafia! Trainer Claude Onesta beschwerte sich in der L’Equipe über die “schwache Schiedsrichterleistung”, die ihn nicht erstaunt habe: “Alle Welt weiß, dass die Deutschen die Fäden beim internationalen Verband ziehen.” Bundestrainer Heiner Brand stichelte in SpOn: “Als Trainer hätte ich mich gefragt, wie es möglich ist, mit einer solchen Mannschaft, die vorher als unschlagbar galt, viermal zu verlieren.” Das brisante Duell geht um 18 Uhr auf dem Trondheimer Parkett weiter (ARD).
FUSSBALL Dass Timo Hildebrand das Tor des FC Valencia in der spanischen Primera División hütet, scheint seinen Kontrahenten Santiago Canizares wahnsinnig zu machen. Er geht nun zum Psychologen und greinte auf Radio Marca: “Ronald Koeman hat meine Karriere in Valencia von einem Tag auf den anderen beendet. Damit komme ich nicht klar. Deshalb befinde ich mich in psychologischer Behandlung.” Arsenal London ist nach einer 1:5-Klatsche bei Tottenham Hotspur aus dem englischen Liga-Pokal geflogen. Jens Lehmann musste sich das Elend mal wieder von draußen ansehen. [...mehr]
SKI ALPIN Bei der Abfahrt auf der Streif erlitt der Amerikaner Scott Macartney nach einem Horrorsturz ein isoliertes Schädel-Hirn-Trauma. Nach einem Fahrfehler verlor Macartney beim Zielsprung die Kontrolle und knallte so brachial auf die Piste, dass sein Helm brach. Er wurde in ein Innsbrucker Krankenhaus eingeliefert und ins künstliche Koma versetzt.
TENNIS Bei den Australian Open hat Philipp Kohlschreiber das Achtelfinale erreicht. Er verwandelte seinen fünften Matchball gegen Andy Roddick und siegte mit 6:4, 3:6, 7:6 (11:9), 6:7 (3:7), 8:6. Der Amerikaner schlug zwar 42 Asse, doch Kohlschreiber spielte das feinere Tennis und düpierte Roddick mit perfekt platzierten Rückhandpassierbällen. “Wir haben beide erstklassiges Tennis gespielt”, sagte der deutsche Davis-Cup-Spieler nach dem 3:52 Stunden langen Match, “es ist ein großartiges Gefühl, einen so guten Spieler wie Andy zu schlagen.” Im Achtelfinale wartet nun der Finne Jarkko Nieminen.
MOTORSPORT Beim Gehalt war Ralf Schumacher in der Spitzengruppe der Formel 1, auf der Piste eher selten. Nun soll er sein Gnadenbrot bei Mercedes in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft einfahren. “Ralf ist bis heute ein Spitzenfahrer, er war nicht umsonst zehn Jahre in der Formel 1″, lobte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. [...mehr]
TENNIS Philipp Kohlschreiber gewann heute bei den Australian Open gegen Jewgeni Korolew. Der Russe gab beim Stand von 6:4, 6:2, 0:1 verletzt auf. Kohlschreiber trifft in der 3. Runde auf den Amerikaner Andy Roddick oder den Deutschen Michael Berrer. Mit einer unterirdischen Leistung verabschiedete sich Rainer Schüttler aus Melbourne. Er verlor gegen den Franzosen Gilles Simon mit 2:6, 2:6, 1:6.
FUSSBALL Der Oberligist KFC Uerdingen hat seinen Cheftrainerposten versteigert. Für 4110 Euro darf der Gewinner am Samstag die Mannschaft beim Testspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen aufstellen und taktisch einstellen. KFC-Coach Aleksandar Ristic freute sich über das Geld: “Noch wichtiger ist aber, dass wir die Aufmerksamkeit von potentiellen Sponsoren geweckt haben”, sagte er der dpa. Ob einer der üblichen Verdächtigen den Zuschlag erhielt, ist life4sports nicht bekannt.
DOPING Die schönste Definition des Begriffs Blutdoping fand Spiegel Online: Die betrügerische Methode, äußerst effektiv und im Zweifelsfall tödlich, ist wie Höhentraining ohne Höhe - und ohne Training.
FUSSBALL Timo Hildebrand hielt ziemlich klasse für den FC Valencia im Spiel bei Atlético Madrid, doch dann tollpatschte er Madrids Stürmer Sergio Agüero den Ball vor die Füße, und der schon ihn rein zum entscheidenden 1:0. Die Sportzeitung AS fürchtet nun, Hildebrand sei vielleicht gar kein deutscher, sondern “eher ein englischer Torwart”. [...mehr]
Philipp Kohlschreiber besiegte zwei Tage nach seinem Turniererfolg in Auckland (Neuseeland) den Kroaten Roko Karanusic 6:4, 7:6 (7:5), 6:1. Nächster Gegner des einzigen gesetzten Deutschen (29.) ist am Mittwoch der Russe Igor Koroljew. Kohlschreiber folgte in Melbourne Rainer Schüttler, Michael Berrer, Angelique Kerber und Sandra Klösel in die zweite Runde.
