Ratgeber

Die olympischen Sportarten: Hockey

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Geschichte des Hockey-Sports

Der Begriff „Hockey“ stammt vermutlich aus dem Altfranzösischen („hoquet“) und bedeutet „gebogener Stab“ oder „Schäferstock“. Hockey ist ein Treibballspiel: Zwei Mannschaften versuchen, den Ball mit dem Hockeyschläger möglichst oft ins gegnerische Tor zu schießen.

Aus dem Jahr 4000 v. Chr. stammt die älteste Darstellung eines Hockeyspiels, eine Grabmalerei aus dem Niltal. Vorläufer des Hockey gab es in China um 2800 v. Chr. Stockballspiele sind auch aus Persien (6. Jh. v. Chr.) und Griechenland (500 v. Chr.) überliefert. Später spielte man in Irland „Hurling“, ähnliche Spiele sind im Mittelalter aus Frankreich und den Niederlanden bekannt.

In England wurde der einst raue Sport – der Schläger diente mitunter auch dazu, den Gegner außer Gefecht zu setzen – zum modernen Hockey umgewandelt und verfeinert. In Londons gründeten Sportler 1861 den ersten Verein namens Blackheath Football and Hockey Club. Da Hockey nun nicht mehr als Kampfsport galt, setzten die Teams zunehmend Frauen als „Lückenbüßer“ ein. Und da die Damen „ohnehin nach Betätigung suchten, galt Hockey bald als Damensport“ in England, wie die Wissenschaftlerin Christiane Eisenberg in ihrem Buch „English Sports und Deutsche Bürger“ schreibt. Aus dieser Tradition leitet sich ab, dass Hockeyspielerinnen bis heute Röcke tragen, freilich nicht mehr knöchellang wie damals.

Die England Hockey Association, die zugleich zahlreiche Regeln definierte, wurde 1886 gegründet. Die britische Armee verbreitete Hockey in Indien, Pakistan und Australien, die sich allesamt zu begeisterten Hockeynationen entwickelten. Seit 1908 spielen Herren Hockey bei Olympia, die Damen erst seit 1980.

Regeln

Das Spielfeld, meist Kunstrasen, ist 91,4 m × 55 m groß. Ein Team besteht aus dem Torwart und 10 Feldspielern, es darf fliegend gewechselt werden. Die Spielzeit beträgt 2 x 35 Minuten. Gültige Tore können nur mit der flachen Seite des Schlägers innerhalb des Schusskreises erzielt werden. Einzig der Torwart darf den Ball über Schulterhöhe mit dem Schläger berühren.

Begeht ein Team innerhalb ihres eigenen Schusskreises einen Regelverstoß (Sperren, Stockfehler, Körperspiel), wird eine kurze Ecke (Strafecke) verhängt. Bei groben Regelverstößen gibt es einen Siebenmeter, wobei der Ball nur geschlenzt oder geschoben werden darf. Ähnlich dem Fußball gibt es eine Abseitsregel. Rohes Spiel oder Unsportlichkeiten werden mit Zeitstrafen (2 bis 10 Minuten) oder einem Platzverweis geahndet.

Favoriten

Vier Jahre nach dem sensationellen Sieg der deutschen Damen in Athen und dem Gewinn der Bronzemedaille durch die Herren zählen beide Teams zu den Favoriten. „Wir wollen in Peking den deutschen Hockey-Sport wieder erfolgreich repräsentieren“, kündigte DHB-Sportdirektor Rainer Nittel an. Bei den Damen sind Australien, die Niederlande und China die härtesten Konkurrentinnen. Noch dichter ist die Leistungsdichte bei den Herren, sehr stark scheinen die Niederlande, Spanien und Australien zu sein.

Deutsche Teilnehmer

Die Keller-Family vererbt das bisher kaum erforschte Hockey-Gen: Natascha, Goldmedaillen-Gewinnerin in Athen, ist ebenso für Peking nominiert wie der jüngerer Bruder Florian. Ihr Vater Carsten Keller gewann 1972 in München Hockey-Gold. Andreas Keller, der ältere Bruder von Natascha und Florian, reüssierte 1992 in Barcelona. Großvater Erwin Keller gewann im Jahre 1936 in Berlin olympisches Silber gegen die damals als unschlagbar geltenden Inder.

Die olympischen Sportarten: Badminton, Baseball, Basketball, Bogenschießen, Boxen, Fechten, Fußball, Gewichtheben, Handball, Hockey, Judo, Kanu, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Radsport, Reiten, Ringen, Rudern, Schießen, Schwimmen/ Wassersport, Segeln, Softball, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Triathlon, Turnen, Volleyball

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