» Tour de France

Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers vom T-Mobile-Nachfolger High Road wird aus gesundheitlichen Gründen dieses Jahr nicht bei der am 5. Juli in Brest beginnenden Tour de France teilnehmen können.

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Boonen’s Chance bei der Tour zu fahren, ist gleich Null          ©flickr/Melifiscentgirl

Tour-Direktor Christian Prudhomme kündigte gestern an, dass Tom Boonen wegen seiner Kokain-Affäre nicht bei der diesjährigen Tour de France starten darf: “Er kann nicht starten, wenn sich die Informationen bewahrheiten.”

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Ob Boonen nach diesem Fall wieder bei der Tour so jubeln kann ist fraglich             ©flickr/YamabushiMonAmour

Einen knappen Monat vor der 95. Auflage der Tour de France ist Ex-Weltmeister Tom Boonen positiv auf Kokain getestet worden. Mit dieser Doping-Affäre dürfte der Start bei der Tour von Boonen in Gefahr geraten.

Inge Delissen, die Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft der nordbelgischen Stadt Turnhout bestätigte gestern: “Ein Richter wird sich mit der Angelegenheit beschäftigen.” Der positive Test stammte drei Tage vor der Belgien-Rundfahrt, wobei Boonen ein Etappensieg erzielte.

Laut dem Radsport-Weltverband UCI wird dieser Fall aber nicht als Doping angesehen, weil dieses Vergehen nicht im Wettkampf stattfand. Die Organisatoren der Tour de Suisse, bei der Boonen mitfahren wollte, luden ihn aber vorsichtshalber gleich aus.

UCI-Sprecher Enrico Carpan stellte klar, dass in dem Fall keine sportlichen Regeln verletzt wurden: „Drei Tage vor dem Wettkampf gilt als ‘außerhalb des Wettkampfes’.“ Wäre Boonen einen Tag vor einem Rennen positiv getestet worden, würde es als klarer Dopingfall geahndet werden. Carpani erklärte, dass es keine UCI-Kontrolle war, welche sich auf die Anti-Doping-Bestimmungen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA stützen. In dem Fall war es der flämische Radsport-Verband, der testete.

Der belgische Sprintspezialist und Gewinner von Paris-Roubaix 2008, gilt in seiner Heimat als eine große Berühmtheit. Das Quick-Step-Team, bei dem der Belgier unter Vertrag steht, sprach lange mit dem Sprinter, bevor man mit diesem Vorfall an die Öffentlichkeit gegangen ist. Aber auch wenn dieser Fall kein aktenkundiges Doping-Vergehen darstellt, dürfte dieser Fauxpas bei der gegenwärtigen Suche des Teams nach einem neuen Sponsor nicht unbedingt hilfreich sein. Auch steht in den Sternen, ob Boonen den Gewinn des Grünen Trikots bei der letztjährigen Tour de France im Juli wiederholen können wird.    [...mehr]


Morgen beginnt die Dauphiné Liberé         ©flickr/ibanmayoitxaspe

Einen Monat vor dem Beginn der Tour de France startet morgen die “Dauphiné Libéré”. Dieser knallharte Test in Südwestfrankreich dient für die Tour-Favoriten als Standortbestimmung und für die Helfer als letzte Empfehlung für ihre Mannschaften.

Die 60. Dauphiné verläuft über acht Tage von Avignon nach Grenoble und ist knapp 1100 Kilometer lang. Sieben schwere Anstiege gilt es zu meistern, aber ohne den schweren Mont Ventoux einzubeziehen. Morgen geht es mit dem Prolog-Zeitfahren über 5,6 Kilometer mit Ziel in Avignon los. Dann folgen zwei Flachetappen, wo die Sprinter sich auf die Tour vorbereiten können. Die dritte Etappe wird im Zeitfahren über 31 Kilometern ausgetragen. Die weiteren vier Tage führt das Peloton bei der Dauphiné in die Alpen, wobei die einzige Bergankunft auf den vorletzten Tag gelegt wurde.

