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Leichtathletik: Bundestrainer Jürgen Mallow zum Sportdirektor degradiert

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Die deutschen Leichtathleten haben in Peking mit nur einer Bronzemedaille für Speerwerferin Christina Obergföll die schlechteste Bilanz seit 104 Jahren hingelegt. Nun werden Konsequenzen gezogen: Der bisherige Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow wird zum Sportdirektor degradiert. „Herr Mallow ist künftig in der Verwaltung tätig. Das ist nur ein Teil von Maßnahmen. Momentan richten sich alle Entscheidungen auf Berlin aus, um dort gut aufgestellt zu sein“, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop heute in Frankfurt.

Die Aufgaben des 63-Jährigen teilen sich bis zur WM Rüdiger Harksen, bisher Hürden-Bundestrainer bei den Frauen, und Stabhochsprung-Experte Herbert Czingon. Harksen, Coach der in dieser Woche zurückgetretenen Vize-Europameisterin Kirsten Bolm, kümmert sich um die Bereiche Lauf und Sprint, der Mainzer Czingon um die technischen Disziplinen.

Der bisherige Bundestrainer hatte in Peking in einem beispiellosen Rundumschlag die Pleite auf Politik und Deutschen Olympischen Sportbund abgewälzt: „Die wollen immer mehr Medaillen, und was tun sie dafür? Nichts, nichts, nichts!“

Nach der enttäuschenden Ausbeute bei Olympia 2004 in Athen mit nur zweimal Silber (Speerwerferin Steffi Nerius und Kugelstoßerin Nadine Kleinert) hatte sich der DLV bei der WM 2007 in Osaka/Japan (zweimal Gold/zweimal Silber/dreimal Bronze) bereits auf dem Weg aus der Krise gewähnt. Doch der Rückschlag in Peking hat den Verband ein Jahr vor der Heim-WM bis ins Mark erschüttert.

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