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Joshua siegt durch technischen K.o. – Klitschko am Boden

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London – Wladimir Klitschko hat es nicht geschafft. Im Kampf des Jahres verlor der 41 Jahre alte Ukrainer gegen den 14 Jahre jüngeren Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua durch Technischen K.o. in der 11. Runde.

Nach zwei Niederschlägen war Klitschko am Ende. 90 000 Zuschauer im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion standen bei dem hochklassigen Gefecht vor Begeisterung Kopf.

Der Sohn nigerianischer Einwanderer behielt seinen IBF-Titel und holte sich den vakanten WM-Gürtel als Superchampion der WBA. Die sportliche Zukunft Klitschkos ist jetzt ungewiss. Trotz einer großen Leistung scheint sein Karriereende bevorzustehen, auch wenn ein Rückkampf laut Klitschko vertraglich vereinbart ist. «Ich brauche jetzt ein paar Wochen Zeit», sagte der Ukrainer.

Klitschko stand nach seinem bitteren Titelverlust an Tyson Fury 17 Monate nicht im Ring – das war dem Altmeister aber kaum anzumerken. Er war von Beginn an voll da und punktete mit seiner starken Führhand, aber gegen die urwüchsige Schlagkraft Joshuas kam er nicht an.

Der Olympiasieger von Atlanta kassierte gegen den Goldmedaillengewinner von London die fünfte Niederlage in seinem 69. Profikampf und verpasste die Chance, zum dritten Mal Weltmeister in der Königsklasse zu werden. Joshua, körperlich genau so ein Modellathlet wie Klitschko, feierte seinen 19. K.o.-Sieg im 19. Kampf. Beide Boxprofis kassierten jeweils geschätzt rund 20 Millionen Euro.

Die fünfte Runde war völlig verrückt. Nach einer schweren Rechten Joshuas musste Klitschko zu Boden, und eine K.o.-Niederlage lag in der Luft. Der Herausforderer blutete aus einem Cut am linken Auge. Aber Klitschko kam zurück. In der folgenden Runde schien der Titelverteidiger am Ende und musste nach einer Rechten Klitschkos zum Kopf zum ersten Mal in seiner Karriere zu Boden. Aber Klitschko setzte nicht konsequent genug nach und der Weltmeister rappelte sich wie zuvor sein Gegner wieder auf.

In den folgenden Durchgängen hatte sich Joshua bei seinem Heimspiel wieder gefangen und wurde immer stärker. In der elften Runde war er nicht mehr zu halten. Zweimal musste Klitschko zu Boden – Ringrichter David Fields aus den USA nahm ihn rund 30 Sekunden vor dem Gong aus dem Kampf. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Titelverteidiger auf den Punktzetteln der Punktrichter knapp in Front gelegen.

Der Unterlegene lobte seinen Bezwinger. «Der Beste hat heute Nacht gewonnen. Zwei Gentlemen haben gegeneinander gekämpft – schade, dass ich es nicht geschafft habe. Aller Respekt für Anthony. Mir hat ein bisschen gefehlt. Wir haben einen Rückkampf im Vertrag – ich muss das jetzt alles erstmal analysieren», sagte Klitschko im Ring. Auch Joshua blieb höflich. «Klitschko ist ein Vorbild für alle Boxer.»

Er habe ein «Schlachtfest» gewonnen, erklärte der alte und neue Weltmeister, der seinen Vorgänger Fury herausforderte. Der Abbruch durch den Ringrichter kam zur rechten Zeite, urteilte Ex-Weltmeister Lennox Lewis.

Fotocredits: Axel Heimken,Axel Heimken,Nick Potts,Axel Heimken,Axel Heimken,Axel Heimken
(dpa)

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