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Alejandro Valverde hat gestern die erste Etappe der Dauphiné Liberé über 194 Kilometer von Avignon nach Privas für sich entschieden. Der Spanier setzte sich im Zielsprint gegen Thor Hushovd durch. Der Norweger übernahm aber das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.
Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner hatte den Massensprint schon mehrere hundert Meter vor dem Ziel eröffnet. Durch diese frühe Attacke blieb dem Deutschen Meister am Ende nur der vierte Rang. Valverde vom Team Caisse d’Epargne konnte mit einer guten Radlänge vor dem Profi vom Credit Agricole-Rennstall Hushovd seinen ersten Etappensieg bei dem achttägigen Radsport-Klassiker erzielen, den er nun schon zum dritten Mal mitfährt.
Schon 15 Kilometern nach dem Start bildete sich eine dreiköpfige Ausreißergruppe mit den beiden Franzosen Sebastien Joly vom Team Francaise des Jeux und Arnaud Labbe (Bouygues Telecom) sowie dem deutschen Nachwuchsfahrer Christian Kux vom Team Milram. Der 23-jährige Deutsche gewann nach 136 Kilometern die einzige Bergwertung dieser Etappe und konnte sich im Zielort Privas das Gepunktete Bergfahrer-Trikot überstreifen. 13 Kilometer vor der Ziellinie wurde das Trio vom Peloton eingefangen. Dann machte Team High Road für seinen Sprintstar Andre Greipel die Pace. Aber diese Arbeit war umsonst, der 25-jährige Deutsche musste abreißen lassen und kam erst 41 Sekunden hinter dem Sieger Valverde ins Ziel.
Hushovd erhielt durch eine Zeitgutschrift für den zweiten Platz und führt nun im Gesamtklassement. Dahinter liegt der Tagessieger Valverde mit einer Sekunde Rückstand. Prolog-Gewinner Levi Leipheimer (Astana/+0:05) ist Dritter. Bester deutscher Radprofi ist Wegmann auf Platz elf (+0:20). [...mehr]
Beim Prolog der 60. Auflage der Dauphiné Liberé hat gestern Levi Leipheimer triumphiert. Der US-Amerikaner vom Team Astana gewann nach dem 5,6 Kilometer langen Kurs in Avignon haarscharf vor dem norwegischen Sprinter Thor Hushovd (Credit Agricole).
Leipheimer ging als vorletzter Starter auf die Strecke und bewies allen, trotz dem schlechten Abschneiden beim Giro d’Italia, dass er die nötige Form besitzt, seinen Triumph bei der Südfrankreich-Rundfahrt von 2006 zu wiederholen. Der Astana-Profi fuhr auf dem flachen, mit wenig Kurven ausgestatteten Prolog in 6:10 Minuten mit einem Schnitt von 54,5km/h in das Ziel am Ufer der Rhône ein. Hinter dem Norweger Hushovd, der sich durch seine hervorragende Zeit lange als Sieger wähnte, kam Alejandro Valverde vom Team Caisse d’Epargne als Dritter mit einem Rückstand von sechs Sekunden auf Leipheimer ins Ziel.
Die Favoriten auf den Gesamtsieg wie auch die Prolog-Spezialisten kamen über zwölf Sekunden später als der Sieger über die Ziellinie. Man darf aber nicht vergessen, dass mit Blick auf die harten Bergetappen und das lange Zeitfahren auf der 3. Etappe dieser Zeitvorsprung sehr gering ist.
Topfavorit Cadel Evans vom Team Silence konnte mit seinem sechsten Platz überzeugen und zeigte der Konkurrenz, dass er seine Knieprobleme überwunden hat und sich im Tour-Vorbereitungssoll befindet. Die größte Enttäuschung unter den Topfavoriten der Dauphiné leistete sich der Teamkollege des Australiers Yaroslav Popovych (Ukraine), der 41 Sekunden hinter Leipheimer einfuhr.
