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Die Lehren aus dem Großen Preis von Russland

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Sotschi – Sebastian Vettel verließ Sotschi tief enttäuscht. Der Defekt an seinem Auto in Runde 28 und die Teamorder-Farce bei Ferrari trafen den viermaligen Formel-1-Weltmeister am Sonntag schwer.

Bei der Italienern gibt es nach dem völlig verkorksten Großen Preis von Russland einmal mehr Redebedarf, während Mercedes über den ersten Formel-1-Sieg nach der Sommerpause jubeln durfte.

Die Lehren des 16. Saisonlaufs:

FERRARI MUSS SCHON WIEDER EINEN FAHRER-STREIT SCHLICHTEN

Ferrari kommt nicht zur Ruhe. Trotz bester Voraussetzungen verpatzte die Scuderia den Großen Preis von Russland völlig. Vettel musste sein Auto nach einem technischen Defekt abstellen, eine verwirrende Teamorder mit viel Funkverkehr sorgte zudem für Gesprächsstoff. Die Streitigkeiten müssen möglichst schnell geklärt werden. «Wir müssen uns vertrauen, das ist wichtig für das Team», sagte Charles Leclerc. Der 21-Jährige aus Monaco sah bei sich selbst keine Fehler, auch der Heppenheimer Vettel gab an, nur nach den Absprachen gehandelt zu haben. Teamchef Mattia Binotto analysierte nüchtern: «Wir haben den Sieg abgegeben aufgrund eines Zuverlässigkeitsproblems.»

MERCEDES IST WIEDER DA, WENN FERRARI PATZT

Eigentlich hatten die Silberpfeile in Russland überhaupt keine Chance auf den Sieg, da der Motor zu schwach schien. Doch Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas konnten sich am Sonntag über die Plätze eins und zwei freuen. «Ich habe lange darauf gewartet, es fühlt sich wie das erste Mal an», sagte der Brite Hamilton nach seinem 82. Grand-Prix-Erfolg. Zuvor hatte Ferrari dreimal nacheinander triumphiert. Nun läuft für ihn auf dem Weg zu Titel Nummer sechs wieder alles nach Plan. «Es wird härter und härter für uns. Wir müssen weiter solche Leistungen zeigen», sagte Hamilton.

HÜLKENBERG FÄHRT NUR HINTERHER

Immerhin einen WM-Punkt nahm Nico Hülkenberg als Zehnter aus Sotschi mit. Das war für den 32-Jährigen aus Emmerich aber auch schon das einzig Positive in Russland. «Es war ein frustrierendes Rennen und enttäuschend, denn wir hatten das Potenzial für mehr», sagte der Renault-Fahrer. Er wolle noch das «Maximum aus den letzten Rennen holen», sagte Hülkenberg. Womöglich werden es nach neun Jahren die letzten Formel-1-Starts für ihn. Für die kommende Saison hat der Routinier noch keinen neuen Vertrag.

RED BULL SETZT VOLL AUF SUZUKA

Den Grand Prix in Russland opferte Red Bull für ein starkes Heimspiel von Motorenpartner Honda in zwei Wochen im japanischen Suzuka. Der zweimalige Saisonsieger Max Verstappen und Alexander Albon gingen genau wie die Fahrer des Schwesterteams Toro Rosso in Sotschi mit neuen Motoren an den Start und kassierten dafür Startplatzstrafen. Sie haben das zulässige Limit bereits überschritten. In Suzuka will der Niederländer Verstappen, der in der Gesamtwertung als Vierter noch vor Vettel liegt, angreifen: «Ich will am liebsten gewinnen.»

Fotocredits: Luca Bruno
(dpa)

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