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Geschichten aus Pyeongchang

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Pyeongchang – Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gibt es auch abseits der Wettkampfstätten allerhand Berichtenswertes:

LANGE NACHT FÜR TRAINER: Nach dem historischen Dreifach-Triumph der Nordischen Kombinierer durften im Deutschen Haus nur die Trainer und Betreuer richtig ausgelassen sein. «Wir Betreuer werden länger feiern, die Jungs bissl weniger. Wir müssen das ein bisschen für sie mit übernehmen», kündigte Bundestrainer Hermann Weinbuch an. Seine Schützlinge müssten sich nach dem Sieg von Johannes Rydzek vor Fabian Rießle und Eric Frenzel ja bereits wieder auf den Donnerstag vorbereiten. Dann steht der Teamwettkampf, bei dem Deutschland deutlicher Favorit ist, auf dem Programm.

ZAHN AB: Bei den Feierlichkeiten im Deutschen Haus hat sich Olympiasieger Eric Frenzel einen kleinen Teil seines Schneidezahns abgebrochen. Dies bestätigte ein Sprecher des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Mittwoch. Frenzel selbst habe es erst gar nicht mitbekommen, hieß es. Die «Verletzung» blieb vom Teamarzt unbehandelt. Der Oberwiesenthaler fuhr mit Bronze bereits seine zweite Medaille von Pyeongchang ein. Zuvor hatte er Gold von der Normalschanze gewonnen.

ABERGLAUBE: Kombinierer-Bundestrainer Hermann Weinbuch tauchte auch einen Tag vor der Teamentscheidung am Donnerstag überraschend bei den deutschen Journalisten im Pressezentrum im Alpensia-Nordic-Park auf. «Das habe ich jetzt zweimal gemacht und zweimal hat es uns Glück gebracht. Da musste ich jetzt noch mal kommen», sagte der Goldschmied der deutschen Kombinierer. Mit seinen Kurzbesuchen wollte er ursprünglich nur die Zeit bis zur Mannschaftsführersitzung in unmittelbarer Nähe zum Pressezelt überbrücken.

WETTE: Paarläufer Ruben Blommaert muss am Donnerstag in Pyeongchang eine unangenehme Wette einlösen. «Er hat gesagt, wenn wir Olympiasieger werden, geht er hier ins Wasser», erzählte Bruno Massot der dpa. Nachdem der gebürtige Franzose zusammen mit Aljona Savchenko Gold gewonnen hat, fahren Massot und Blommaert nun an den Strand von Gangneung zum japanischen Meer. «Ich habe ihm gesagt, es ist besser, nicht mit mir zu wetten», ergänzte Massot lachend. Der 25-jährige gebürtige Belgier war zusammen mit Annika Hocke auf Platz 16 bei Olympia gelandet.

SPITZNAME: Mit 27 Jahren ist Paul Eckert der Älteste des deutschen Skicross-Trios und hat die Rolle des erfahrenen Kollegen übernommen. Neckisch wird er deswegen auch «Papa» genannt. «Das habe ich nur als Scherz angefangen», erzählt Tim Hronek schmunzelnd. «Er ist halt der Älteste und kümmert sich um uns jungen Hüpfer, deswegen habe ich ihn so genannt.» Hronek ist wie Florian Wilmsmann erst 22.

GLÜCKSBRINGER: Breit grinsend zeigte Sofia Goggia den Korken her. Dieser hatte als Glücksbringer ganze Arbeit vollbracht und für die erste italienische Goldmedaille in einer Damen-Abfahrt gesorgt. Die 25-Jährige erzählte, dass der Korken von einer Flasche Lambrusco-Wein stamme, die sie vor einem Jahr nach ihren Erfolgen in Pyeongchang in Abfahrt und Super-G bekommen habe. Als Talisman nahm sie ihn mit und brachte ihn für die Winterspiele zurück nach Südkorea. Im Super-G vergaß sie, ihn in ihre Tasche im Ziel zu stecken – und vergab durch einen schweren Fehler auf der Piste eine mögliche Medaille. Bei der Abfahrt passierte ihr das Malheur nicht mehr – und es wurde Gold.

DER WAGEMUTIGE: Selbst der schneidende Wind und die Eiseskälte konnten Michael Rösch nicht abhalten. Nur in Badehose und mit wehender belgischer Flagge in beiden Händen stürmte der Biathlet aus Altenberg nahe Pyeongchang ins Meer. Rösch hielt es aber nicht lange aus: Nach einem Hechtsprung ins kalte Wasser kam der 34-Jährige schnell wieder an Land. Die umstehenden Südkoreaner am Strand guckten verdutzt. Rösch war dank einer Crowdfunding-Aktion, bei der mehr als 24 000 Euro an Spenden zusammenkamen, zu seiner zweiten Olympia-Teilnahme nach 2006 gekommen. In Turin vor zwölf Jahren hatte Rösch noch mit Deutschland Staffel-Gold gewonnen. Nach Diskrepanzen mit der deutschen Verband und eigenen Fehlern wechselte er 2014 nach Belgien.

66 JAHRE: So lange ist es her, dass ein männlicher Wintersportler olympisches Edelmetall in zwei verschiedenen Sportarten holte. 1952 war es der Finne Heikki Hasu, der Gold in der Ski-Langlauf-Staffel und Silber in der Nordischen Kombination gewann. In Pyeongchang hatte die Niederländerin Jorien ter Mors für das Novum gesorgt. Nach ihrem Olympiasieg im 1000-Meter-Rennen der Eisschnellläufer erkämpfte sie auch Bronze mit der Shorttrack-Staffel der Oranjes.

Fotocredits: Tobias Hase
(dpa)

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