Sprinter André Greipel vom Team High Road erreichte in 6:24 Minuten den zwölften Rang und wurde mit dem Ergebnis bester Deutscher. Einen Platz dahinter rangierte Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner (6:25).
Einen Monat vor dem Beginn der Tour de France startet morgen die “Dauphiné Libéré”. Dieser knallharte Test in Südwestfrankreich dient für die Tour-Favoriten als Standortbestimmung und für die Helfer als letzte Empfehlung für ihre Mannschaften.
Die 60. Dauphiné verläuft über acht Tage von Avignon nach Grenoble und ist knapp 1100 Kilometer lang. Sieben schwere Anstiege gilt es zu meistern, aber ohne den schweren Mont Ventoux einzubeziehen. Morgen geht es mit dem Prolog-Zeitfahren über 5,6 Kilometer mit Ziel in Avignon los. Dann folgen zwei Flachetappen, wo die Sprinter sich auf die Tour vorbereiten können. Die dritte Etappe wird im Zeitfahren über 31 Kilometern ausgetragen. Die weiteren vier Tage führt das Peloton bei der Dauphiné in die Alpen, wobei die einzige Bergankunft auf den vorletzten Tag gelegt wurde.
Die Königsetappe wartet auf die Radprofis am Samstag. Sie ist 233 Kilometer lang und als Sahnehäubchen wurde die Bergankunft in La Toussuire, einem Skiort auf 1695m Höhe, eingebaut. Davor muss das Fahrerfeld aber noch über das Dach der Dauphiné, dem “Col de la Croix de Fer” (2067m). Am Schlusstag sind es nach Grenoble nur noch 127 Kilometer. Aber auf der finalen Etappe gilt es noch drei anspruchsvolle Anstiege in der zweiten Hälfte des Tagesabschnittes zu bewältigen.
Hochklassige Fahrer sind auch dieses Jahr wieder im Peloton. Levi Leipheimer (Astana) der Sieger von 2006, Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) und dessen Teamkollege Oscar Pereiro sowie Haimar Zubeldia und Samuel Sanchez (Euskaltel) sind vertreten. Auch in diesen prestigeträchtigen Kampf werden Carlos Sastre (CSC), Manuel Beltran (Liquigas) und Jose Angel Gomez Marchante (Saunier Duval) eingreifen. [...mehr]
Bei der 95. Tour de France wird der Giro-Gewinner Alberto Contador und sein Astana-Team weiterhin nicht antreten dürfen. “Wir haben nichts gegen Contador selbst. Aber wir stehen zur Ausschluss-Entscheidung gegen Astana aus dem März”, sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme.
“Wir haben den Vertrag unterschrieben. Ich will das jetzt nicht kommentieren. Die Tour will mit allen Mittel einen erneuten Doping-Skandal verhindern”, erklärte Hans-Michael Holczer, der Manager des Teams Gerolsteiner. Offen bleibt, ob dieser neue Kontrakt mehr juristisches Gewicht besitzt, als die letztjährige “Ehrenerklärung” gegen Doping, die alle Profis unterzeichnen mussten.
Beim diesjährigen 91. Giro wurde bis jetzt kein Profi des Dopings überführt. Vielleicht haben die Sportler sich erstmals an die neuen Antidoping-Richtlinien gehalten und ein Wandel im Radsport ist erkennbar. Aber einige zweifelhafte Leistungen, gerade von Sportlern in den Bergen, lassen diese Hoffnungen sterben.
Gerade CSF Navigare sticht mit vier Etappensiegen hervor. Dieser kleine Rennstall kann den Gewinn des Bergtrikots und der Mannschaftswertung für sich verbuchen. Außerdem fand man im Gesamtklassement drei Fahrer dieses Teams unter den Top 12 wieder. Aber nicht zu vergessen ist, dass vor dem Giro ihr Sprinter Max Richeze positiv auf Anabolika getestet wurde. Auch muss man festhalten, dass kein Profi dieser Zweitliga-Mannschaft die Ehrenerklärung des Weltverbandes UCI für einen sauberen Radsport unterzeichnete.