Die Königsetappe wartet auf die Radprofis am Samstag. Sie ist 233 Kilometer lang und als Sahnehäubchen wurde die Bergankunft in La Toussuire, einem Skiort auf 1695m Höhe, eingebaut. Davor muss das Fahrerfeld aber noch über das Dach der Dauphiné, dem “Col de la Croix de Fer” (2067m). Am Schlusstag sind es nach Grenoble nur noch 127 Kilometer. Aber auf der finalen Etappe gilt es noch drei anspruchsvolle Anstiege in der zweiten Hälfte des Tagesabschnittes zu bewältigen.

Auch Levi Leipheimer vom Team Astana wurde eingeladen                    ©flickr/halfling_girl7Hochklassige Fahrer sind auch dieses Jahr wieder im Peloton. Levi Leipheimer (Astana) der Sieger von 2006, Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) und dessen Teamkollege Oscar Pereiro sowie Haimar Zubeldia und Samuel Sanchez (Euskaltel) sind vertreten. Auch in diesen prestigeträchtigen Kampf werden Carlos Sastre (CSC), Manuel Beltran (Liquigas) und Jose Angel Gomez Marchante (Saunier Duval) eingreifen.    [...mehr]


Das Astana-Team darf weiterhin nicht bei der Tour de France antreten             ©flickr/salfaromeaab

Bei der 95. Tour de France wird der Giro-Gewinner Alberto Contador und sein Astana-Team weiterhin nicht antreten dürfen. “Wir haben nichts gegen Contador selbst. Aber wir stehen zur Ausschluss-Entscheidung gegen Astana aus dem März”, sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme.

“Grund dafür waren die von Astana 2006 und 2007 begangenen Fehler”, meinte der Tour-Direktor weiter in Bezug auf die Doping-Vergangenheit der kasachischen Mannschaft. Das Team, in dem auch der beste deutsche Radprofi Andreas Klöden vertreten ist, fiel letztes Jahr durch vier Doping-Affären auf.

Unterdessen hat der Tour-Organisator ASO für die Tour de France einen umfangreichen Doping-Strafen-Katalog vorgestellt. In dem heißt es, dass alle Profis einen neuen “Anti-Doping- Vertrag” unterzeichnen müssen. Sollte ein Fahrer des Dopings überführt werden, muss er eine Strafe von 100 000 Euro zahlen.

Contador kann seinen Tour-Sieg  dieses Jahr nicht wiederholen         ©flickr/Bob AuBuchon“Wir haben den Vertrag unterschrieben. Ich will das jetzt nicht kommentieren. Die Tour will mit allen Mittel einen erneuten Doping-Skandal verhindern”, erklärte Hans-Michael Holczer, der Manager des Teams Gerolsteiner. Offen bleibt, ob dieser neue Kontrakt mehr juristisches Gewicht besitzt, als die letztjährige “Ehrenerklärung” gegen Doping, die alle Profis unterzeichnen mussten.

Wie man weiß hielten sich bei der Tour 2007 wenige Fahrer an diese Erklärung. Alexander Winokurow, Iban Mayo, Cristian Moreni und Patrik Sinkewitz wurden überführt. Michael Rasmussen wurde im Gelben Trikot suspendiert und auch die Verdächtigungen gegen den späteren Sieger der Frankreich-Rundfahrt Alberto Contador ließen die sonst so strahlende Tour hinter einem großen Doping-Schatten verdunkeln.



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Die Tour de France findet ohne das Team Astana statt! © flickr / Pawel Wojciechowski

Das Team von Andreas Klöden und Tour-Gewinner Alberto Contator muss nach dem Giro auch auf die Tour de France 2008 verzichten. Der Tour-Veranstalter Amaury Sports Organisation (ASO) verzichtet auf das Team von Johann Bruyneel, der als Teammanager Lance Amstrong zu sieben Tour-Siegen verholfen hat.

