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Rumble in the Jungle 1974 (Teil 2) – Das Wunder von Kinshasa

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Im ersten Teil wurde ausführlich die Vorgeschichte eines der berühmtesten Boxkämpfe aller Zeiten berichtet. Doch wie hat es nun der große Muhammad Ali geschafft, trotz dieser schlechten Vorzeichen als Sieger den Ring zu verlassen?

Unter dem medienwirksamen Motto „Rumble in the Jungle“ fand der Kampf um 4 Uhr Morgens im afrikanischen Kinshasa statt, um für das US-amerikanische Publikum zur Hauptabendprogrammzeit zu laufen. Der ursprüngliche Termin am 25. September 1974 musste um sechs Wochen verschoben werden, da sich Foreman am Auge verletzt hatte. Doch nun am Morgen des 30. Oktober standen sich die beiden Kontrahenten endlich gegenüber und die Welt war gespannt, wie sich Ali gegen den unbesiegbaren Boxriesen schlagen wird.

Anfangs verlief der Kampf gemäß den Erwartungen der meisten Boxexperten. Foreman schlug wie wild auf den ehemaligen Weltmeister ein, der anscheinend kein Mittel gegen die kräftigen Schläge finden konnte. Ab der zweiten Runde passierte etwas merkwürdiges. Ali ließ sich schlicht in die Ringseile zurückfallen und auf sich einschlagen. Doch statt K.O. zu gehen provozierte er Foreman mit höhnischen Bemerkungen und forderte ihn auf, noch stärker zuzuschlagen. Foreman gab später an, dass ihn dies tatsächlich irritiert habe. Alis Betreuer schrien sich ihrerseits die Kehle heiser und forderten ihren Schützling auf, von den Seilen zu gehen.

Doch Ali wusste genau, was er tat. Nach der vierten Runde wurden Foremans Schläge immer langsamer und dem jungen Weltmeister schien die Luft auszugehen. Auch die TV-Kommentator bemerkten nun, dass es möglicherweise Alis bewusste Taktik gewesen sein könnte, seinen Gegner zu ermüden. In der achten Runde war es dann so weit. Ali setzte mit zwei schnellen Links-Rechts-Kombinationen, sowie einigen Kopftreffern seinem Kontrahenten schwer zu und knockte ihn aus (siehe Video). Damit war die Sensation perfekt. Genau wie 10 Jahre zuvor gegen Sonny Liston gewann Ali wieder den Weltmeistertitel im Schwergewicht, obwohl er als Außenseiter in den Kampf ging.

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Alle waren beeindruckt, wie er diese „Boxmaschine“ besiegen konnte. Doch Foreman war natürlich keine Maschine, sondern ein Mensch mit Gefühlen. Von dieser Niederlage konnte sich der damals 24-jährige nie wirklich erholen. Nach eigenen Angaben konnte er danach ein Jahr lang kaum schlafen. Bis 1977 absolvierte er nur wenige Kämpfe und zog sich nach einer Niederlage gänzlich vom Profiboxen zurück, um Priester zu werden. Geldnöte brachten ihn aber 1987 wieder in den Boxring zurück und er konnte 1994 mit 45 Jahren als ältester Boxer überhaupt den Schwergewichtstitel wieder gewinnen. Dies allein ist der Beleg dafür, was für eine glorreiche Karriere er hätte haben können, wenn sich Muhammad Ali, der wohl beste Boxer aller Zeiten, ihm nicht in den Weg gestellt hätte.

Der Kampfverlauf des „Rumble in the Jungle“ wird heute noch von Boxtrainern akribisch analysiert und diente auch Hollywood-Filmen wie „Rocky III“ zum Vorbild. Unter dem Titel „When We Were Kings“ wurde 1996 eine Dokumentation, die sich ausschließlich mit diesem Kampf beschäftigt, in den Kinos gezeigt und konnte sogar den Oscar gewinnen. Die Hip Hop.-Formation „Fugees“ brachte dazu auch ein Lied heraus (siehe Video unten), das nur ein kleines Teilchen der heute boomenden „Ali-Nostalgiewelle“ darstellt. Seine ebenso einfache wie wahnsinnige Taktik im „Rumble in the Jungle“ trug bestimmt viel dazu bei, dass Muhammad Ali immer noch einer der meist bewunderten Sportler aller Zeiten ist.

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