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Handball-Star Gensheimer träumt von Königsklassen-Titel

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Köln – Für genau diese Spiele ist Uwe Gensheimer zu Paris St. Germain gewechselt. Deutschlands bester Handballer steht mit dem französischen Spitzenclub kurz vor der Krönung seiner Karriere.

Dabei hat er die französische Meisterschaft mit Paris gerade erst gewonnen, mit den Rhein-Neckar Löwen war ihm das zuvor auch in der Bundesliga gelungen. Was dem Weltklasse-Linksaußen aber fehlt, ist der Champions-League-Sieg. Das soll sich am Wochenende beim Final Four in der Kölner Lanxess Arena ändern.

«Der Champions-League-Sieg ist mein größter Traum, dafür bin ich nach Paris gekommen», sagt der 30-Jährige. «Und jetzt ist das Ziel zum Greifen nah.» Nur zwei Siege trennen den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft noch von der ersehnten Trophäe. Doch bereits die erste Hürde ist ziemlich hoch. Im ersten Halbfinale am Samstag (15.15 Uhr) treffen Gensheimer und das Pariser Starensemble auf Ungarns Spitzenclub Telekom Veszprem. Der FC Barcelona und Vardar Skopje spielen wenig später (18 Uhr) um das zweite Finalticket.

Erstmals überhaupt ist kein deutsches Team beim Final Four in Köln dabei. Das spielt für Gensheimer aber keine Rolle. «Nur so viel: Die Mannschaften, die sich qualifiziert haben, haben dies auch verdient und sind zurecht dabei», sagt er. Rekordmeister THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt waren beide im Viertelfinale an Barça und Final-Four-Debütant Skopje gescheitert. Die Löwen waren schon im Achtelfinale ausgeschieden. «Alles nicht so dramatisch», fand auch Liga-Präsident Uwe Schwenker im Gespräch mit dem Fachmagazin «Handball Inside». «Jetzt sind mal andere dran. Das belebt das Geschäft.»

Für ein wenig deutsches Flair wird immerhin Gensheimer sorgen – und ein Schiedsrichter-Duo. Die beiden deutschen Top-Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig profitieren vom schwachen Abschneiden der Bundesliga-Clubs in dieser Saison. Sie werden das Finale am Pfingstsonntag (18 Uhr) leiten. «Dieses Spiel ist ein unglaubliches i-Tüpfelchen, ein weiterer Höhepunkt. Damit geht ein Kindheitstraum von uns beiden in Erfüllung», sagte Geipel, der seit mehr als 20 Jahren mit Helbig pfeift. Als letzte Deutsche hatten 2005 Frank Lemme und Bernd Ullrich ein Männer-Finale in der Königsklasse geleitet.

Auch die Europäische Handballföderation (EHF) sorgt sich nicht, dass in Köln erstmals kein deutscher Club starten wird. Der Ticketverkauf laufe trotzdem sehr gut. Als Veranstaltungsort funktioniere Köln «geradezu perfekt», sagte EHF-Präsident Michael Wiederer. Mindestens bis 2020 wird das Final Four in der Domstadt ausgespielt werden, so lange laufen die entsprechenden Verträge.

Bis dahin wird sicher auch mal wieder ein deutsches Team um den Titel mitspielen. Davor müssen andere deutsche Profis für Höhepunkte sorgen. So wie Nationalspieler Tobias Reichmann, der im vergangenen Jahr nach einer spektakulären Aufholjagd mit Polens Club KS Vive Kielce in Köln den Titel geholt hatte. Das würde auch Uwe Gensheimer in diesem Jahr gefallen.

Fotocredits: Yoan Valat
(dpa)

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