Sportnews

Herrmann als Gejagte – Lesser und Schempp die Jäger

By

on

Östersund – Denise Herrmann weiß nicht so genau, wie sie mit der ungewohnten Situation als Gejagte umgehen soll. «Das wird eine ganz neue Erfahrung», sagte die Sächsin mit Blick auf das Verfolgungsrennen beim Biathlon-Weltcup in Östersund am Sonntag (13.15 Uhr).

Zwei Tage nach ihrem ersten Weltcupsieg startet Herrmann mit 15 Sekunden Vorsprung vor der Sprint-Zweiten Justine Braisaz aus Frankreich.

Die ehemalige Langläuferin bleibt trotz der Drucksituation betont selbstbewusst und sagt: «Ich will wieder mein Rennen laufen, denn ich weiß, was ich kann.» Im Sprint und im Einzel glänzte sie jeweils mit der besten Laufzeit aller Starterinnen. Und so ersetzte Herrmann die wegen einer Erkältung in Schweden fehlende Laura Dahlmeier bislang perfekt und bescherte dem Deutschen Skiverband im Olympiawinter überraschend sogar den ersten Weltcupsieg der noch jungen Saison.

Einen zweiten hätte fast Erik Lesser geschafft. Doch der zweimalige Olympia-Zweite von Sotschi verfehlte im Sprint seinen zehnten und letzten Schuss – das bringt dem Thüringer in der Verfolgung nun die Rolle des Jägers. Vier Sekunden hinter dem Norweger Tarjei Bö und drei Sekunden hinter dem Franzosen Martin Fourcade geht es ab 15.15 Uhr in die Loipe. «Es wird wie ein Massenstart, sehr, sehr eng», sagte Lesser. Die besten 27 Athleten starten bei den Männern innerhalb von nur einer Minute, deswegen sagte der zweimalige Weltmeister: «Es könnte sehr spektakulär werden.»

Nur neun Sekunden hinter Lesser geht Simon Schempp auf die Strecke. Der Massenstart-Weltmeister leistete sich genau wie sein Teamkollege am Samstag einen Fehler am Schießstand. Beide haben nach nur zwei Rennen allerdings bereits die Qualifikationsnorm für Olympia erfüllt. Überraschend konnte sich Johannes Kühn auf Platz neun mit seinem bislang besten Weltcupresultat schon die halbe Norm für Pyeongchang sichern. Der 26-Jährige startet zum Abschluss in Schweden nur 23 Sekunden hinter dem achtmaligen Weltmeister Bö.

Fotocredits: Ralf Hirschberger
(dpa)

(dpa)

Auch interessant