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Giro beginnt mit Doping-Missklang: Zwei positive A-Proben

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Alghero – Getrübte Stimmung auf der großen Jubiläumsparty: Der 100. Giro d’Italia begann in Alghero auf Sardinien mit einem groben Missklang.

Die italienische Zweitliga-Mannschaft Bardiani CSF durfte mit sieben Fahrern starten, obwohl die Teammitglieder Stefano Pirazzi und Nicola Ruffoni wegen Dopingverdachts am Vorabend vom Rennen ausgeschlossen worden waren.

Bei der offiziellen Team-Präsentation am Donnerstag waren die beiden mit traurigen Mienen noch dabei – offensichtlich sollte die rauschende Feier nicht gestört worden. Der Fall war bereits bekannt. Als die Zuschauer auf dem Heimweg waren, wurde die Nachricht publik.

Nach Artikel 7.12.1 des Anti-Doping-Reglements des Weltverbandes UCI kann eine Entscheidung der Disziplinar-Kommission ein Team – notfalls auch mitten im Rennen – noch stoppen. Der Start der dezimierten Bardiani-Equipe, die jetzt um ihren Fortbestand zittern muss, fand also nur unter Vorbehalt statt.

195 Profis und damit drei weniger als geplant standen am Start. Das Astana-Team hatte aus Respekt für den vor knapp 14 Tagen tödlich verunglückten Michele Scarponi auf Ersatz verzichtet und ging mit acht Fahrern ins Rennen. Die Startnummer 21 wurde deshalb nicht vergeben. Der Veranstalter teilte auf seiner Homepage lapidar mit, die Fahrer mit den Nummern 31 und 39 seien nicht gestartet.

Pirazzi und Ruffoni vom Team Bardiani CSF, das mit einer Wild Card ins Rennen kam, waren in Trainingskontrollen am 25. und 26. April positiv auf das Wachstumshormon GHRP getestet worden. Bis zum Ergebnis der B-Probe bleiben sie nach Mitteilung des Weltverbandes UCI suspendiert.

Der 75 Jahre alte Teammanager Bruno Reverberi versuchte sich von seinen Angestellten zu distanzieren. Er und das Team hätten mit den Vorfällen nichts zu tun. Das Fahrerhotel war am Abend abgeschlossen. Alle Lichter waren gelöscht, um neugierige Journalisten in die Irre zu führen. Am Freitag erklärte die Mannschaftsführung, sich von den beiden Fahrern zu trennen, wenn auch die B-Probe die Ergebnisse der A-Probe bestätige. In diesem Fall droht Pirazzi und Ruffoni eine mehrjährige Sperre.

«Ich habe versucht, mit beiden zu reden», berichtete Reverberi. «Pirazzi sagte nichts, Ruffoni konnte nicht erklären, wie der positive Befund zustande gekommen sei. Er wollte sich einen Anwalt nehmen», gab der betagte Chef weiter zu Protokoll.

Fotocredits: Dario Belingheri
(dpa)

(dpa)

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