Schüttler gewann das Duell zweier früherer Australian-Open-Finalisten gegen den Franzosen Arnaud Clement 6:4, 6:2, 6:7 (3:7), 6:4. 2003 war Schüttler im Endspiel am Amerikaner Andre Agassi gescheitert, zwei Jahre zuvor hatte Clement gegen Agassi verloren.
Kohlschreiber hatte bereits im vergangenen Jahr viele Sympathien gewonnen, als er in der zweiten Runde ein couragiertes Match gegen den Spanier Raphael Nadal zeigte, sich aber schließlich dem Favoriten beugen musste. In der dritten Runde könnte der derzeit beste Deutsche auf den Amerikaner Andy Roddick treffen, was er selbstbewusst kommentiert: “Warum sollte ich es nicht bis ins Halbfinale schaffen?” [...mehr]
Der deutsche Tennis kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht mehr heraus. Nach den Anschuldigungen eines anonymen Hinweisgebers, dass auch deutsche Sportler am internationalen Wettskandal beteiligt sind, ist nun das Gerücht von einer Vergiftung von Tommy Haas während des David Cup Matches gegen Russland im Umlauf. Teamkollege Alexander Waske hatte beiläufig bei einem Gespräch mit einem Russen erfahren, dass Thomas Haas vor dem Match gegen Igor Andrejew vergiftet worden sei. Die deutsche Nummer 1 hatte daraufhin sein Spiel gegen den Russen klar verloren.
Der deutsche Teamarzt hatte damals eine schwere Magen-Darm-Grippe diagnostiziert. Zu seinem zweiten Spiel konnte Haas dann gar nicht mehr antreten. Haas reagiert geschockt und kann sich selbst eine Vergiftung durchaus vorstellen, schließlich hatte er als Einziger einen Nachtisch zu sich genommen. Deutschland hatte das spannende Duell gegen Russland mit 2:3 verloren.
Ob sich die Anschuldigungen nach zwei Monaten noch beweisen lassen, ist zu bezweifeln. Größter Verlierer dürfte aber nach den Affären der letzten Wochen (Kokainmissbrauch bei Hingis u. Wettskandal) der Tennissport selbst sein. Das Image vom „weißen und sauberen“ Sport ist jedenfalls stark beschmutzt.
Um positive Schlagzeilen sind die Damen beim WTA-Masters in Madrid bemüht. Die Weltranglistenerste Justin Henin konnte ihr Auftaktmatch gegen Anna Tschakwetadse in zwei Sätzen gewinnen. Ebenfalls erfolgreich waren das Glamour-Girl Maria Sharapova und die Serbin Ana Ivanovic. [...mehr]
Am 1. November 2007 verkündete die Schweizer Tennisspielerin Martina Hingis ihren Rücktritt vom aktiven Tennissport. Auf einer Pressekonferenz in einem Züricher Hotel gab die ehemalige Nummer 1 der Weltrangliste vor allem Rücken- und Hüftprobleme als Hauptgründe an. Weiterhin gab sie aber bekannt, dass sie bei den All England Championships in Wimbledon positiv auf Kokain getestet wurde. Dass dies wohl der ausschlaggebendere Punkt für den Rücktritt gewesen sei, bestreitet die 27jährige Schweizerin vehement. Sie habe geschockt auf die Probe reagiert und persönlich eine Haarprobe zum Testen abgegeben. Dieser Befund sei negativ gewesen. Die Anwälte der Weltklassespielerin vermuten Unregelmäßigkeiten bei den Dopingkontrollen, näher wollte sie sich aber nicht äußern.
Martina Hingis war erst im Dezember 2005 nach einer zweijährigen Wettkampfpause in den Tenniszirkus zurückgekehrt. Schon damals zwangen sie anhaltenden Verletzungen und Motivationsprobleme zu einer Pause. Die Karriere von Martina Hingis war eine der erfolgreichsten in der Tenniswelt. Sie konnte sich als jüngste Wimbledon-Gewinnerin in die Geschichtsbücher eintragen. Insgesamt errang sie fünf Grand-Slam-Titel und 43 Einzeltitel. Zudem war sie 209 Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste.
Hoffentlich stellt sich heraus, dass die Verdächtigungen unbegründet waren, denn sie würden einen Schatten auf eine großartige Karriere werfen. Wie so oft in letzter Zeit werden Ikonen im Nachhinein zu sportlichen Betrügern, prominente Beispiele sind Marion Jones oder Ivan Basso. [...mehr]