Diese zweifelhaften Leistungen vom CSF-Team Sella und Co. sorgten auch im Peloton für Diskussionsstoff. Andreas Klöden zeigte sich mutig und beklagte schon vor den Bergetappen, dass die Dopingtests bei den Teams sehr unterschiedlich ausfallen würden, wobei er CSF als größtes Negativ-Beispiel hervorhob.
Beim abschließenden Zeitfahren hat Alberto Contador seinen Vorsprung ausbauen können und seinen ersten Giro-Sieg besiegelt. Dem ärgsten Kontrahenten Riccardo Ricco nahm der Astana-Profi gestern auf dem 28,5 km langen Kurs knapp zwei Minuten ab. Die letzte Etappe nach Mailand gewann Marco Pinotti (Italien/High Road) vor seinem Teamkollegen Tony Martin.
Contador bei der Zielankunft in Mailand:
Das Team des Siegers wurde dieses Jahr aufgrund mehrerer Doping-Skandale nicht zur Tour de France eingeladen. Contador sieht die Ausladung nach seinem Triumph aber eher gelassen: “Natürlich gefällt mir das nicht, aber ich glaube nicht, dass sich daran noch etwas ändert. Außerdem hätte ich nach diesem harten und anstrengenden Giro sowieso keine Kraft mehr, zur Tour zu fahren.”
Bei der heutigen und letzten Bergankunft des 91.Giro d’Italia hatte Alberto Contador alle Mühe das Rosa Trikot des Gesamtführenden zu verteidigen. Die Italiener Danilo di Luca und Riccardo Ricco griffen den Astana-Profi mehrfach an und verkürzten den Abstand in der Gesamtwertung gewaltig.
Die beiden Herausforderer kämpften wie besessen, dem Spanier sein “maglia Rosa” abzunehmen. Auf di Luca büßte Contador inklusive der Zeitgutschrift rund zwei Minuten ein und Ricco konnte ihm sogar 37 Sekunden abnehmen. So bleiben dem Spanier knappe vier Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung vor dem Italiener.
Auf der 18. Etappe hat gestern Jens Voigt den zweiten deutschen Etappensieg beim diesjährigen Giro eingefahren. Der CSC-Profi riss 34 Kilometer vor dem Ziel aus und schaffte es, die Führung bis zum Ziel in Varese zu behalten.
Bilder von der Zieleinfahrt:
Auf der 17. Etappe des Giro d’Italia hat gestern der Deutsche André Greipel vor seinem Teamkollegen Mark Cavendish im Zielsprint gewonnen. Für den High Road-Profi war es der erste deutsche Etappensieg bei dem diesjährigen Giro. Platz drei ging an den Italiener Daniele Bennati (Liquigas).
Bilder von der Zielankunft:
Nach dem schweren Bergzeitfahren zum Kronplatz hat Alberto Contador das Rosa Trikot übernommen. Dem spanischen Tour-de-France-Sieger und seinem kasachischen Team Astana ist der erste Sieg bei der Italien- Rundfahrt kaum noch zu nehmen.
Im abschließenden Zeitfahren am Sonntag auf der letzten Giro-Etappe sieht der Spanier erst recht keine Gefahr. “Ich freue mich darauf. Der Kurs liegt mir. Wenn ich muss, kann ich dort einen Rückstand noch aufholen”, erörterte Contador, dem der Weg zur Tour wegen des Astana-Banns in diesem Jahr verschlossen bleibt. “Die ersten Tage des Giro waren schwer für mich. Auch die Dolomiten-Etappen haben wehgetan. Doch jetzt hat sich meine Form stabilisiert”, sagte er zuversichtlich.