Damit ist zum zweiten Mal nach 1952 der Toursieger von der Schleife ausgeschlossen, allerdings hatte dies bei Fausto Coppi einen anderen Grund. Der Italiener wurde nicht eingeladen, weil seine sportliche Überlegenheit einfach zu groß gewesen war. Der Ausschluss des Astana-Teams gelte für alle Rennen der ASO, somit auch für den Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix.

Das Astana-Team hatte bei der vergangenen Tour für einen erheblichen Imageschaden gesorgt. Als Begründung führte die ASO in einer Mitteilung an: „”Durch das Team haben die Tour und der Radsport in den Jahren 2006 und 2007 großen Schaden erlitten. Gerade im vergangenen Jahr hat es das Vertrauen der Organisatoren missbraucht”. Allein drei Fahrer des Astana-Teams wurden im vergangenen Jahr des Dopings überführt, Matthias Kessler wegen Dopings mit Testosteron sowie Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin wegen Blutdopings. Insbesondere der Fall Winokurow sorgte während der Großen Schleife für Aufsehen, denn der Kasache gewann vor seiner Überführung zwei Etappen.

Team Astana © flickr / jvanvDamit dürfte die Planung für Astana für die diesjährige Saison hinfällig gewesen sein. Wie man aber bei der ASO betonte, werde man das Team in diesem Jahr beobachten und im kommenden Jahr eine Einladung in Betracht ziehen. Für das Telekom-Nachfolgeteam High-Road hat beim Giro ähnliche Konsequenzen gegeben, jedoch wurden sie bisher nicht von der Tour de France 2008 ausgeschlossen.    [...mehr]


Tour de France

Mit mehreren Neuerungen startet die Tour de France 2008 am 5. Juli in ein neues Abenteuer. Nachdem die Übertragung der Skandaltour von 2007 von den öffentlich-rechtlichen Sendern nach zahlreichen Dopingfällen eingestellt wurde und das Image der „Großen Schleife“ erheblich gelitten hat, hoffen die Veranstalter mit der Einführung eines Blutpasses mehr Transparenz ins Fahrerfeld zu bringen. In diesem wird das Blutbild des Radsportlers über Monate hinweg dokumentiert, so das Auffälligkeiten und Schwankungen schneller erkannt werden können. Die Vorlage des Passes wird zur ethischen Bedingung für die Teilnahme an der Tour de France 2008.

Wie sich das Teilnehmerfeld im kommenden Jahr zusammensetzen wird, steht aber noch in den Sternen. Teilnehmen möchte auf jeden Fall auch das Team Astana, welches im vergangenen Jahr mit mehreren Dopingfällen auffällig wurde. So wurde Alexander Winokurow, nachdem er zwei Etappen der Tour 2007 gewonnen hatte, des Dopings überführt. Zwar hat das Team den Kasachen und die anderen Dopingsünder inzwischen entlassen, aber mit Titelverteidiger Alberto Contador, Levi Leipheimer und Teamchef Bruyneel zweifelhafte Figuren des Radsports verpflichtet. Contador steht seit längerem unter dem Verdacht mit dem spanischen Arzt Fuentes zusammenzuarbeiten. Bruyneel gilt in der Branche auch nicht gerade als Dopinggegner, verpflichtete er als Teamchef von Discovery Channel trotz des vereinbarten Ehrencodex Ivan Basso, der nur wenige Wochen später des Dopings überführt wurde, was allgemein bekannt war.

Auch wer die kommende Tour übertragen wird, steht noch lange nicht fest. Bei der Radsportweltmeisterschaft 2007 in Stuttgart verzeichnete der Veranstalter schon erhebliche Verluste, denn Zuschauer und faire Radsportler fühlen sich betrogen und verschaukelt. Der Radsport hat über Jahre hinweg an Anerkennung und Popularität verloren. Es wird sich zeigen, ob es gelingt, die Fans wieder für sich zu gewinnen, denn es hat sich ja schon lange herauskristallisiert, dass Doping immer mehr als Strategie zum Rennsieg angesehen wird. Schade.    [...mehr]


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