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Fix: Labbadia löst Nouri als Hertha-Coach ab

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Berlin – Hertha BSC geht mit Bruno Labbadia in die Zukunft – und kommt durch den dritten Trainerwechsel in dieser Saison auch in der Corona-Krise nicht zur Ruhe.

Der 54-Jährige unterschreibt beim Berliner Fußball-Bundesligisten einen Vertrag mit nicht genannter Dauer und wird bereits am Ostermontag erstmals das Training leiten. Wie der Club mitteilte, löst Labbadia den glücklosen Alexander Nouri ab, der die Mannschaft eigentlich bis zum Sommer betreuen sollte. Von diesem ursprünglichen Plan nahm Hertha nach wenig befriedigenden Auftritten vor der Pandemie-Zwangspause jedoch Abstand.

«Durch die aktuelle Situation bezüglich des Coronavirus und die Unterbrechung der Saison erleben wir gerade eine Art vorgezogene Sommerpause», sagte Geschäftsführer Michael Preetz einer Vereinsmitteilung zufolge: «Wir haben uns dazu entschlossen, diese Chance, die Mannschaft in den nächsten Wochen auf eine mögliche Fortführung der Saison vorbereiten zu können, zu nutzen und unsere Entscheidung auf der Trainerposition vorzuziehen.»

Derzeit ruht der Spielbetrieb zwar vorerst bis zum 30. April, doch bei der abstiegsbedrohten Hertha bleibt es turbulent. Labbadia ist nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Nouri bereits der vierte Coach seit Start der laufenden Spielzeit, die für die Berliner ganz anders als geplant verlief. «Hertha BSC ist ein Verein mit einem klaren, ambitionierten Plan für die Zukunft», sagte Labbadia: «Wir haben große Lust, Teil dieses Plans und der Weiterentwicklung von Hertha zu sein. Es liegt viel Arbeit vor uns.»

Schon im vergangenen November galt Labbadia als möglicher Covic-Nachfolger. «Er passt mit seiner Idee von offensivem Fußball, seiner Akribie und seinem Ehrgeiz perfekt zu Hertha BSC und unseren Zielen», sagte Preetz nun. Die Wunschlösung wäre dem Vernehmen nach jedoch Niko Kovac gewesen. Hertha hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach intensiv um die Dienste des Ex-Trainers des FC Bayern München bemüht, von einem Engagement in seiner Geburtsstadt auch erst im Sommer war der 48-Jährige jedoch nicht zu überzeugen.

Hertha war mit Covic in die Saison gestartet, er musste jedoch bereits Ende November 2019 gehen und wurde vom früheren Bundestrainer Klinsmann abgelöst. Zwar verbesserte sich die Situation unter dem Weltmeister von 1990 für kurze Zeit, doch Klinsmann warf nach nicht einmal drei Monaten hin. Sein Auftritt löste viel Trubel und am Ende viel Ärger aus. Nach Klinsmanns abruptem Rücktritt mit vielen Störgeräuschen wegen angeblich fehlender Rückendeckung im Club wurde dessen Assistent Nouri zum Chefcoach ernannt.

Nun kommt Labbadia. Der ehemalige Stürmer arbeitete in der Bundesliga zuvor für Bayer Leverkusen, den Hamburger SV, den VfB Stuttgart und zuletzt für den VfL Wolfsburg. Er übernahm die Niedersachsen im Februar 2018 mitten im Abstiegskampf – und führte den VW-Club in nur 15 Monaten direkt in die Europa League. Aus einem verunsicherten und lethargischen Team formte Labbadia eine spielstarke Einheit. Nur mit dem neuen Sportchef Jörg Schmadtke verstand er sich nicht, sodass er seinen auslaufenden Vertrag mit dem VfL vor einem Jahr nicht verlängerte.

Klinsmann-Nachfolger Nouri konnte seit seiner Beförderung Mitte Februar kaum überzeugen und schaffte es mit einem Sieg aus vier Spielen nicht, Hertha aus der Abstiegszone zu führen. Mit 28 Punkten aus 25 Begegnungen steht der Verein auf Platz 13 und hat lediglich sechs Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone. Zu wenig für die eigenen Ansprüche des «Big City Club», der mit Investoren-Millionen des Unternehmers Lars Windhorst große Ziele verfolgt und in den nächsten Jahren möglichst schnell ins internationale Geschäft zurück will.

Laut «Kicker» befand sich der 40 Jahre alte Nouri in den vergangenen Tagen nicht mehr bei der Mannschaft. Obwohl Hertha seit Montag wieder in Kleingruppen trainiert, weilte Nouri laut eines Medienberichts bei seiner Familie in der Nähe von Bremen. Auch Nouris Assistent Markus Feldhoff und Werner Leuthard haben keine Zukunft bei den Berlinern, Labbadia bringt neben seinem langjährigen Vertrauten Eddy Sözer auch Olaf Janßen als Co-Trainer mit an die Spree. Zudem kommt Günter Kern als Athletiktrainer. Torwarttrainer Zsolt Petry, Athletiktrainer Henrik Kuchno und Reha-Trainer Hendrik Vieth bleiben.

Die stark eingeschränkten Trainingseinheiten mit Fokus auf dem konditionellen Bereich leitete in dieser Woche Kuchno. Ab Montag steht Labbadia auf dem Olympiagelände der Hauptstadt auf dem Rasen. Außerdem soll er bei einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden, hieß es. Er will Hertha «bestmöglich auf den Tag vorbereiten, an dem wieder Fußball gespielt wird», sagte der neue Coach.

Fotocredits: Jan Woitas
(dpa)

(dpa)

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