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Löw und Kuntz lüften Kader-Geheimnis

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Frankfurt/Main – Joachim Löw deckt sein Personalpuzzle auf. Exakt einen Monat vor dem Eröffnungsspiel wird der Bundestrainer um 13.00 Uhr in der Frankfurter DFB-Zentrale das Aufgebot verkünden, mit dem Fußball-Weltmeister Deutschland beim ungeliebten Confederations Cup in Russland antreten wird.

Löw will bei dem Turnier vom 17. Juni bis 2. Juli mit einem jungen «Perspektivteam» antreten, was beim WM-Gastgeber und dem Weltverband FIFA nicht gerne gesehen wird.

Löws Problem ist aber auch, dass praktisch zeitgleich vom 16. bis 30. Juni die Europameisterschaft der U21-Junioren ausgetragen wird. Auch in Polen will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Topteam aufbieten, das möglichst um den Titelgewinn mitspielen kann. Die Verteilung der jungen Nationalspieler ist «nicht einfach», wie Löw zugab. Der DFB-Chefcoach wird darum auch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit U21-Trainer Stefan Kuntz die beiden Turnierkader präsentieren.

LEITMOTIV: «Über allem steht die WM 2018. Den WM-Titel zu gewinnen, das ist mein und unser aller Ziel», sagte Löw. Aus diesem Grund wird er nicht mit dem bestmöglichen Nationalteam nach Russland reisen, sondern auf gestandene Weltmeister wie Toni Kroos, Sami Khedira oder Mats Hummels beim WM-Testturnier verzichten. «Die Topspieler zu schonen, ist hundertprozentig richtig», urteilte der ehemalige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer: «Aber ich hoffe, dass das nicht zu Lasten der U21 geht. Die ist auch wichtig.» Sie kämpft beim Turnier in Polen um einen richtigen Titel.

VORBILDER: Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil führten die U21 vor acht Jahren zum EM-Sieg und wurden fünf Jahre später in Brasilien Weltmeister. Für die aktuell hochtalentierte U21-Generation erhoffen sich Kuntz und Löw einen ähnlichen Weg. Zur EM in Polen will Kuntz daher ein möglichst starkes Team mitnehmen, auch wenn potenzielle Stammspieler wie Bayern-Profi Joshua Kimmich, Hoffenheims Abwehrhüne Niklas Süle sowie Angreifer wie der Leipziger Timo Werner und der Leverkusener Julian Brandt zum Confed-Cup fahren könnten und damit der U21 fehlen würden. «Wir werden einen Kader haben, mit dem wir auf jeden Fall um den Titel mitspielen können», sagte Kuntz. 14 Akteure, die schon A-Länderspielerfahrung haben, könnten noch für die U21 auflaufen.

CONFED-CUP: Acht Nationen nehmen an dem Turnier ein Jahr vor der WM-Endrunde in Russland teil. In der Gruppe A spielen WM-Gastgeber Russland, Europameister Portugal sowie Mexiko und Neuseeland. Weltmeister Deutschland trifft in Gruppe B auf Australien (19. Juni), Südamerika-Meister Chile (22. Juni) und Afrika-Champion Kamerun (25. Juni). Der Gruppenerste und -zweite ziehen in das Halbfinale ein. Gespielt wird in vier russischen Städten: Kasan, Moskau, Sotschi und im Endspielort St. Petersburg.

U21-EM: Die U21-Junioren des DFB spielen bei der Europameisterschaft in Polen zunächst in der Vorrunde gegen Tschechien (18. Juni), Dänemark (21. Juni) und Italien (24. Juni).

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)

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